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HANDBALL:

Klaus Sieß will's wissen

Nach monatelangen Dissonanzen im unterfränkischen Verband können die Vertreter der Vereine, wenn sie an diesem Freitag, 14. Februar, in Rimpar zum Bezirkstag zusammenkommen, nun für Klarheit sorgen, welchen Weg der Handball in der Region künftig beschreiten wird: Sie stimmen dabei nämlich über die Zusammensetzung der neuen Bezirksspielleitung, wie die Führung des Handball-Bezirks genannt wird, ab: Klar ist, dass es bei dieser Wahl Kampfkandidaturen geben wird.

Klar ist auch: Der Bezirksvorsitzende Gerd Schäfer aus Hammelburg, der das Amt kommissarisch für den erkrankten Wolfgang Rüger übernommen hat, wird sich nicht für das Amt an der Spitze zur Wahl stellen und sich wieder für die Stellvertreterposition mit der Zuständigkeit „Spielbetrieb“ bewerben. Dort war er bereits vor sein Aufrücken an die Spitze tätig gewesen.

Wirrwarr um Kompetenzen

Dennoch bewirbt sich aus der gegenwärtigen Bezirksspielleitung ein Kandidat um den Vorsitz: Klaus Sieß, bisher stellvertretender Bezirksvorsitzender „Jugend“, der ab Mitte 2019 von der Bezirksspielleitung zusätzlich mit dem Arbeitsbereich „Talentförderung“ beauftragt worden. Das rührte daher, dass die Bezirksspielleitung mit Liane Lurz, die eigentlich für den Bereich Zuständige, nach internen persönlichen Dissonanzen in dem Gremium abgewählt hatte. Doch die ehemalige Nationalspielerin klagte erfolgreich vor dem Sportgericht gegen ihre Abberufung. So kam sie zurück ins Amt, ohne dass ihr die Bezirksspielleitung die mit ihrer Aufgabe verbundenen Kompetenzen wieder zuerkannte. Die Folge waren menschliche Zerwürfnisse und Verwirrung darüber, wer denn nun eigentlich dafür zuständig sei, Nachwuchs-Handballer aus der Region zu fördern.

„Ich will alle Vereine wieder ins Boot holen“, betont der 58-jährige Klaus Sieß, dass es ihm darum gehe, nach der Wahl die entstandenen Gräben zuzuschütten. Dass dies aber auch so geschieht, ist keineswegs ausgemacht, denn über den Vorsitzenden und seine Vertreter wird nicht als Ganzes, sondern einzeln abgestimmt. Gut möglich, dass danach wieder Vertreter verschiedener Gruppen in der Bezirksspielleitung sitzen. So wird sich Liane Lurz wieder um das Amt der stellvertretenden Bezirksvorsitzenden „Talentförderung“ bewerben. Außerdem werden nach den Informationen dieser Redaktion Kandidaten, die ihr nahestehen, in Kampfabstimmungen um Posten gehen gegen Vertreter, die zum Kreis der gegenwärtigen Bezirksspielleitung zählen bzw. von dieser rekrutiert wurden. Wer genau für „ihr“ Team ins Rennen geht, will sie aber erst am Freitagabend in Rimpar bekannt geben.

Lurz gegen Schmitt

„Mir geht es darum, dass klar wird, dass ich mir nichts zu Schulden habe kommen lassen, nur weil ich Kritik an bestehenden Zuständen geäußert habe“, sagt Liane Lurz, die betont, dass es bei der Leitung des Handball-Bezirks in zahlreichen Bereichen Änderungsbedarf gebe. Für ihr Amt in der Talentförderung steht der Gegenkandidat bereits fest: Maximilian Schmitt, früher Handballer beim HSC Bad Neustadt und nun Spielertrainer des TSV Lohr in der Bayernliga, wird in Rimpar ebenfalls seinen Hut in den Ring werfen.

Vor Herausforderungen steht im Fall einer Wahl aber auch Klaus Sieß: Der 58-jährige Norddeutsche, der als Berufssoldat nach Unterfranken kam und der Abteilungsleiter beim FC Bad Brückenau sowie Trainer beim Männer-Bezirksligisten TSV Karlstadt ist, erklärt, dass es die Aufgabe einer künftigen Bezirksspielleitung sei, dem Vereinssterben entgegenzuwirken.

Ein Problem, auf das auch Liane Lurz immer wieder aufmerksam gemacht hat. Doch nach den Zerwürfnissen der vergangenen Monaten scheint es kaum vorstellbar, dass sich Vertreter beider Parteien nach dem Bezirkstag gemeinsam daran machen, diese Probleme zu lösen. (urs)


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