TISCHTENNIS: BUNDESLIGA

Dem Frust folgt die geforderte Reaktion

Auf Bastian Steger konnte sich der TSV Bad Königshofen einmal mehr verlassen. Sowohl in Grenzau als auch gegen den Post SV Mühlhausen gewann er jeweils beide Einzel. Foto: Rudi Dümpert

Tischtennis

Bundesliga Männer

 

TSV Bad Königshofen – Post SV Mühlhausen 3:1  
TTC Fulda Maberzell – TTC Zugbrücke Grenzau 2:3  
TTC OE Bad Homburg – TTC Schw. Bergneustadt 0:3  
SV Werder Bremen – 1. FC Saarbrücken 0:3  
ASV Grünwettersbach – TTF Ochsenhausen 1:3  
Borussia Düsseldorf – TTC Neu-Ulm 3:1  

 

1. (1.) Borussia Düsseldorf 18 16 0 2 50 : 13 32 : 4  
2. (2.) 1. FC Saarbrücken 18 12 0 6 46 : 21 24 : 12  
3. (3.) TTF Ochsenhausen 18 12 0 6 44 : 29 24 : 12  
4. (4.) ASV Grünwettersbach 18 11 0 7 43 : 34 22 : 14  
5. (5.) Post SV Mühlhausen 18 10 0 8 37 : 33 20 : 16  
6. (6.) TTC Neu-Ulm 18 10 0 8 37 : 35 20 : 16  
7. (7.) TTC Schw. Bergneustadt 18 10 0 8 35 : 35 20 : 16  
8. (8.) TSV Bad Königshofen 19 10 0 9 41 : 38 20 : 18  
9. (9.) SV Werder Bremen 19 9 0 10 35 : 41 18 : 20  
10. (10.) TTC Fulda Maberzell 18 5 0 13 27 : 45 10 : 26  
11. (11.) TTC Zugbrücke Grenzau 18 3 0 15 16 : 49 6 : 30  
12. (12.) TTC OE Bad Homburg 18 1 0 17 15 : 53 2 : 34  
   
Die nächsten Spiele, Dienstag, 9. Februar, 19 Uhr: TTC OE Bad Homburg – TTF Ochsenhausen, Sonntag, 14. Februar, 15 Uhr: Post SV Mühlhausen – 1. FC Saarbrücken, Freitag, 19. Februar, 19 Uhr: TTF Ochsenhausen – TTC Neu-Ulm, 1. FC Saarbrücken – TTC Fulda Maberzell, TTC Zugbrücke Grenzau – Borussia Düsseldorf, SV Werder Bremen – ASV Grünwettersbach, Post SV Mühlhausen – TTC Schw. Bergneustadt, TSV Bad Königshofen – TTC OE Bad Homburg, Sonntag, 21. Februar, 15 Uhr: TTC Fulda Maberzell – TTF Ochsenhausen, TTC OE Bad Homburg – SV Werder Bremen, ASV Grünwettersbach – TSV Bad Königshofen, Borussia Düsseldorf – Post SV Mühlhausen, TTC Neu-Ulm – TTC Zugbrücke Grenzau, TTC Schw. Bergneustadt – 1. FC Saarbrücken

 

„Ich erwarte eine Reaktion der Mannschaft“, hatte TSV-Manager Andy Albert vor dem fränkisch-thüringischen Derby zwischen dem TSV Bad Königshofen und dem Post SV Mühlhausen gefordert und machte diese nicht an Sieg oder Niederlage fest, sondern der Art der Präsentation. „Niemand soll damit rechnen, dass wir die Saison abgeschrieben haben. Wir haben noch genug Ziele.“ Als Filip Zeljko nach Bastian Stegers Auftaktsieg gegen den Doppel-Vizeweltmeister Ovidiu Ionescu die 2:0-Führung verpasst und ein heroisches Match gegen den Vize-Europameister Daniel Habesohn im fünften Satz mit 9:11 verloren hatte, genau da sagte Albert: „Siehst du, das hatte ich gemeint. Wenn man so spielt und kämpft, darf man, wenn?s auch noch so weh tut, auch verlieren.“

Steger lässt sich wieder einmal nicht aus der Ruhe bringen

Zeljkos Leistung und die Siege von Bastian Steger (2) und Kilian Ort ergaben die geschlossene Team-Leistung. Wobei Stegers Gala-Form, sein 21. und 22. Saison-Sieg, dafür sorgte, dass man nicht in das Schlussdoppel gegen das vielleicht beste der Liga musste. Bereits drei Minuten vor drei 15 Uhr ging es am Sonntag los, als könnten sie es nicht erwarten. Und die beiden Haudegen Bastian Steger und Ovidiu Ionescu liefen gleich im ersten Satz heiß. Wobei Steger nach 9:10-Rückstand erneut den Beweis lieferte, dass er der Mann für solche Spielstände ist. Zum 15:13 verwandelte er nach zwei abgewehrten seinen dritten Satzball. Auch im zweiten Durchgang hatte er die Situation jederzeit im Griff, musste den frischgebackenen (siebenfachen) rumänischen Meister Ionescu herankommen lassen. Den vierten spielte er sicher (11:4) nach Hause.

So dass Hallensprecher Jürgen Halbig Stegers Zuverlässigkeit mit jenem VW-Käfer verglich, dem im Werbespot bescheinigt wurde, dass „er läuft und läuft und läuft.“ Dem 39-Jährigen attestierte er: „Er liefert und liefert und liefert.“ Es war in der Tat seit dem Hinrundenspiel in Mühlhausen in den letzten 19 Einzeln sein 16. Sieg. Verloren hat er da nur gegen Timo Boll, Vizeweltmeister Mattias Falck und den Chinesen Shang Kun – die drei Stärksten der Liga.

Danach blieb es Filip Zeljko um zwei winzige Bälle verwehrt, gegen den Österreicher Habesohn (je zwei Mal Gold und Silber bei der EM) seiner Mannschaft den Weg zum Sieg zu ebnen. Besonders im dritten Satz zündete der „Speed-King aus Zagreb“ ein Tischtennis-Feuerwerk. Im ersten und vierten Satz offenbarte er aber auch eine spezielle Schwäche. Nach 4:0 machte er nur noch einen Punkt beim 5:11, ebenso nach 6:4 beim 7:11. Im fünften Satz trieben es die beiden, die von ihrer Art zu spielen so gut zusammenpassen, von der Spannung her auf die Spitze. Mit 11:9 setzte sich Habesohns größere Erfahrung noch einmal durch. Mit seinem 15. Saisonsieg glich er zum 1:1 aus.

Kilian Ort zeigt eine beeindruckende Reaktion

Nun galt es für Kilian Ort, der selbst sein größter Kritiker ist und sich unter Druck setzt, gegen den Nationalmannschaftskollegen Steffen Mengel zu gewinnen. Ferner galt es, sich vom Selbstvertrauen her aus dem Loch von Grenzau heraus zu ziehen. So viel vorweg: Ort löste die Aufgabe mit Bravour und ließ sich auch nicht beirren, als er den ersten Satz, in dem er ständig geführt hatte, noch mit 9:11 abgeben musste. Vielleicht versuchte er es hier noch mit etwas zu viel Gewalt in seinen Schlägen. Dann rief er all seine Tugenden ab, die ihn so weit nach oben in die deutsche Spitze gebracht haben: Hoch konzentriert, höchst motiviert, den Kopf einschaltend, vielleicht nicht mehr in jeden Vorhand-Schuss die maximale Kraft, sondern eher nach dem Motto, „Platzieren hat auch seinen Wert und geht vor Dauer-full-power.“ 11:5 im dritten und 11:9 im vierten Satz, und sein Urschrei und die Ort-Faust ließen erahnen, wie wichtig ihm dieser Sieg war.

Nun gab es also noch zwei Optionen auf den Sieg: Steger gegen Habesohn im Einser-Einzel oder das Schlussdoppel, das man Ort/Zeljko (gegen Ionescu/Jancarik) ersparen wollte. Die zwei Gesichter des Tischtennis und von Bastian Steger gab es im ersten Satz zu sehen, in dem der Bad Königshöfer 6:2 in Führung ging und dann nur noch einen Punkt holte. Kein Grund, den Schläger ins Korn zu werfen bei seiner mentalen Stärke, die er besonders bei 10:10 auszupacken versteht. Bis dahin musste er aber erst ein 8:10 aufholen, doch bei 14:12 war sie wieder da. Den dritten Durchgang zog er vergleichsweise souverän durch - 11:8. Doch im vierten muss der Post-Trainer Erik Schreyer im Timeout (bei 5:4 für Steger) wieder einmal Wundersames aus dem Taktik- oder Psycho-Koffer geholt haben – 8:11.

Spannung bis zum letzten Ball im Einser-Einzel

Im fünften Satz stand die Partie bei ständiger knapper Führung für Steger bis 7:7 auf der Kippe. Dann löste er sich zum 10:7 und verwandelte den dritten Satzball zum 11:9. Dass man hiermit nicht Play-Off-Kandidat geworden war, sondern nur Spielverderber für Mühlhausen, lag an Grenzau und am Definieren neuer Ziele.

Die Statistik des Spiels

Tischtennis: Bundesliga

TSV Bad Königshofen – Post SV Mühlhausen 3:1

Bastian Steger – Ovidiu Ionescu 3:1 (15:13, 11:6, 5:11, 11:4)

Filip Zeljko – Daniel Habesohn 2:3 (5:11, 11:9, 11:6, 7:11, 9:11)

Kilian Ort – Steffen Mengel 3:1 (9:11, 11:8, 11:5, 11:9)

Steger – Habesohn 3:2 (7:11, 14:12, 11:8, 8:11, 11:9)