FUßBALL: KREISLIGA RHÖN

Zwei Grabfeld-Derbys von höchster Brisanz

Ums Prestige geht?s immer, manchmal um Klassenerhalt oder Meisterschaft, wenn im Lokalderby der TSV Bad Königshofen (links Daniel Blau) und die Sportfreunde Herbstadt (rechts Bernd Warmuth) aufeinander treffen. Foto: ArchivRudi Dümpert

Fußball

Kreisliga Rhön

 

1. (1.) TSV Großbardorf II 21 13 4 4 53 : 25 43  
2. (2.) SV Ramsthal 21 12 6 3 55 : 31 42  
3. (3.) TSV Trappstadt 19 13 3 3 34 : 15 42  
4. (4.) FV Rannungen/Pfändh./Holz. 21 11 4 6 39 : 25 37  
5. (5.) FC Strahlungen 21 11 3 7 52 : 41 36  
6. (6.) SV Riedenberg 21 10 6 5 44 : 24 36  
7. (7.) FC Rottershausen 21 9 6 6 49 : 38 33  
8. (8.) Burgwallbach I/Bad Neustadt 21 9 4 8 33 : 34 31  
9. (9.) Spfr. Herbstadt 20 9 3 8 39 : 35 30  
10. (10.) TSV Steinach 22 7 5 10 40 : 43 26  
11. (11.) TSV Bad Königshofen 20 6 6 8 28 : 43 24  
12. (12.) SG Urspringen-Sondh./Rh. 22 5 5 12 31 : 43 20  
13. (13.) FC Reichenbach 23 3 10 10 30 : 52 19  
14. (14.) DJK Wülfershausen 21 4 5 12 41 : 57 17  
15. (15.) FC Bayern Fladungen 20 3 6 11 27 : 44 15  
16. (16.) SG Oerlenbach/Ebenhausen 22 4 2 16 30 : 75 14  

Samstag, 17. Oktober, 16 Uhr:

SV Riedenberg – TSV Steinach (2:1)

Sonntag, 18. Oktober, 15 Uhr:

Rottersh. – Rannungen/Pfändh./Holzh. (1:1)

TSV Großbardorf II – TSV Trappstadt (2:0)

Sonntag, 18. Oktober, 15.30 Uhr:

SG Oerlenbach/Ebenhausen – SG Urspringen-Sondheim/Rhön (0:5)

(in Ebenhausen)

Bad Königshofen – Spfr. Herbstadt (2:4)

FC Fladungen – FC Reichenbach (0:0)

Burgwallbach I/Bad Neust. – Ramsthal (1:1)

(in Burgwallbach)

FC Strahlungen – DJK Wülfershausen (5:2)

 

TSV Großbardorf II – TSV Trappstadt

Diesem Grabfeld-Derby kommt eine sehr große Bedeutung zu, vielleicht schon eine vorentscheidende. Bereits das Hinspiel konnten die Jung-Gallier mit 2:0 für sich entscheiden, fügten damals den Trappschtern auf deren heimischem Terrain die zweite Saison-Niederlage bei. Inzwischen, nach 19 Spielen, steht die Mannschaft von Trainer Martin Beck bei drei. Diese dritte passierte am vergangenen Sonntag, einigermaßen überraschend, wieder daheim gegen den FC Strahlungen (0:2), dem man aber ebenfalls im Hinspiel (1:2) unterlegen war. Drei Niederlagen in 19 Spielen gegen zwei Mannschaften – wird diese Reihe fortgesetzt, gibt es am Sonntag die vierte? Die Tendenz spricht nicht unbedingt dagegen, wenngleich aus Trappstadt berichtet wurde, dass die Leistung bis auf die Chancenverwertung gestimmt hat. Jetzt ist das pädagogische und psychologische Geschick des Hobby-Trainers und hauptberuflichen Sozialpädagogen Martin Beck gefordert. Der „Kceb“ hat damals in der Vorrunde die Wende nach den zwei Niederlagen in Folge geschafft.

Großbardorf II hat selbst mit einem 1:1-Unentschieden bei Urspringen-Sondheim/Rhön den Platz an der Sonne verteidigt und einen Punkt Vorsprung vor Ramsthal und dem TSV Trappstadt, der zwei Spiele weniger ausgetragen hat. Für einen Ausrutscher werden das 1:1 nur die halten, die den Aufwärtstrend von Urspringen nicht mitbekommen haben. Außerdem ist bei einer Verfolgungsjagd und bei noch so hoch gesteckten Zielen keine Mannschaft vor einem wirklich überraschenden Ausrutscher gefeit. Wenn nun Trappstadt geschlagen werden kann, sollte wieder alles im Lot sein. Dann würde aus dem Aufholen schon ein Überholen. Die Ergebnisse seit der Saison 17/18 sprechen eine klare Sprache: Fünf Spiele, fünf Siege für Großbardorf II.

TSV Bad Königshofen – Sportfreunde Herbstadt

Dieses Nachbarschafts-Derby hat eine sehr viel längere Tradition als die letzten fünf Jahre. Es gibt aber nur noch ein paar Spieler, die vor diesem Abschnitt schon in der Mannschaft standen und heute immer noch auflaufen. Die Bilanz dieser neun Begegnungen könnte nicht ausgeglichener sein: Beide kamen auf je drei Siege, drei Unentschieden und drei Niederlagen. Vor dieser Partie haben die Sportfreunde (9./30) die Nase um sechs Punkte und zwei Plätze vorn und sollten nach dem Pflichtsieg (3:1) gegen die SG Oerlenbach dem Klassenerhalt ein großes, vorentscheidendes Stück näher gerückt sein. Während die Königshöfer mit fünf Punkten Vorsprung auf den ersten von zwei Relegationsplätzen, aber einem Polster von weniger ausgetragenen Spielen, ihre Schäfchen noch nicht im Trockenen haben.

„Wir sind froh, diesen Dreier geschafft zu haben“, atmete der zuvor etwas verunsicherte Spfr.-Trainer Martin Naber tief durch. Sein Problem war die durch Krankheiten und Verletzungen gestörte Vorbereitung, „weshalb ich nicht weiß, wo wir stehen.“ Nach dem Niederschlag von Großbardorf und dieser „Wiederauferstehung“ weiß er mehr. „Nun geht?s in die Derby-Wochen, erst noch in der Liga, dann im Ligapokal gegen Bad Königshofen. Die sind aktuell sehr gut drauf. Wir wollen aber nachlegen, weiter den Abstand nach hinten ausbauen und freuen uns auf ein schönes Derby. Ich hoffe, Franz Brückner und Thomas Reder kommen wieder zurück und der Rest bleibt fit.“

TSV-Trainer Bernd Knahn sieht immer weit über den Tellerrand eines bevorstehenden Spiels hinaus. Seine Mannschaft habe die Verluste von Franz Schmitt, Patrice Wüscher und Ferdinand Heusinger verarbeitet und an Moral und Stabilität gewonnen. „Die ganz Jungen (Angermüller, Wiesenmüller, Hüllmandel) sind lernwillig, machen Fortschritte und sind bereits schwer aus der Mannschaft wegzudenken. Reiher, Gontscharov, Schulz und Bär sind zurückgekommen, so dass wir im Training zwischen 14 und 20 Leute sind, was für Königshöfer Verhältnisse ungewöhnlich ist. Wenn die Entwicklung so weitergeht, bin ich positiv, was die Restrunde angeht.“

FC Fladungen – FC Reichenbach

Zum Kellerduell treffen sich der Vorletzte vom Abstiegsplatz 15 und der Tabellen-13 und es steht sehr viel auf dem Spiel. Beim FC Fladungen gab es im Frühjahr, noch vor der Corona-bedingten Unterbrechung der Saison, einen Trainerwechsel. Die Mannschaft stand mit 14 Punkten aus 18 Spielen auf dem ersten Nichtabstiegsplatz 12, allerdings punktgleich mit Reichenbach und Oerlenbach auf den Relegationsplätzen und einen Punkt vor Urspringen und Wülfershausen auf den Abstiegsplätzen. Man wollte den Trend stoppen, trennte sich von Matthias Stumpf und Martin Faulstich übernahm. Vor dieser richtungsweisenden Begegnung hat der FC Bayern 15 Punkte aus 20 Partien und fünf Zähler Rückstand auf jenen Platz 12. Fast sieht es danach aus, dass ein Relegationsplatz zunächst mal das erste Ziel sein sollte.

Um diesen zu erreichen, wäre ein Sieg in dieser Begegnung ungeheuer wichtig. Verlieren aber die Gastgeber, ist zwar immer noch nichts verloren. Speziell Reichenbachs Vorsprung wäre aber von vier auf sieben Punkte angewachsen. Doch wie sieht es mit der Form der Mannschaft von Trainer Marcel Klug aus? Beim 4:3 gegen Wülfershausen soll viel Glück mit im Spiel gewesen sein. Gegen Ramsthal setzte es eine 0:5-Heimniederlage und letzten Sonntag folgte eine 3:4-Niederlage in Steinach, bei der die Truppe aber gute Moral bewies und fast noch einen 1:4-Rückstand hätte egalisieren können.

SV Burgwallbach I/Bad Neustadt – SV Ramsthal

Es ist davon auszugehen, dass dieses Spiel ein sehr spannendes, vielleicht auch ein sehr gutes werden könnte. Bei den Gastgebern dürfte nach der 0:4-Niederlage bei Rannungen/Pfändhausen/Holzhausen zwar die Luft raus sein. Sie beschließen auf Platz 8 mit 31 Punkten die obere Tabellenhälfte. Niemandsland. Elf Punkte Rückstand zum oberen und zwölf Punkte Vorsprung zum unteren Relegationsplatz können bei einer Mannschaft zweierlei Folgen auslösen. Entweder sie legt sich, bar jedes Anreizes im Hinblick auf Abstieg oder Aufstieg, entspannt zurück oder sie spielt frei von der Leber weg und ohne jeden Druck guten Fußball. Letzteres ist dieser Mannschaft eher zuzutrauen.

Beim SV Ramsthal sieht das auf einmal ganz anders aus. Die Mannschaft von Trainer Tim Herterich hatte vor der Saison-Unterbrechung im März acht Punkte Rückstand auf den enteilt scheinenden Tabellenführer Trappstadt bei gleicher Anzahl ausgetragener Spiele. Heute sind beide punktgleich, Ramsthal ist aber zwei Spiele weiter. Das wiederum bedeutet einen Punkt weniger als Tabellenführer Großbardorf II bei gleicher Spielzahl. Es könnte also kaum spannender da vorne zugehen. Die Gastgeber können also Zünglein an der Waage spielen.

FC Strahlungen – DJK Wülfershausen

FC-Trainer Oliver Schönwiesner ordnete den Dreier in Trappstadt als einen „glücklichen Arbeitssieg“ ein. Er sah weitestgehend Ausgeglichenheit mit Chancen, seine Mannschaft allerdings „etwas aggressiver und effektiver.“ Als er den angeschlagenen Marco Nöth auswechseln musste, „fehlte er uns merklich und wir mussten zeigen, was Teamwork ist.“ Dem Dauerbeschuss durch Trappstadt setzte seine Truppe taktische Disziplin und Kampfgeist dagegen, eine Portion Glück habe aber auch geholfen.

„Nun werden die Karten wieder neu gemischt. Um den Klassenerhalt wird verbissen gekämpft, was wir bei der Niederlage gegen Urspringen zu spüren bekamen, andere aber auch. Auch Wülfershausen hat vier Punkte aus zwei Spielen geholt.“ Dabei sei ihm aufgefallen, dass die DJK besonders in den letzten Minuten noch einmal zuschlagen kann. „Wir sind vorgewarnt und werden den Gegner nicht auf die leichte Schulter nehmen. Mein Ziel ist klar: Ein Sieg im letzten Heimspiel der Runde in diesem Jahr ist Pflicht. Ob die verletzten Benedikt Bötsch, Marco Nöth und der beruflich fehlende Tim Krais wieder im Kader stehen, kann ich bis dato nicht sagen. Wenn wir eine ähnlich gute Leistung wie in Trappstadt abliefern, halte ich meine Vorgabe für erfüllbar.“

„Nach dem Spiel gegen Rottershausen (1:1) sind wir mit hängenden Köpfen in die Kabine gegangen“, haderte der DJK-Trainer Christoph Then noch Mitte der Woche. „Ein Punkt war definitiv zu wenig, weil wir 90 Minuten lang das Spiel bestimmt haben. Da war noch nicht einmal der verschossene Elfmeter unsere größte Möglichkeit. Wir hatten viele hochkarätige Chancen. Zwei leichtfertig vergebene Punkte, aber Jammern bringt uns nicht weiter. Der nächste Gegner ist kein leichter.“ Er spiele in der Kreisliga immer oben mit, wenn nicht gar höher. Vielleicht könne man nutzen, dass ihm manchmal die Konstanz fehlt. Sie haben immer mal zwischendurch einen Durchhänger oder ein schlechteres Spiel, womit sich auch die Niederlage gegen Urspringen erklärt. „Wir wollen Punkte sammeln, egal wie der Gegner heißt und wie er in der Tabelle steht. Personell schaut?s bei uns ganz gut aus.“

SG Oerlenbach/Ebenhausen – SG Urspringen-Sondheim/Rh.

In diesem Kellerduell treffen zwei zuletzt unterschiedlich erfolgreiche Mannschaften aufeinander. Es empfängt das Schlusslicht SG Oerlenbach/Ebenhausen den Fünftletzten und damit über dem Relegationsstrich stehenden SG Urspringen-Sondheim/Rhön. Drei Spiele, drei Niederlagen lautet die Bilanz der Gastgeber nach dem Re-Start, insgesamt sind es Corona-übergreifend. sogar fünf Stück. Den letzten Sieg feierte die Truppe von Spielertrainer Thorsten Büttner vor elf Monaten am 17. November gegen Rottershausen (2:0). Danach war man Viertletzter (14), der jetzige Gegner Letzter (12).

Inzwischen sind beide Mannschaften in der Tabelle aneinander vorbei gerutscht. Für die Gastgeber ist die Lage prekär genug, um zu wissen, dass bei einer Heimniederlage dieser auch vom Gegner begehrte Tabellenplatz neun Punkte entfernt ist. Was wiederum die Möglichkeiten beschreibt, die sich dem Team von Spielertrainer Markus Herbert eröffnen. Der ehemalige Regional- und Bayernliga-Spieler weiß nur zu genau, wie motivierend, aber auch wie gefährlich diese Konstellation sein kann. Aufgepasst: Angeschlagene Boxer sind gefährlich, wenn man sie unterschätzt, die Deckung vernachlässigt und nicht konsequent seine Linie beibehält.

Der TSV Trappstadt (rechts Jonas Schultheis) steht beim Tabellenführer TSV Großbardorf II vor einem richtungsweisenden Spiel. Die DJK Wülfershausen (links David Mayer) will ihren Aufwärtstrend beim FC Strahlungen fortsetzen. Foto: Anand Anders