HANDBALL: 3. LIGA MITTE

Rotmilane strecken sich vergeblich

Franziskus Gerr und der HSC Bad Neustadt müssen sich trotz einer starken Leistung gegen die TuS Dansenberg am Ende mit 23:26 geschlagen geben. Foto: Anand Anders

Spiel verloren und trotzdem von den Fans gefeiert. Dieses seltene Erlebnis gab es am Samstagabend in der Bürgermeister-Goebels-Halle, wo der HSC Bad Neustadt dem favorisierten TuS Dansenberg zwar die Punkte überlassen musste, aber diesem über sechzig Minuten mit einer großartigen kämpferischen Leistung alles abverlangte. „Das macht mich letztlich stolz“, sagte HSC-Trainer Frank Ihl. „Mit einer solchen Leistung können sich die Fans wieder mit der Mannschaft identifizieren“, schloss Moderator Andreas Hanshans die Pressekonferenz ab.

Noah Streckhardt überzeugt auf der Spielmacherposition

Die Gastgeber überzeugten allerdings auch spielerisch, agierten in der zuletzt kritisierten Offensive vom Anpfiff an konzentriert und gingen sofort durch ihren Linksaußen Christopher Früh in Führung. Nach dem 1:1-Ausgleich durch TuS-Torjäger Julius Rose, der sich selten gegen die aggressive Deckung der Hausherren durchsetzen konnte und deshalb früh von seinem Coach Steffen Ecker ausgewechselt wurde, kam die Angriffsmaschinerie der Rotmilane so richtig ins Laufen. Die neuerliche Führung ging auf das Konto von Noah Streckhardt, der von Ihl diesmal mit der Spielmacherposition betraut wurde und der nicht nur prima die Fäden zog, sondern mit fünf Treffern auch der erfolgreichste HSC-Schütze war.

Die Pfälzer, die in den ersten 15 Minuten ein gemächliches Tempo anschlugen und früh zur Erkenntnis kamen, dass mit Stanislaw Gorobtschuk ein guter Torhüter zwischen den Pfosten stand, wurden in der Folgezeit von den schnellen Kombinationen der Heimsieben überrumpelt. Max Drude, Jure Fistonic und nochmals Früh bauten den Vorsprung auf 5:1 aus. Dieser hielt bis zur 15. Minute, doch nach der 7:3-Führung schlichen sich einige Fehler ins Spiel der HSC'ler ein. In dieser Phase wehrte TuS-Keeper Henning Huber erstmals Würfe ab und seine Vorderleute packten nun in der Defensive konsequenter zu. Nach einem Doppelpack von Jan Claussen und einem von Steffen Kiefer erfolgreich gelaufenen Konter war der Ausgleich hergestellt (7:7).

Doch das Spiel der Gastgeber geriet nicht aus den Fugen. Nach dem Treffer von Ioannis Fraggis zum 9:8 erhöhte Benjamin Herth, der auf Halblinks agierte, mit einem Schlagwurf auf 10:8. Beim Wurf traf ihn Gäste-Akteur Robin Egelhof im Gesicht, woraufhin der Rückraumspieler sofort die rote Karte sah. Doch die Gäste zeigten sich davon nicht geschwächt, auch der Ausfall ihres etatmäßigen Kreisläufers Sebastian Bösing konnte kompensiert werden, denn sein Vertreter Nils Röller lief nun langsam warm. Röller und Fabian Serwinski per Siebenmeter schafften den Ausgleich, nach jeweils einem erfolgreichen Strafwurf für beide Seiten ging es mit einem 11:11 in die Kabine.

Max Drude sieht nach einem Schlag die rote Karte

Der zweite Durchgang wurde ebenfalls mit einem Siebenmeter eröffnet, dabei behielt Gorobtschuk die Oberhand gegen Serwinski. Die nächsten beiden HSC-Treffer gingen auf das Konto von Franziskus Gerr, der nach dem 14:14 aber umknickte und minutelang auf der Bank behandelt werden musste. Sein Vertreter Emir Rovcanin trug sich aber gleich in die Torschützenliste ein, ehe es für den HSC den nächsten Rückschlag zu verkraften gab. Nach einem Schlag gegen Theodoros Megalooikonomou musste auch Max Drude die Platte verlassen, der sowieso schon kleine HSC-Kader wurde weiter ausgedünnt. Die Gäste, die mit großem Aufgebot angereist waren, nutzten die nächsten Minuten und brachten nun den jungen Marco Holstein, der sich sofort zielsicher präsentierte und sein Team mit 20:17 in Führung brachte. Die Partie schien eine Viertelstunde vor dem Abpfiff entschieden. „Was die Mannschaft aber dann gezeigt hat, war klasse, zeigt ihre Moral und lässt mich auch für die nächsten Spiele hoffen“, so Ihl.

Substanzverlust macht sich in der Schlussphase bemerkbar

Den vermeintlich unaufholbaren Rückstand verwandelten die Rotmilane binnen sieben Minuten in eine 22:21-Führung, wobei sie auch eine zwischenzeitliche Unterzahlsituation verkrafteten. Dass der Favorit dennoch mit zwei Punkten im Gepäck die Heimreise antrat, lag letztlich daran, dass der Substanzverlust bei den Gastgebern in der Schlussphase doch bemerkbar war, sich bei der Aufholjagd Hektik einschlich und die HSC-Deckung Nils Röller nicht in den Griff bekam. „Bad Neustadt hat gut dagegengehalten. Wer weiß, wie da Spiel ausgegangen wäre, wenn die Halle voll besetzt gewesen wäre“, sagte Gäste-Trainer Steffen Ecker. Frank Ihl zeigte sich trotz der Niederlage zufrieden. „Wir haben uns in allen Belangen gegenüber der Vorwoche gesteigert und werden uns nun auf das anstehende Spiel in Hochdorf ordentlich vorbereiten.“

Die Statistik des Spiels

Handball, Dritte Liga Mitte: HSC Bad Neustadt – TuS Dansenberg 23:26 (11:11)

Bad Neustadt: Gorobtschuk (bis 44.), Schmidl – Kleinhenz 2, Fraggis 3, Wolf 1, Drude 2, Fistonic 1, Gerr 2, Rovcanin 1, Streckhardt 5, Früh 3, Herth 3/1.

Dansenberg: Huber, Seitz (n. e.) – Kiefer 3, Megalooikonomou 1, Guden, Dettinger, Holstein 2, Claussen 2 Schwenzer 3/3, Egelhof, Röller 7, Serwinski 5/4, Rose 3.

Schiedsrichter: Hochstein/Wiedenmann (Marienheide/Bad Ems).

Zuschauer: 183.

Siebenmeter: 2/1 – 7/6.

Zeitstrafen: 6:2 Minuten.

Disqualifikation: Drude (39.) – Egelhof (20.).

Spielfilm: 4:1 (10.), 8:8 (20.), 11:11 (30.) – 15:16 (40.), 20:21 (50.), 23:26 (60.).