Fußball: Regionalliga Bayern

Aubstadt verliert gegen abgezockte Bayreuther

Ingo Feser (im Bild) hatte beim Gastspiel in Bayreuth das 1:0 auf dem Fuß, doch sein Freistoß landete nur an der Latte. Am Ende durften dann die Bayreuther jubeln. Foto: Michael Hilpert

Selbstbewusst und optimistisch hatte sich Aubstadts Trainer Victor Kleinhenz vor dem Gastspiel in der Regionalliga Bayern bei der SpVgg Bayreuth gezeigt: "Ich glaube, dass wir bereit sind, einen Großen zu schlagen." Die Chancen dazu hatten die Grabfelder in einer intensiven Partie durchaus - vor allem am Ende der ersten Halbzeit. "Da haben wir uns drei gute Gelegenheiten herausgespielt, aber nichts daraus gemacht. Wenn du solche Chancen liegen lässt, kannst du gegen eine Spitzenmannschaft wie Bayreuth am Ende nicht gewinnen", sagte Kleinhenz unmittelbar nach der Partie. Letztlich setzte sich dann also doch mal wieder die Abgezocktheit der Oberfranken durch, die nach dem Seitenwechsel ihre erste Chance nutzten und durch den 2:0-Erfolg wieder an die Tabellenspitze springen.

Drei Veränderungen in der Aubstädter Startelf

Mit einer leicht veränderten Startformation wollte Victor Kleinhenz gegen die Oberfranken nach dem furiosen 3:3-Unentschieden beim FC Bayern München II eine weitere Überraschung schaffen. So rückte Christian Köttler für Tim Hüttl in die Innenverteidigung und auch Aubstadts bester Torschütze Patrick Hofmann bekam eine Pause, er wurde durch Timo Pitter ersetzt. Weniger überraschend war da schon die Rückkehr von Kapitän Ben Müller, der beim Gastspiel im Grünwalder Stadion noch Gelb-gesperrt gefehlt hatte. An der gewohnten taktischen Ausrichtung änderte sich jedoch nichts, was die Bayreuther vor einige Problem stellte. "In der ersten Halbzeit konnten wir das eine oder andere umsetzten, was wir uns vorgenommen haben", lobte Kleinhenz.

Gegen die dicht gestaffelte TSV-Formation fanden die Oberfranken zunächst nämlich überhaupt keine Mittel. Da sich auch die Grabfelder auf die Defensive beschränkten, entwickelte sich ein äußerst zähes Spiel ohne wirkliche Torraumszenen. "Ich habe die Aubstädter beim Spiel in München gesehen. Wir hatten Respekt vor ihrem Umschaltspiel und standen daher zunächst etwas tiefer", sagt Bayreuths Trainer Timo Rost. Wenig überraschend, dass zwei Standardsituationen erstmals für Gefahr sorgten. Auf Bayreuther Seite probierte es Steffen Eder mit einem harten Schuss aus 17 Metern in die Torwartecke. TSV-Keeper Lukas Wenzel ging auf Nummer sicher und fauste den Ball weg. Gefährlicher war der Freistoß der Gäste nach 38 Minuten. Ingo Feser zog aus 25 Metern ab und der Ball klatschte an die Latte. SpVgg-Keeper Sebastian Kolbe wäre da machtlos gewesen.

Aubstadt drückt kurz vor der Pause auf das 1:0

Dieser Lattenknaller war dann so etwas wie der Weckruf für die Aubstädter, die nun immer mutiger wurden und noch vor der Pause zu weiteren Chancen kamen. Nur wenige Sekunden nach Fesers Freistoß erreichte eine flache Hereingabe Timo Pitter, der aber so überrascht war, dass er den Ball freistehend neben das Tor setzte. Ähnlich gut war zwei Minuten vor der Halbzeitpause die Gelegenheit von Joshua Endres, der aus spitzem Winkel abzog und am klasse reagierenden Kolbe scheiterte. "Wenn wir vor der Pause das 0:1 kassieren, dürfen wir uns nicht beschweren", gab Rost zu.

Seine Mannschaft wurde nach dem Seitenwechsel dann allerdings mutiger und lief nun auch höher an. Aubstadt kam dadurch nur noch selten zu einem geordneten Spielaufbau, doch auch die Oberfranken blieben offensiv weiterhin blass. Bis zur 70. Minute: Eine Flanke von Nicolas Andermatt landete beim aufgerückten Innenverteidiger Steffen Eder, der mit einem platzierten Kopfball das 1:0 erzielte. "Das Gegentor ärgert mich schon, denn es fiel nach einem alt bekannten Muster", kritisierte Kleinhenz. Zwar blieben den Gästen noch 20 Minuten für eine Wende, gegen die kompakt verteidigenden Oberfranken fanden sie aber kaum ein Mittel.

Bayreuths gefürchtete Umschaltspiel bringt die Entscheidung

Aubstadt warf zwar noch einmal alles nach vorne, wirklich durchdacht waren die Aktionen aber nicht. Und so bekamen die Bayreuther immer mehr Platz für ihr gefürchtetes Umschaltspiel. Ein Konter war letztlich auch der Ausgangspunkt für das 2:0. Steffen Behr und Ben Müller nahmen Tobias Stockinger in die Zange und verursachten einen Foulelfmeter, den Edwin Schwarz souverän zum 2:0 verwandelte. "Wir wussten, dass wir Geduld brauchen würden. Mit der zweiten Halbzeit bin ich daher sehr zufrieden", sagte Rost. Victor Kleinhenz sprach zwar von einer unglücklichen Niederlage. "Wie abgezockt Bayreuth war, muss für uns ein Vorbild sein." Dann klappt es vielleicht doch einmal mit einem Sieg gegen einen Großen - vielleicht schon am nächsten Samstag im Derby gegen den FC Schweinfurt 05.

Die Statistik des Spiels

Fußball: Regionalliga Bayern
SpVgg Bayreuth - TSV Aubstadt   2:0 (0:0)
Bayreuth: Kolbe - Steininger (24. Götz), Schwarz, Eder, Lippert - Nollenberger (90.+1 Chrubasik), Kirsch (89. Makarenko), Andermatt, Knezevic - Ziereis (77. T. Weber), Kaymaz (84. Stockinger).
Aubstadt: Wenzel - Langhans (61. Heinze), Köttler, Behr, Feser - Volkmuth (76. Bieber), Müller - Pitter (70. Hofmann), Trunk (65. Harlaß), Endres - Dellinger.
Schiedsrichter: Maximilian Riedel (Horgau).
Zuschauer: 825.
Tore: 1:0 Steffen Eder (69.), 2:0 Edwin Schwarz (88., Foulelfmeter).
Gelb: Stockinger - Langhans, Dellinger.