PICKLEBALL:

Pickleball: Anschauungsunterricht von einem US-Open-Sieger

So geht es: Pickleball-Profi Oliver Strecker (im Bild) hat in Heutreu eine Trainerstunde gegeben. Foto: Günter Madrenas

Wer oder was ist Pickleball? Stellt man hierzulande diese Frage, erntet man drei Arten von Antworten: Ein Schulterzucken, ein ehrliches „weiß ich nicht“ oder die Gegenfrage „was soll das denn sein?“. Ganz anders wäre die Situation in den USA, stellte man dort diese Frage. In den Vereinigten Staaten ist Pickleball laut Oliver Strecker „die Trendsportart Nummer 1. Im Jahr 2016 ist die Entwicklung von Pickleball in den Vereinigten Staaten explodiert“, sagt der zweimalige Gewinner der US Open. Strecker erklärt die Sportart so: „Pickleball ist eine Mischung aus Tennis, Tischtennis und Badminton. Der Platz entspricht dem Badmintonplatz von der Größe her, der Ball ist aber leichter als der Tennisball.“

Zwei Titel bei den US Open

Der 30-Jährige kam als Tennis spielender Student in die USA, trainierte dort sogar die Frauen-Mannschaft im Tennis seiner Universität, bevor er 2016 zum Pickleball kam und noch im gleichen Jahr seinen ersten Turniersieg feiern konnte. Und dies blieb nicht sein einziger Erfolg. Den Höhepunkt in diesem, seinem ersten Jahr als Pickleball-Profi bildete der Gewinn der US Open im Männer-Doppel. Auch im folgenden Jahr 2017 war Strecker wieder bei den US Open erfolgreich. Dieses Mal setzte er sich im Mixed-Doppel durch.

„Ich bin zum Pickleball gewechselt, weil diese Sportart für mich die sozialste Sportart ist. Zum Beispiel kann jeder Mensch Pickleball spielen, egal ob er jung oder schon wesentlich älter ist.“ Ein Pickleball-Match geht immer über zwei Gewinnsätze, wobei ein Satz bis elf geht. Punkten kann im Gegensatz zum Tennis aber nur der- oder diejenige mit Aufschlagsrecht.

Trainingsgäste aus Höchstadt

Dass Pickleball unheimlich viel Spaß macht, bestätigt auch Ute Izquierdo, die am Wochenende in den Genuss einer Trainerstunde des Profis kam. Strecker ist einer der ganz wenigen in Deutschland, der eine Trainerlizenz besitzt. Neben Spielern des TSV Heustreu waren drei Spieler aus Höchstadt/Aisch extra zum Training mit Strecker angereist. Der Profi weilte zu einer Trainerstunde in Heustreu, um auf Vermittlung von Julian Izquierdo, dem Leiter der Abteilung Pickleball beim TSV Heustreu, den Trainierenden die Kniffe dieser Sportart beizubringen.

„Ich wurde von meinen Kindern überzeugt, einmal zu einem Training mitzugehen. Jetzt bin ich froh, dass ich ihnen gefolgt bin. Denn der Spaßfaktor ist extrem hoch. Vorher habe ich nie Sport betrieben. Auch wenn man besser wird, bleibt Pickleball immer schön, denn es geht immer um den Kampf um den Ball. Natürlich hat es mit diesem so erfolgreichen Trainer noch mehr Spaß gemacht“, sagt Ute Izquierdo, Julians Mutter.

35 Spieler beim TSV Heustreu

Inzwischen ist die Sportart auch nach Europa und nach Deutschland geschwappt. Das hat sich auch beim TSV Heustreu bemerkbar gemacht, „Als wir im vergangenen Jahr hier angefangen haben, waren wir gerade zwei Mann. Jetzt sind wir aber schon 35 Spieler, die auf vier Plätzen spielen können. Damals mussten wir noch improvisieren und die Linien mit Kreide auf den harten Boden aufzeichnen“, erinnert sich Julian Izquierdo.

Auch für ihn ist Pickleball eine soziale Sportart: „Jeder kann sein eigenes Tempo spielen. Ein großer Vorteil ist auch, dass man Pickleball leicht lernen kann. Es spielt sich viel im Kopf ab, denn Pickleball ist eine sehr taktisch geprägte Sportart, die boomt. Das zeigt sich auch bei der Anzahl von Vereinen, es sind 25, die es in Deutschland derzeit gibt. Die Tendenz ist aber stark steigend.“

Trainiert wird in Heustreu dienstags von 18 Uhr bis 20 Uhr sowie sonntags von 10 Uhr bis 12 Uhr. Kontakt: Julian Izquierdo, Tel. (01 60) 95 64 70 94.