HANDBALL: 3. LIGA MITTE

HSC-Trainer Frank Ihl: „Grausame Leistung“

Handball

3. Liga Männer Mitte

TV Kirchzell – HSC Bad Neustadt 29:18 (16:7). Die Rotmilane des HSC Bad Neustadt kann in Sachen Klassenerhalt wohl nur ein Wunder retten. „Auf das wir aber nicht bauen sollten. Wir müssen in den letzten Saisonpartien trotz immer schwieriger werdender Ausgangslage weiter versuchen, den Kopf aus der Schlinge zu ziehen“, erklärte ein maßlos enttäuschter HSC-Coach Frank Ihl nach einer schlaflosen Nacht. Tags zuvor war das Kellerduell beim TV Kirchzell zu einem Debakel geworden, die Odenwälder hatten deutlich 29:18 (16:7) gewonnen.

Beim HSC ging in der Offensive über 60 Minuten nur wenig zusammen, lediglich die Defensivarbeit stimmte. Zumindest in der ersten Viertelstunde. Denn auch die Gastgeber waren da noch vom Fehler-Virus befallen. Die Ihl-Schützlinge hielten bis zum 5:4 den Anschluss, drei der Treffer gingen dabei auf das Konto von Vilim Leskovec. „Vilim und Martin Bieger will ich einmal aus der allgemeinen Kritik herausnehmen“, urteilte Ihl, „der Rest des Teams war weit von der Form entfernt, um so eine Partie positiv zu gestalten.“

Danach waren die Kirchzeller nicht mehr zu stoppen und zogen Tor um Tor davon. Der HSC-Trainer versuchte mit einer Auszeit in der 18. Minute die Reißleine zu ziehen, doch der Plan ging nicht auf. Nun vergab Bieger – zuvor war schon Gary Hines gescheitert – einen Siebenmeter, im Gegenzug handelte sich Benjamin Trautvetter eine Zeitstrafe ein. Bis zur Pause ging es steil bergab. Elf technische Fehler waren bis dahin registriert und der Rückstand ernüchternd. „Was erzählt man in der Kabine einer Mannschaft, die gut vorbereitet war, dann aber so gut wie nichts umgesetzt hat, eher Mäuschen-Handball spielt und im Gegensatz zum Gegner, der bissig, aggressiv und diszipliniert aufspielt?“, fragte sich Ihl. „Außer Durchhalteparolen und Mut zu zusprechen geht da nichts.“

Der Appell, dass ein solcher Rückstand noch aufholbar sei, erledigte sich früh, denn zu Beginn der zweiten Halbzeit setzten die Unparteiischen, „die gegen uns vergleichsweise viele Zeitstrafen verhängten, die aber berechtigt waren“, zunächst Max Kalliske und kurz darauf Bieger auf die Bank. Die Gastgeber bedankten sich, nutzten ihre Überzahl und warfen in der 40. Minute erstmals einen Zwölf-Tore-Vorsprung (21:9) heraus. „Und wieder haben wir den Kirchzellern in der gesamten zweiten Halbzeit das Leben leicht gemacht“, so Frank Ihl, „die Fehlerquote von unserer Seite aus stieg noch einmal an, am Schluss waren es insgesamt 23.“ Sein Fazit fiel ernüchternd aus: „Wir haben eine grausame Leistung gezeigt, da will ich mich erst einmal bei den mitgereisten Fans entschuldigen. Mit einer solchen Vorstellung haben wir den Klassenerhalt nicht verdient, der ist zwar noch theoretisch möglich, doch müsste viel passieren, wenn wir das noch schaffen.“ (ba)

Kirchzell: Jörg, Eul, Podsendek – Schneider, Polixenidis 2, Blank 1, Wuth, Gläser 2, T. Häufglöckner 10/6, Schnellbacher 3, David 2, Punda 1, L. Häufglöckner 1, Heinrich 3/1, Meyer-Ricks 4. Bad Neustadt: Schmidl, Kirschke (drei Siebenmeter) – Kleinhenz, Fraggis 3, Hines 1, Bieger 7, Trautvetter, Drude, Kalliske 1, Fistonic, Gerr, Leskovec 5, Galli 1/1. Schiedsrichter: Müller/Seeger (Pfullingen). Zuschauer: 430. Siebenmeter: 7/6:3/1. Zeitstrafen: 4:12 Minuten. Spielfilm: 3:2 (10.), 10:4 (20.), 16:7 (30.) – 21:9 (40.), 24:14 (50.), 29:18 (60.).