TISCHTENNIS: BUNDESLIGA

Die Tür für Bad Königshofen ist noch einen winzigen Spalt offen

Volle Konzentration heißt es für Kilian Ort (im Bild) und den TSV Bad Königshofen am Doppelspieltag an diesem Freitag daheim gegen Schlusslicht TTC OE Bad Homburg sowie am Sonntag beim ASV Grünwettersbach. Foto: Rudi Dümpert

Tischtennis

Bundesliga TTBL Männer

 

1. (1.) Borussia Düsseldorf 18 16 0 2 50 : 13 32 : 4  
2. (2.) 1. FC Saarbrücken 19 13 0 6 49 : 22 26 : 12  
3. (3.) TTF Ochsenhausen 19 13 0 6 47 : 30 26 : 12  
4. (4.) ASV Grünwettersbach 18 11 0 7 43 : 34 22 : 14  
5. (5.) TTC Neu-Ulm 18 10 0 8 37 : 35 20 : 16  
6. (6.) TTC Schw. Bergneustadt 18 10 0 8 35 : 35 20 : 16  
7. (7.) TSV Bad Königshofen 19 10 0 9 41 : 38 20 : 18  
8. (8.) Post SV Mühlhausen 19 10 0 9 38 : 36 20 : 18  
9. (9.) SV Werder Bremen 19 9 0 10 35 : 41 18 : 20  
10. (10.) TTC Fulda Maberzell 18 5 0 13 27 : 45 10 : 26  
11. (11.) TTC Zugbrücke Grenzau 18 3 0 15 16 : 49 6 : 30  
12. (12.) TTC OE Bad Homburg 19 1 0 18 16 : 56 2 : 36  

TSV Bad Königshofen – TTC OE Bad Homburg (Freitag, 19 Uhr, Shakehands-Arena)

 

ASV Grünwettersbach – TSV Bad Königshofen (Sonntag, 15 Uhr, Tischtennis-Zentrum)

 

Diese vierte Saison in der 1. Bundesliga wird in die Vereinshistorie des TSV Bad Königshofen eingehen als die, in der man so nah wie nie an den Play-off-Plätzen dran war. Oder als jene, in der man es auf den letzten Drücker doch noch schaffte, in diese Endausscheidung der besten Vier um die deutsche Meisterschaft einzuziehen. Auf jeden Fall als die bis dahin beste der vier Runden in der deutschen Elite-Liga. Schlussendlich gehört der TSV zu den zwölf Vereinen in Deutschland, die überhaupt noch Tischtennis spielen durften in dieser Zeit, wenn auch ohne Zuschauer.

Das bislang so gute Abschneiden ist umso erstaunlicher aus zwei Gründen: Erstens, weil man seinen Spitzenspieler Mizuki Oikawa abgeben musste, aus humanitären, sozialen, ja sogar aus familiären Gründen. Gleichwertiger, bezahlbarer Ersatz konnte nicht gefunden werden. Zweitens, weil man zuvor das von allen Gegnern gepriesene beste Publikum der Liga hinter sich wusste, das für den einen oder anderen Punkt immer gut gewesen sein soll.

Jürgen Halbig und seine Prognosen

Was die Kombination mit Oikawa und mit Publikum ergeben hätte, bleibt für immer Spekulation. Nach der unerwarteten Niederlage in Grenzau (2:3) und der erfolgreichen Rückmeldung zwei Tage später gegen Mühlhausen (3:1) ist die Tür zu den Play-offs immer noch einen Spalt offen, wenn auch einen winzigen. Jürgen Halbig, der versierte Hallensprecher in der Shakehands-Arena, selber ehemaliger Bayernliga-Spieler beim TSV, von Berufs wegen (Prokurist in einer Bank) mit scharfen Analysen vertraut, hat so lange in die Glut der Hoffnungen geblasen, bis er wieder ein Feuerchen entfacht hatte.

Drei Teams haben ihren Platz in der Frankfurter Fraport-Arena so gut wie sicher: Düsseldorf ganz, Saarbrücken und Ochsenhausen fast. Fünf haben noch Chancen auf Platz 4. Halbigs Analyse in seiner Mail an das Organisationsteam: „Wenn ich tippen müsste, würde ich auf uns oder Grünwettersbach setzen. Die geringsten Chancen sehe ich für Mühlhausen und Bergneustadt.“

Nun ist das so eine Sache mit Halbig und seinen Prognosen, wenn er das Mikro in der Hand hat in der Arena. Da ist er ein Meister der Stimmungsmache, Positivdenker und Superoptimist. Da benutzt er viel den Wenn-Dann-Konjunktiv, so auch bei seiner Berechnung zur Endphase der TTBL. Grünwettersbach habe die beste Ausgangslage, die wenigsten Minuspunkte, das beste Spielverhältnis, aber ein sehr schweres Restprogramm. Das schwerste habe Mühlhausen, ein leichtes Neu-Ulm mit drei Heimspielen, einem auswärts. Das kann Bad Königshofen am letzten Spieltag aber selber regeln. Ein schweres Restprogramm und das schlechteste Spielverhältnis habe Bergneustadt.

Schwer, aber nicht unmöglich für den TSV Bad Königshofen

Nur noch drei Spiele hat der TSV „und die müssen gewonnen werden, basta.“ Das ist schwer, aber nicht unmöglich und es geht gegen zwei direkte Konkurrenten. Das einzige Team, das es selbst in der Hand hat, ist Grünwettersbach. Das heißt, Steger, Ort, Zeljko und Salifou können/müssen am Sonntag den ersten Strich durch die Rechnung der Karlsruher machen.

Der Druck ist dem TSV nicht bekommen

Wobei diese Halbig?schen Konjunktive den Spielern am besten gar nicht unter die Augen und zu Ohren kommen. Denn der Druck vor Grenzau ist ihnen gar nicht gut bekommen. Während sie sich, als er weg schien, zwei Tage später gegen Mühlhausen wieder in gewohnter Klasse präsentierten. Andererseits betonen sie immer, dass Druck zu ihrer Sportart gehört wie Schläger, Ball und Netz.

Blaues Auge beim Hinspiel in Bad Homburg

Bereits dieses letzte Heimspiel der Saison 20/21 an diesem Freitagabend gegen Bad Homburg wird schwer genug. Man weiß, dass man im Hinspiel (3:2) mit einem blauen Auge davon gekommen ist. Selbst Bastian Steger, der gegen Katsman (19) und Tsuboi (35) jeweils über fünf Sätze gehen musste und gegen Katsman den zweiten und fünften mit 13:11 gewann. Kilian Ort verlor gegen Sipos (20), Salifou gegen Tsuboi und das Doppel Ort/Zeljko holte die Kastanien aus dem Feuer. Diesmal ist mit Maxim Grebnev (19) anstelle von Tsuboi zu rechnen. Die drei Jungspunde mussten mehrere Spiele mit 2:3 abgeben und viel Lehrgeld bezahlen. Doch ihnen gehört die Zukunft. In die Zukunft hat auch Grünwettersbach bereits investiert. Den Pokalsieger 2020 verlässt zwar Dang Qiu Richtung Düsseldorf. Doch Wang Xi (37) bekam einen Vertrag „über unbestimmte Zeit, die er selber bestimmen kann.“ Aus Düsseldorf holte man Ricardo Walther zurück.

Manager Armin Werner band Deni Kozul und Tobias Rasmussen mit längerfristigen Verträgen. Für den ASV wie den TSV geht es am Sonntag vermutlich schon (wieder) um alles oder nichts im Rennen um Play-Off-Platz 4.

Das Restprogramm

Das Restprogramm der fünf Anwärter auf den letzten Play-off-Platz 4:

ASV Grünwettersbach (4., 22:14 Punkte/43:34 Spiele): SV Werder Bremen (a), TSV Bad Königshofen (h), Borussia Düsseldorf (a), Post SV Mühlhausen (h).

TTC Neu-Ulm (5., 20:16/37:35): TTF Ochsenhausen (a), TTC Zugbrücke Grenzau (h), TTC Fulda-Maberzell (h), TSV Bad Königshofen (h).

TTC Schwalbe Bergneustadt (6., 20:16/35:35): Post SV Mühlhausen (a), 1. FC Saarbrücken (h), TTC Zugbrücke Grenzau (a), TTF Ochsenhausen (h).

TSV Bad Königshofen (7., 20:18/41:38): TTC OE Bad Homburg (h), ASV Grünwettersbach (a), Post SV Mühlhausen (a).

Post SV Mühlhausen (8., 20:18/38:36): TTC Schwalbe Bergneustadt (h), Borussia Düsseldorf (a), ASV Grünwettersbach (a). (rd)