KEGELN:

Drei-Stufen-Plan für die Bundesligen

Axel Tüchert Foto: Günter Madrenas

Die Verantwortlichen des Deutschen Keglerbund Classic (DKBC) haben einen Drei-Stufen-Plan aufgestellt, wie es in den Bundesligen der Männer und Frauen weitergehen könnte. Falls es weitergehen kann. Vergangene Woche war der Spielbetrieb in den Bundesligen wegen des sich ausbreitenden Coronavirus vorläufig eingestellt worden. Aus Rhön-Grabfeld spielen die Frauen von Unter Uns Bad Neustadt und die Männer des TSV Großbardorf jeweils in einer Staffel der 2. Bundesliga.

Gesundheit steht im Vordergrund

In einer Mitteilung an die Bundesligisten schreiben DKBC-Präsident Franz Schumacher und Sportdirektor Harald Seitz, dass allen Überlegungen zu Grunde liege, dass die Gesundheit aller Sportler im Vordergrund stehe und dass behördliche Anordnung und Empfehlungen „ohne Wenn und Aber“ umgesetzt würden. Plan A und Plan B sehen eine Fortsetzung der Bundesliga-Saison zu jeweils anderen Daten vor. Angesetzt würden dann die letzten beiden Spieltage sowie die Aufstiegsspiele der Zweitliga-Staffelsieger zur Bundesliga. Sollten aber bis einschließlich 8. Mai „behördliche Auflagen die Nutzung von Sportstätten weiterhin untersagen“, so würde Plan C greifen, die Saison abgebrochen und alle aktuellen Zweitliga-Tabellenführer in die Bundesliga aufsteigen.

Tüchert glaubt an Saisonabbruch

Axel Tüchert, der Trainer des TSV Großbardorf, kann sich schwer vorstellen, dass die Saison zu Ende gespielt wird. Schon allein deshalb, weil in den unterschiedlichen Bundesländern die Kegelbahnen derzeit unterschiedlich lang gesperrt sind. „Und selbst wenn wir wieder anfangen, würde es schwierig, nach wochenlanger Pause von Null auf Hundert hochzufahren.“ Der TSV Großbardorf ist Zweiter der Staffel Nord/Mitte, einen Punkt hinter der TSG Kaiserslautern. Die Mannschaften würden am letzten Spieltag in Kaiserslautern gegeneinander spielen. „Bei uns denken nur wenige ans Kegeln“, sagt Tüchert, „in unserer Whatsapp-Gruppe hat es kaum Resonanz auf den Drei-Stufen-Plan gegeben. Es gibt derzeit andere Dinge, über die man nachdenken sollte.“ Dennoch wäre es aus Tücherts Sicht „schade“ für sein Team, wenn die Saison abgebrochen würde. „Weil es im letzten Vierteljahr gut drauf war und viel dafür getan hat“, um Kaiserslautern auf den Fersen zu bleiben. Zuletzt hatte Großbardorf sieben Spiele in Folge gewonnen.

Rückt Unter Uns nach?

Kathrin Klose, die Mannschaftsführerin von Unter Uns Bad Neustadt, findet, dass es „grundsätzlich nur richtig und vernünftig“ war, den Spielbetrieb zunächst einzustellen. Sie hält Plan C – also den Abbruch der Saison – für die wahrscheinlichste Variante, „wenn man sich die Corona-Situation im Land ansieht“. In der nächsten Spielzeit wird es statt vier Zweitliga-Staffeln nur noch drei geben. Geplant ist, auch bei den Männern, dass die Ligen von zehn auf zwölf Teams pro Staffel aufgestockt werden. Momentan ist Unter Uns in der Liste der möglichen Nachrücker auf dem zweiten Rang geführt. Drei Landesverbände haben schon signalisiert, keinen Aufsteiger in die 2. Bundesliga zu melden. „Als Wackelkandidat hat man lange Zeit keine Planungssicherheit für die neue Saison“, sagt Klose. „Die neue 2. Bundesliga Mitte wäre definitiv sehr anspruchsvoll mit zwölf Teams und hätte auch deutlich weitere Fahrtstrecken zur Folge.“ (dr)