Pickleball

Pickleball: Der Mix aus drei Sportarten begeistert Jung und Alt bei den Rhön-Open

Das Heustreuer Doppel Marcel Ludsteck (links hinten) und Dominik Weis (rechts hinten) belegte bei den Rhön-Open den dritten Rang. Foto: Heiko Rebhan

Für viele Deutsche ist die Sportart Pickleball völlig unbekannt. In den USA sieht das hingegen ganz anders, dort ist Pickleball die am schnellsten wachsende Sportart. 12 Millionen Spieler schwingen in den Staaten mittlerweile schon die Schläger. Es gibt sogar eine eigene Profiliga, basierend auf einem Turniersystem. Pickleball verbindet Elemente von Badminton, Tennis und Tischtennis. Die Größe des Feldes entspricht knapp einem Drittel der gesamten Fläche eines Tennisplatzes beziehungsweise der Größe eines Doppelfeldes im Badminton.

Bei der zweiten Auflage der Rhön-Open auch Zuschauer erlaubt

Seit 2019 ist Pickleball auch eine Abteilung des TSV Heustreu und in diesem Jahr fanden in Heustreu zum zweiten Mal die Rhön-Open statt. Nach der Premiere im letzten Jahr ohne Publikum waren diesmal auch zahlreiche interessierte Zuschauerinnen und Zuschauer dabei.  Als Abteilungsleiter und Turnierorganisator fungiert Julian Izquierdo, der die Sportart durch seinen Vater Angelo Izquierdo kennengelernt hat und sofort von Pickleball begeistert war. Diese Begeisterung hat er in den Landkreis Rhön-Grabfeld weiter getragen. "Wir kämpfen darum, den Sport weiter publik zu machen", unterstreicht Julian Izquierdo.

Daher organisierte er mit seinem Helferteam am vergangenen Wochenende die zweite Auflage der Rhön-Open. 44 Spieler aus Deutschland, Dänemark, Belgien und den USA haben sich auf den Weg nach Heustreu gemacht, um sich im sportlichen Wettstreit zu messen. Mit dabei war auch Julian Izquierdos Vater Angelo, der früher Tennis gespielt hat und in einer Wohngemeinschaft in Tampa/Florida lebt. Angelo Izquierdo hatte einst draußen "komische" Geräusche wahrgenommen, die von den Bällen des Pickleballs stammten und interessierte sich daraufhin für diese Sportart. Prompt hörte er mit dem Tennis auf und spielt nun seit vier Jahren Pickleball. Für ihn als ältere Person sei diese Sportart lockerer und leichter zu spielen. Angelo Izquierdo lobt zudem das freundschaftliche Verhältnis unter den Pickleballakteuren. "Dieser Sport bringe alle Kulturen und Altersgruppen zusammen und nebenbei besteht immer die Möglichkeit, sich einen Kaffee zu genehmigen."

Podestplatz für das Heustreuer Doppel Weis/Ludsteck

Seit drei Wochen ist Angelo Izquierdo nun schon in Deutschland, ehe es Ende September wieder zurück in die Staaten geht. Wie alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer der rundum gelungenen Rhön-Open hatte auch er seine Freude am Spielen sowie an der Geselligkeit. Das Pickleball-Turnier in Heustreu war in zwei Altersgruppen unterteilt worden: Spielerinnen und Spieler unter bzw. über 50 Jahren. Die Akteure vom Gastgeber TSV Heustreu zeigten bei ihrem Heimspiel gleich ihr ganzes Können und platzierten zwei Teams unter den ersten Vier. Das Doppel Dominik Weis und Marcel Ludsteck schaffte als Dritter sogar den Sprung auf das Podium. Julian Izquierdo und Tobias Gass landeten knapp dahinter auf dem vierten Platz.

Was bei den Rhön-Open in Heustreu deutlich wurde: Pickleball ist für jeden geeignet, unabhängig vom Alter. Auch für jene, die vorher noch keinen Sport gemacht haben. Von Vorteil ist es natürlich, wenn man zuvor eine Ballsportart ausgeübt hat. So war es auch bei Julian Izquierdo, der früher Squash spielte. Im Vergleich zum Tennis ist das Spielfeld beim Pickleball kleiner. Dadurch ist der Sport kompakter und auch für ältere Personen geeignet, die nicht mehr über eine ausgeprägte Laufstärke verfügen. Der Schläger ist größer als beim Tischtennis und der Ball hat Löcher. Beim Badminton finden die Ballwechsel zumeist über den Kopf statt, während beim Pickleball eher das Spiel von unten heraus gestaltet wird. "Pickleball ist sehr leicht zu erlernen", betont Julian Izquierdo. Da finde jeder seinen Platz, sei es als Halbprofi oder als Freizeitsportler.

Pickleball-Spieler beim TSV Heustreu kommen aus dem ganzen Landkreis

Mittlerweile zählt die Pieckleball-Abteilung des TSV Heustreu schon 35 Spielerinnen und Spieler. In Heustreu ist der Großteil der Pickleball-Spieler zuhause, während der Rest aus dem gesamten Landkreis Rhön-Grabfeld kommt. Schnelligkeit, Abwechslung und Teamgeist zeichnen Pickleball nach den Worten von Julian Izquierdo aus. Es werden Beweglichkeit, Konzentration und Teamfähigkeit gefördert. Izquierdo macht aber auch deutlich, dass eine Abteilung wie beim TSV Heustreu nur funktioniert, wenn alle mit anpacken. Auch bei der Rhön-Open war dies der Fall. Es herrschte eine familiäre, ungezwungene Atmosphäre. Der Spaß stand im Vordergrund und den hatten die Spielerinnen und Spieler auf jeden Fall - egal ob sie aus Heustreu, Belgien oder Florida kamen.