TISCHTENNIS:

Bezirksverantwortliche plädieren für eine sportliche Lösung

In einem auf der Homepage des Bayerischen Tischtennis-Verbands (BTTV) veröffentlichten Interview hat Gunther Czepera, der Vizepräsident Sport des BTTV, aufgezeigt, wie es nach dem Abbruch der Saison hinsichtlich Auf- und Abstieg im Mannschaftssport weitergehen könnte. „Wir streben eine bundesweit einheitliche Lösung an. Ich habe bei den Sportwarten in den Bezirken ein Meinungsbild abgefragt. Unsere Empfehlung werde ich dann dem DTTB weitergeben, der wiederum die anderen Landesverbände befragt. Egal wie letztlich die Entscheidung ausfällt, es wird Härtefälle geben“, sagt Czepera.

Es gibt mehrere Möglichkeiten

Man beschäftige sich mit mehreren Möglichkeiten. So könnte man die Wertung anhand der aktuellen Tabellenstände vornehmen oder nach dem Abschluss der Hinrunde. Außerdem sei denkbar, das Spieljahr komplett zu annullieren. „Es gibt Personen, die schon vorgeschlagen haben, die restlichen Spiele ,virtuell' zu berechnen“, sagt Czepera. Bis eine Entscheidung falle, werde es aber noch dauern. „Uns ist wichtig, dass die Entscheidung von allen in Tischtennis-Deutschland mitgetragen wird.“ Im Einzelsport-Betrieb werde es auch viele offene Fragen geben, so Czepera.

Für den Bezirk Unterfranken-Nord antworteten Vorsitzender Alfred Glos, Sportwart Reiner Hülbig und Heiko Menzel, der Fachwart Mannschaftssport, auf Czeperas Anfrage. Sie schrieben ihm: „Wir denken, dass zunächst die Frage beantwortet werden soll: Will man die sportlichen Leistungen in der Spielsaison 2019/2020 in irgendeiner Weise anerkennen oder nicht?“ Wenn ja, „dann muss verbandsübergreifend eine Lösung gesucht werden. Wenn nein, wäre die Annullierung der Saison der richtige Schritt.“ Die Klubs und Teams müssten bei ihrer Meldung für die kommende Saison die Möglichkeit haben, ihre Aufstiegsbereitschaft zu vermerken. Ein Abstieg müsse möglich sein.

„Wir sind für die sportliche Lösung“, signalisieren Glos, Hülbig und Menzel. Das hieße: „Wir nehmen die aktuelle Tabelle jeder einzelnen Liga und wägen ab. Dies hat unter Umständen zur Folge, dass die Sollstärke einer Liga überschritten wird. Die Bezirke sollten bei den Ligen in ihrem Bezirksbereich freien Handlungsspielraum erhalten.“

Altersstruktur sprach für Abbruch

Der BTTV hatte wegen der Corona-Pandemie den Spielbetrieb beendet. Im Gegensatz zu den anderen Landesverbänden, die ihn unterbrochen hatten. „In vier Wochen würden wir vor den gleichen Problemen stehen, falls es dann überhaupt weitergehen kann“, sagt Czepera. Neben spieltechnischen Argumenten, die für diese Entscheidung sprechen, führt er die Altersstruktur der Tischtennisspieler an: „Wir haben viele Seniorinnen und Senioren, die zur Risikogruppe gehören. Da kann man doch in vier Wochen nicht einfach zur Tagesordnung übergehen.“ Die Pandemie werde die Gesellschaft und den Sport noch lange beschäftigen, sagt Czepera. „Möglicherweise bis zur neuen Saison, die hoffentlich stattfinden kann. Wir werden uns an der Politik und den Medizinern orientieren.“ (dr)