Handball:

HSC: Startet die neue Saison im November?

Eduard Mardian (im Bild), Geschäftsführer der Spielbetriebsgesellschaft des Handball-Drittligisten HSC Bad Neustadt, lehnt Geisterspiele ab. Foto: Anand Anders

Am Mittwoch vergangener Woche hat die Handball-Bundesliga (HBL) ihren Plan vorgestellt, wie und wann die Saison 2020/21 in der Bundesliga und der 2. Bundesliga starten könnte. Anfang Oktober soll es demnach wieder losgehen mit dem Wettkampfsport in den beiden deutschen Profi-Ligen. Der Männer-Bayernligist TSV Lohr hat gar schon einen vom Bayerischen Handball-Verband erarbeiteten Spielplan-Entwurf veröffentlicht. Möglicher erster Spieltag der Oberliga Bayern: Ein Derby gegen die SG DJK Rimpar II am 3. Oktober.

Die Rotmilane trainieren noch nicht 

Ob diese Termine haltbar sind, ist unklar und davon abhängig, wie sich das Corona-Infektionsgeschehen entwickelt. Zwar ist in Bayern auch den Handballern der Trainingsbetrieb wieder erlaubt, aktuell müssen alle Einheiten aber noch kontaktlos betrieben werden. Während der TSV Mellrichstadt dieser Tage das Training aufnimmt, ist man beim HSC Bad Neustadt zurückhaltender. Zumindest was die Drittliga-Mannschaft betrifft. Nach wie vor halten sich die Spieler "individuell fit", sagt Eduard Mardian, der Geschäftsführer der Spielbetriebsgesellschaft der Rotmilane. "Es gibt zeitnah einen Leistungstest. Mit dem Mannschaftstraining werden wir aber erst beginnen, sobald wir wissen, wann bei uns die Saison startet." Er selbst geht im Moment von einem Wiederbeginn im November aus. Wenn sich das Hygienekonzept der HBL als vernünftig und tragfähig erweise, dann könnte es in der 3. Liga "vier Wochen später losgehen", glaubt Mardian. Käme es so, "würden wir voraussichtlich Mitte August das Training aufnehmen", deutet er an.

Geduld ist gefragt

Noch müssen sich die Vereine gedulden. Vor der Sitzung der Spielkommission der 3. Liga am 18. Juli wird kaum eine Entscheidung fallen. "Wann der Wettkampfbetrieb der 3. Liga gestartet werden kann, ist derzeit noch offen", sagt Andreas Tiemann. Der Mann aus Hille in Westfalen ist beim Deutschen Handballbund (DHB) in jener Spielkommission der 3. Liga für die vier Staffeln der Männer zuständig. Zur Beantwortung der Frage hat der DHB unter anderem mit seinen Landesverbänden sowie den Bundesländern Kontakt aufgenommen. "Die unterschiedlichen Regelungen in den einzelnen Bundesländern, die dann in den Bundesländern von den Landratsämtern, Kreis- oder Stadtverwaltungen auch noch unterschiedlich ausgelegt werden, machen uns natürlich zu schaffen", gesteht Tiemann.

Keine Pause für die Handballer?

Von den Meinungen und Wünschen der 72 Drittligisten verschafft sich der DHB noch bis Dienstag mittels eines Fragebogens einen Überblick. Abgefragt wird unter anderem, ob sich die Vereine auch Partien ohne Publikum vorstellen könnten. Das komme für den HSC nicht in Frage, hat sich Mardian festgelegt. Bei einem anderen Thema zeigt sich der HSC-Geschäftsführer aufgeschlossen. "Ich habe die Frage bejaht, ob wir uns einen durchgehenden Spielbetrieb von Anfang November bis Ende Juni vorstellen können", sagt der 35-Jährige. Hintergrund: Um eine Saison in einer 18 Klubs starken Staffel - viermal 18 sind 72 - abwickeln zu können, sind 34 Spieltage nötig. Zwischen Anfang November und Ende Juni liegen 34 Wochenenden. Das hieße im Klartext, dass es - sollte es so kommen - keine Weihnachts-, Faschings- oder Osterpause gäbe. Wegen der auf den nächsten Sommer verschobenen Olympischen Spiele darf die Saison 2020/21 nicht bis in den Juli gehen.