FUßBALL: KREISLIGA RHÖN

Den Ball wieder fest im Blick

Fußballer und Fans freuen sich auf das Objekt der Begierde: den Fußball, des Deutschen liebstes Kind. Ab diesem Wochenende rollt der Ball, den hier der Strahlunger Benedikt Bötsch fest im Blick hat, nach der über halbjährigen Corona-bedingten Zwangspause auch im Amateurfußball bi... Foto: Anand Anders

Fußball

Kreisliga Rhön

 

1. (1.) TSV Trappstadt 17 13 2 2 32 : 11 41  
2. (2.) TSV Großbardorf II 19 12 3 4 46 : 23 39  
3. (3.) SV Ramsthal 17 9 6 2 43 : 26 33  
4. (4.) SV Riedenberg 18 9 5 4 38 : 19 32  
5. (5.) FC Rottershausen 18 9 4 5 42 : 29 31  
6. (6.) FC Strahlungen 18 9 3 6 48 : 40 30  
7. (7.) FV Rannungen/Pfändh./Holz. 17 9 2 6 29 : 21 29  
8. (8.) Burgwallbach I/Bad Neustadt 18 8 4 6 28 : 26 28  
9. (9.) Spfr. Herbstadt 18 8 3 7 35 : 28 27  
10. (10.) TSV Steinach 18 5 5 8 33 : 34 20  
11. (11.) TSV Bad Königshofen 18 5 5 8 22 : 40 20  
12. (12.) FC Reichenbach 19 2 9 8 21 : 38 15  
13. (13.) FC Bayern Fladungen 18 3 5 10 23 : 37 14  
14. (14.) SG Oerlenbach/Ebenhausen 19 4 2 13 28 : 67 14  
15. (15.) SG Urspringen-Sondh./Rh. 18 3 4 11 22 : 35 13  
16. (16.) DJK Wülfershausen 18 3 4 11 34 : 50 13  

Samstag, 19. September, 16 Uhr:

SV Burgwallbach I/Bad Neustadt – SG Urspringen-Sondheim/Rhön (4:0)

(in Burgwallbach)

FC Reichenbach – DJK Wülfershausen (1:1)

Sonntag, 20. September, 15 Uhr:

Oerlenbach/Ebenhausen – Steinach (0:6)

(in Ebenhausen)

FC Rottershausen – Spfr. Herbstadt (1:1)

FC Strahlungen – SV Riedenberg (2:4)

TSV Großbardorf II – Bad Königshofen (2:1)

SV Ramsthal – FV Rannungen/Pfändhausen/Holzhausen I (1:3)

Sonntag, 20. September, 15.30 Uhr:

FC Fladungen – TSV Trappstadt (0:1)

 

Zwischen 17 und 19 Spiele haben die 16 Teams der Kreisliga Rhön bis zur Winterpause und Corona-bedingten Unterbrechung im März absolviert. Was besonders an der Tabellenspitze ein diffuses Bild ergibt. Der Dominator bis dahin war der TSV Trappstadt (41), dessen Vorsprung an der Spitze nach dem letzten Spieltag zwei Punkte vor dem TSV Großbardorf II (39) betrug. Allerdings haben die Trappschter zwei Spiele weniger ausgetragen. Doch welches Szenario ist da vorne noch möglich? Es wäre nicht das erste Mal, dass Mannschaften besonders gut bzw. schlecht aus der Winterpause gekommen wären. Und dann erst nach einer Pause von zehn (!) Monaten. In denen Spieler kamen und gingen, Verletzungen auskuriert wurden oder neue hinzu gekommen sind. Auf drei Trainerbänken nimmt ein neuer Coach Platz: In Fladungen Martin Faulstich für Matthias Stumpf, in Wülfershausen Christoph Then für Rudi Koob und in Burgwallbach Frank Geßner für Alexander Leicht. Im Tabellenkeller geht es noch viel enger zu. Fünf Mannschaften sind dem aktuellen Stand der Dinge nach besonders gefährdet, die Liga verlassen zu müssen.

SV Burgwallbach I/Bad Neustadt

Beim SV Burgwallbach I/Bad Neustadt hatte Alexander Leicht sehr frühzeitig seinen Abschied zur Winterpause angekündigt, so dass die Vorstandschaft mit Marcel Mölter an der Spitze und Abteilungsleiter Benedikt Floth die Fühler ausstrecken konnte. Nach Beendigung der Hallensaison übernahm Frank Geßner. Die Zusammenarbeit gelte zunächst für die Rückrunde, hieß es damals. Er kennt den SVB von klein auf. Wann musste jemals ein Trainer so lange auf seinen ersten Punktspiel-Einsatz warten. Philipp Fischer aus der eigenen Jugend (Geßner: „ein junger, dynamischer Torwart, sehr gut in den Testspielen“) und Sven Eisele sind inzwischen zum Kader gestoßen, gegangen ist keiner. Geßner ist mit den Ergebnissen und Leistungen in den Testspielen zufrieden. „Leider hat sich Hannes Weikard in einem Vorbereitungsspiel eine schwere Verletzung zugezogen. Wir hoffen, dass er bald wieder gesund wird.“

Der Schwerpunkt liegt auf der Kreisliga. „Da wollen wir oben mitspielen.“ Allerdings schielt man auch nach dem Ligapokal. „Zunächst die Spiele der Gruppenphase gewinnen und dann schauen, wie es weiter geht“, heißt die Devise. Mit einem Heimsieg zum Auftakt könnte man sich den nötigen Rückenwind verschaffen.

SG Urspringen-Sondheim/Rhön

Die SG Urspringen/Sondheim/Rh. kämpft auch in ihrer zweiten Kreisliga-Saison um den Klassenerhalt. Was in der vergangenen Runde auf dem Relegationsplatz 13 mit 26 Punkten und in der Relegation gut endete, setzte sich auch in dieser fort. Nach 18 Spieltagen steht die Mannschaft von Spielertrainer Markus Herbert mit 13 Punkten auf dem direkten Abstiegsplatz 15. Die Abstände bis auf Platz 12 sind marginal. In diesem Rhön-Derby drüben in Burgwallbach geht es natürlich gleich zur Sache. Für die Gäste erschwert jede weitere Niederlage die Aufgabe, während man mit einem Sieg in der Tabelle bereits einen großen Sprung machen könnte.

DJK Wülfershausen

Beim Schlusslicht DJK Wülfershausen haben mit Steffen Englert und Oliver Balling zwei etablierte Spieler die Corona-Pause genutzt, um ihre Laufbahn zu beenden. Auch die Trainer-Ikone Rudi Koob hat die Kommandobrücke verlassen und das Steuerrad an Christoph Then übergeben. Then kommt von der SG Haard/Nüdlingen und hat die nicht leichte, aber machbare Aufgabe übernommen, das DJK-Schiff so schnell wie möglich in sichere Gewässer zu bringen und die Liga zu erhalten. Mit Kai Will ergänzt ein Spieler aus der eigenen Jugend seinen Kader. In dem immerhin mit Patrick Warmuth der Top-Torjäger der Kreisliga Rhön steht.  Für den Klassenerhalt gibt es mehrere Optionen: Die Rettung auf einem Nichtabstiegsplatz ist zwei Punkte entfernt, der Relegationsplatz einen. Schließlich wäre da noch der Ligapokal, über den man nicht nur aufsteigen, sondern auch den Klassenerhalt schaffen kann. Nach dem Spiel in Reichenbach (12./15) kann der Sieger ein bisschen durchatmen.

Sportfreunde Herbstadt

Bei den Sportfreunden Herbstadt ist seit dem letzten Spiel, dem 4:0-Sieg in Ramsthal, personell alles beim alten geblieben. Die Mannschaft von Trainer Martin Naber hat sich, nachdem in der Vorsaison der Aufstieg knapp verpasst wurde, auf dem Mittelfeldplatz 9 mit 27 Punkten eine wenig aufregende Position erarbeitet. Die Vorbereitung mit all ihren Unwägbarkeiten lief, so Naber, „unter diesen Umständen relativ gut. Es war aber auch eine Frage der Motivation, die Ergebnisse waren ausbaufähig.“ Schwierig sieht er die Situation im Niemandsland der Tabelle. „Wir wollen vor allem besseren Fußball spielen als in der Vorrunde, nicht mehr unten rein rutschen und im Ligapokal die Gruppenphase überstehen.“

Naber bedauert, „dass wir jetzt, wo?s losgeht, viele verletzte und angeschlagene Spieler haben. Gerade Tom Bauer war auf einem guten Weg und hat sich eine schwere Knöchelverletzung zugezogen.“ Urlaub und Verletzungen hätten dazu geführt, dass „die Fitness der Mannschaft im Vergleich zur Winterpause zu wünschen übrig lässt.“ In Rottershausen erwartet Naber eine schwere Aufgabe, zumal „ich mir nicht sicher bin, wo wir stehen.“

FC Strahlungen

Der FC Strahlungen hat in der zweiten Saison nach dem Abstieg aus der Bezirksliga einen gar nicht so uninteressanten Tabellenplatz 6 vor dem allgemeinen Fußball-Lockdown erzielt. Damit hat das Team von Trainer Oliver Schönwiesner zu den Sorgen-Plätzen den Rücken frei. Das muss nicht zwangsläufig demotivieren. Zudem spricht die Mentalität der Strahlunger Spieler und Mannschaft dafür, dass sie gewinnen wollen, wann immer es möglich ist. Allerdings hat man durch David Noacks Abgang (zum TSV Aubstadt) einen Spieler verloren, der Tempofußball liebt und kann. Gekommen sind Felix Hochrein (TSV Großbardorf U 19) und Simon Trägner (FC Reichenbach).

Schönwiesner sieht seinen vornehmlichen Auftrag für die restlichen zwölf Spiele in der Liga und im Ligapokal darin, „die Nachwuchsspieler an die Kreisliga heranzuführen, damit sie dort Fuß fassen können.“ Der sportliche Leiter Tobias Schneider meint zum Ligapokal: „Hier möchten wir so weit kommen wie möglich. Ein Pokal ist immer etwas Besonderes, zumal dem Sieger mit dem Aufstiegsplatz eine besondere Prämie winkt.“ Mit dem SV Riedenberg (4./32) kommt im ersten Spiel ein Kollege des Verfolger-Felds.

TSV Großbardorf II

Beim TSV Großbardorf II hat sich in der längsten Pause der Amateurfußball-Geschichte das Personal-Roulette in ähnlicher Weise gedreht wie es sonst in jeder Sommerpause der Fall ist beim Bayernliga-Verein. Das bedeutet für die Boardfer Zweite in erster Linie Abgänge von in der Jugend ausgebildeten jungen Spielern und Zugänge aus der eigenen U 19. Langfristige Planungen wie in anderen Vereinen gibt es nicht für den jeweiligen Trainer des TSV Großbardorf II, außer dem Langzeit-Ziel: Den jungen Spielern, die man selber ausgebildet hat, möglichst hochklassig eine attraktive Plattform geben und sie an das Niveau der Ersten heranführen.

Vom bisherigen Kader hat Jochen Schöppner eine Pause eingelegt, während Sergiu Nistor den Club mit unbekanntem Ziel verlassen hat. Neu an der Unterhofer Straße sind Nicolas Feder, Alexander Beck, Julius Albert und Diego Rosero, alle aus der eigenen Jugend. Erklärtes Ziel ist der Aufstieg in die Bezirksliga, über die Kreisliga oder über den Ligapokal. Das Zeug dazu hätte der Kader von Trainer Markus Bach.

TSV Bad Königshofen

Vom Derby-Gegner diesen Sonntag TSV Bad Königshofen sind solche Ziele nicht zu hören. Fast alle Spieler und die beiden Trainer Bernd Knahn und Florian Zirkelbach setzen ihre Zusage um, diese Saison, auch wenn sie auf zwei Jahre aufgeteilt wurde, gemeinsam durchzuziehen. Nur mit Ferdinand Heusinger hat sich ein ganz wichtiger Spieler wegen seiner Verletzungsanfälligkeit vom Fußball zunächst einmal verabschiedet. Patrice Wüscher und Franz Schmitt stehen auf Grund ihrer beruflichen Situation (weit auswärts) nur noch sehr eingeschränkt zur Verfügung. Alle drei waren einmal unverzichtbare, tragende Säulen von TSV-Mannschaften.

Knahn ließ sich von den Testspiel-Ergebnissen nicht beirren, am allerwenigsten von den Lektionen in Herpf (0:4, Landesklasse Thüringen) und Dampfach (0:5, Bezirksliga). „Wenn man solche Spiele richtig verarbeitet, kann man nur lernen. Das ist nun mal meine Philosophie und so habe ich es auch der Mannschaft gesagt. Wir hoffen, sie insgesamt zu stabilisieren und nach und nach auf diesem Weg der Weiterentwicklung junger Spieler die nötigen Punkte für den Klassenerhalt einfahren. Das wäre, auch wenn?s schwierig wird, von unseren Möglichkeiten her betrachtet ein toller Erfolg und die Basis für wieder etwas einfachere Jahre beim TSV.“

FC Bayern Fladungen

Beim FC Bayern Fladungen steht in den restlichen zwölf Spielen „der Fokus ganz auf Klassenerhalt.“ Dieser Satz stand bereits am 28. März in dieser Zeitung vor dem Hintergrund, dass man sogar zu einem im Profifußball üblichen Mittel gegriffen hatte. Man trennte sich von Trainer Matthias Stumpf, der seit 2018 Fladunger war. Ihm waren in fast allen 18 Spielen die Hände gebunden ob der misslichen Personal-Situation. Wegen Verletzungen und beruflicher Unabkömmlichkeit von Spielern war er immer auf der Suche nach Kompromissen. Damals hatte sich Martin Faulstich bereit erklärt, falls weiter gespielt werde, bis zum Saisonende zu übernehmen. Das findet nun im besten Fall ein Jahr später statt: Ohne Torhüter Ronny Selbmann, der zur SG Brendlorenzen/Windshausen wechselte, aber mit Joshua Klipp, Luke Kraus und Simon Köhler aus der eigenen Jugend, die bei der JFG Oberes Streutal spielen. So viel die beiden Kontrahenten dieses Spieltags (Tabellenführer Trappstadt ist in Fladungen zu Gast) auch trennt, so sehr verbindet sie, dass es zwischen ihnen immer hautenge Spielausgänge gab, bei denen nicht unbedingt der Bessere gewann.

TSV Trappstadt

Der TSV Trappstadt stand in seiner 92-jährigen Vereinsgeschichte sportlich noch nie so gut da wie heute. Wenn es denn überhaupt im Fußball Gewinner von Corona gibt, dann war einer von ihnen Trainer Martin Beck und seine Mannschaft. Beim letzten ausgetragenen Punktspiel daheim gegen Reichenbach (1:1) fehlten mit Daniel Werner, Sebastian Schirling, Lukas Häpp und Sebastian Wagner vier absolute Leistungsträger. Häpp und Wagner fehlen weiterhin. „Sie vermissen wir schmerzlich.“ Werner und Schirling sind inzwischen wieder fit. Darüber und über vier neue Jugendspieler in seinem Kader freut sich Beck. Niklas Bauer kam aus Großbardorf zu seinem Heimatverein, Johannes Benkert und Lukas Stahl aus Aubstadt und Elias Werner aus Bad Königshofen. Benedikt Appler pausiert berufsbedingt noch.

„Wie bei Jugendspielern üblich, müssen sie sich erst mal an das Tempo und die Intensität im Herrenbereich gewöhnen“, betont Martin Beck. „Aber sie sind alle sehr engagiert und zeigen dies auch im Training.“ Die Vorbereitung hingegen sei sehr holprig verlaufen. „Zwar hatten wir teils höherklassige Gegner. Aber wir wissen jetzt auch, dass wir uns noch kräftig steigern müssen.“ Durch Tabellenplatz 1 sei bei einigen im Umfeld die Erwartungshaltung gestiegen. „Natürlich wollen wir versuchen, den Platz so lange wie möglich zu verteidigen. Daher liegt der Fokus auf der Runde.“