HANDBALL: 3. LIGA MITTE

HSC Bad Neustadt schnuppert am ersten Saisonsieg

Trotz der acht Treffer von Gary Hines (am Ball) kassierte der HSC Bad Neustadt gegen die HG Oftersheim/Schwetzingen eine 24:25-Niederlage. Foto: Anand Anders


Das war die große Gelegenheit für den HSC Bad Neustadt, den ersten Saisonsieg einzufahren. Dass es letztlich gegen die HG Oftersheim/Schwetzingen aber nicht einmal zum Gewinn eines Punktes reichte, fand nicht nur HSC-Coach Frank Ihl „deprimierend“. In einem Match, das beidseits von vielen Fehlern aller Art geprägt war, verloren die Rotmilane nicht nur einen schon sicher geglaubten Punkt, sondern standen auch zum 14. Mal in der Vorrunde ohne ein Erfolgserlebnis da.

Schmidl gut hält HSC im Spiel

Dabei schienen die Hausherren die Ausfälle der verletzten Krisztian Galli und Martin Bieger zunächst kompensieren zu können. Nachdem HSC-Keeper Felix Schmidl, „der uns vor der Pause im Spiel gehalten hat“, so sein Coach, einen Wurf von Tom Jansen pariert hatte, ging der HSC durch Max Bauer mit 1:0 in Führung. Die Gäste konnten in den nächsten Minuten immer wieder ausgleichen, hatten aber zunächst in der Deckung große Probleme. Der zu diesem Zeitpunkt als Galli-Vertreter agierende Vilim Leskovec traf entweder selbst oder setzte seine Nebenleute geschickt ein. Als Ioannis Fraggis in der 7. Minute zum 4:3 einnetzte, war dies der letzte Treffer der Einheimischen für die nächsten sieben Minuten. In dieser Phase begann dann auch das allgemeine Kopfschütteln, weil sich die Akteure im rot-weißen Trikot durch technische Fehler leichtfertig um den Ballbesitz brachten.

Der zwischenzeitlich auf die Spielmacherposition beorderte Gary Hines leistete sich symptomatisch für den Auftritt der Rotmilane ungenaue Pässe oder Fangfehler und nahm vor dem Seitenwechsel keinen einzigen Wurf. Dies war insofern verhängnisvoll, da die beiden HG-Keeper Benedikt Müller und Maximilian Herb einen rabenschwarzen Tag erwischten. Die Kurpfälzer wussten diese Schwäche zunächst aber nicht zu nutzen, etwas absetzen konnten sie sich erst nach dem 7:7 (19.).

HSC-Trainer Frank Ihl reagierte beim Stand von 8:11 mit einer Auszeit, doch die Ansprache zeigte zunächst keine Wirkung. Beim folgenden Spielaufbau konnten sich die Rotmilane nicht für einen Wurf entscheiden und verloren wegen Zeitspiels den Ballbesitz. Die Gäste, die wohl die schwächste Leistung aller bisherigen Gegner in dieser Saison auf dem Schulberg ablieferten, verteidigten bis zum Seitenwechsel den Drei-Tore-Vorsprung. Dass er nicht höher ausfiel, hatte man auf Seiten des HSC Vilim Leskovec zu verdanken, der mit einem Doppelpack den Rückstand noch im erträglichen Rahmen hielt.

Kämpferische Leistung stimmt

„Wir haben uns deswegen auch in der Pause auf einen bedingungslosen Kampf für den zweiten Durchgang eingeschworen“, berichtete Ihl. Diese kämpferische Einstellung zeigten seine Mannen auch, und zwar über die gesamte Spielzeit. Beim Wiederanpfiff staunten die HSC-Fans aber zunächst, weil der bis dahin starke Schmidl von Nick Weber im Tor abgelöst wurde. Dieser fügte sich aber gleich gut ein und parierte einen Siebenmeter von HG-Rechtsaußen Alexander Sauer. In der Folge präsentierten sich die Gäste völlig verunsichert und warfen die Bälle regelrecht weg. „Unsere sonstige Stärke, mit dem siebten Feldspieler die gegnerische Deckung unter Druck zu setzen, konnten wir überhaupt nicht in die Waagschale werfen“, zeigte Gäste-Coach Holger Löhr enttäuscht.

Gary Hines sorgt für Jubel

Diese Nachlässigkeiten nutzte Gary Hines, der Tempogegenstöße lief oder gleich ins leere Tor warf und zudem in kurzer Zeit drei Strafwürfe verwertete. Mit einem Wurf in das verwaiste Gäste-Tor brachte er die Heimsieben in der 45. Minute dann auch erstmals wieder in Front (18:17). Als Hines per Siebenmeter und Fistonic die erstmalige Zwei-Tore-Führung schafften (22:20), waren noch neun Minuten zu spielen und der erste Saisonsieg zum Greifen nah. Doch es folgten aus HSC-Sicht fünf unterirdische Minuten. Zwei Leskovec-Fehlwürfe, ein von Bauer am Tor vorbei gesetzter Konter sowie ein Drude-Schrittfehler während einer Gerr-Zeitstrafe ließen die Partie kippen. Oftersheim/Schwetzingen wendete das Blatt und ging vier Minuten vor dem Ende selbst mit 24:22 in Führung. Benjamin Trautvetter und Hines konnten aber noch einmal zum 24:24 ausgleichen konnten.

25 Sekunden vor Spielende nahm Ihl dann eine Auszeit und die nun stehenden HSC-Fans wollten lautstark den finalen Treffer bejubeln. Doch es kam anders. Jure Fistonic wurde bei eigenem Ballbesitz gestoppt, „ob da ein siebenmeterwürdiges Foul vorlag, will ich erst nach der Videoanalyse bewerten“, so Ihl. Die Löhr-Schützlinge liefen einen Konter über Alexander Sauer, dessen wenig platzierter Wurf von Schmidl noch mit dem Knie berührt wurde, doch der Ball kullerte zwei Sekunden vor dem Abpfiff noch über die Torlinie. Es folgten noch wütende Diskussionen mit den Magdeburger Schiedsrichtern. „Aber unsere Spieler haben sicher mehr Fehler gemacht“, erklärten beide Trainer unisono.

Die Statistik des Spiels

Handball: 3. Liga Mitte

HSC Bad Neustadt – HG

Oftersheim/Schwetzingen 24:25 (10:13)

Bad Neustadt: Schmidl (1.- 30., ab 48.), Weber (31.- 47.) – Kleinhenz (n.e.), Fraggis 1, Hines 8/3, Trautvetter 1, Drude 3, Kalliske, Fistonic 2, Gerr, Leskovec 7, Bauer 2, Früh (n.e.).

Oftersheim/Schwetzingen: Müller (1.-19., ab 51.), Herb (20.- 50.) – Barthelmeß, Messerschmidt 1, Jansen 6, Schmidberger 1, L. Sauer, Krämer, Jungmann 3, Suschlik 5, A. Sauer 5/3, Burmeister 3, Kubitschek 1.

Siebenmeter: 3/3 – 3/2.

Zeitstrafen: 12 - 6 Minuten

Zuschauer: 427. Schiedsrichter: Majstrak/Reimann (Magdeburg).

Spielfilm: 2:3 (5.), 4:3 (10.), 5:5 (15.), 7:8 (20.), 8:11 (25.), 10:13 (30.), 11:13 (35.), 15:15 (40.), 18:17 (45.), 20:20 (50.), 22:23 (55.), 24:25.