FUßBALL: KREISLIGA RHÖN

Der Weg der goldenen Mitte

Höhenflieger und Tabellenführer TSV Trappstadt (links Noah Uebelacker) peilt im Heimspiel gegen den FV Rannungen/Pfändhausen/Holzhausen den 14. Sieg im 17. Saisonspiel an. Ganz andere Sorgen hat Schlusslicht DJK Wülfershausen (Mitte Björn Will, rechts David Mayer), das beim TSV S... Foto: Anand Anders

Fußball

Kreisliga Rhön

 

1. (1.) TSV Trappstadt 16 13 1 2 31 : 10 40  
2. (2.) TSV Großbardorf II 16 10 3 3 35 : 18 33  
3. (3.) SV Ramsthal 15 9 5 1 40 : 19 32  
4. (4.) SV Riedenberg 16 9 3 4 36 : 17 30  
5. (5.) FC Rottershausen 16 8 4 4 38 : 26 28  
6. (6.) FC Strahlungen 16 8 3 5 40 : 32 27  
7. (7.) Burgwallbach I/Bad Neustadt 15 7 3 5 24 : 22 24  
8. (8.) FV Rannungen/Pfändh./Holz. 15 7 2 6 27 : 21 23  
9. (9.) Spfr. Herbstadt 15 6 2 7 26 : 25 20  
10. (10.) TSV Steinach 16 4 5 7 29 : 30 17  
11. (11.) TSV Bad Königshofen 16 4 5 7 20 : 36 17  
12. (12.) FC Bayern Fladungen 16 3 4 9 21 : 33 13  
13. (13.) FC Reichenbach 16 2 6 8 17 : 34 12  
14. (14.) SG Urspringen-Sondh./Rh. 15 3 2 10 18 : 30 11  
15. (15.) SG Oerlenbach/Ebenhausen 15 3 2 10 20 : 52 11  
16. (16.) DJK Wülfershausen 16 2 4 10 31 : 48 10  

 

Samstag,16. November, 14 Uhr:

Urspringen-Sondh./Rh. – SV Ramsthal (1:6)

(in Urspringen)

Sonntag, 17. November, 14 Uhr:

Oerlenbach/Ebenh. – Rottershausen (2:5)

(in Oerlenbach)

TSV Bad Königshofen – SV Burgwallbach I/Bad Neustadt (2:2)

SV Riedenberg – FC Fladungen (7:1)

Spfr. Herbstadt – FC Reichenbach (0:3)

TSV Trappstadt – FV Rannungen/Pfändhausen/Holzhausen (1:0)

TSV Steinach – DJK Wülfershausen (3:1)

TSV Großbardorf II – FC Strahlungen (0:3)

 

TSV Trappstadt – FV Rannungen/Pfändhausen/Holzhausen

Von dem in seinem Haupt-Broterwerbs-Beruf als Sozialpädagoge arbeitenden Trappstädter Trainer Martin Beck kommt viel Psychologisches in seiner Personal- und Mannschaftsführung rüber. Sein Weg ist jener der goldenen Mitte: Im Erfolg nicht zu euphorisch und den Fuß immer am Bremspedal. In der Niederlage das Negative zwar ansprechen und zur Verbesserung vornehmen, das Positive aber in den Vordergrund rücken und zur Nachahmung empfehlen. Positive Verstärkung in der Sprache des Psychologen. Hinzu kommt: Er spricht die Sprache seiner jungen Spieler und hat in einem sich selbst auferlegten Praktikumsjahr bei Josef Francic in Aubstadt viel dazugelernt. Freilich: Dass seine Mannschaft nach 16 Spielen die Liga mit 40 Punkten anführt, „das hätte ich selber nicht im Traum gedacht.“

31 erzielten Tore – da waren gleich fünf andere Mannschaften besser. Aber zehn Gegentore sind einsame Spitze. „Mit dem Spiel meiner Mannschaft in Wargolshausen gegen Wülfershausen war ich sehr zufrieden“, lobt er seine Truppe. „Wir haben bei schlechten Bodenverhältnissen vor allem in der ersten Halbzeit sehr guten Fußball gespielt. Das einzige Manko war die Chancenverwertung.“

Die Gäste aus Rannungen und Umland sieht Martin Beck als „eine erfahrene Mannschaft mit guten Einzelspielern. Ich schätze sie wesentlich besser ein, als es ihr Tabellenplatz aussagt. Schon das Hinspiel war eine enorm enge Kiste. Aber wir spielen zuhause und wollen die positive Entwicklung fortsetzen. Bei den Verletzten muss man sehen, was die Untersuchungen und Behandlungen ergeben.“

SG Urspringen-Sondheim/Rhön – SV Ramsthal

Für die SG Urspringen-Sondheim/Rhön beginnt, sofern sie denn ausgetragen wird, mit dieser Partie gegen den Tabellendritten SV Ramsthal die Rückrunde. Momentan belegt die Mannschaft der beiden Trainer Markus und André Herbert den Abstiegs-Relegationsplatz 14 und steht damit einen besser da als zum selben Zeitpunkt vor einem Jahr. Die Motivation und auch die Qualität der Mannschaft verheißen auch in dieser Saison Rettung, vielleicht sogar diesmal ohne Relegation. Der eine oder andere Punkt vor der Winterpause wäre dafür aber nötig, würde auch die Stimmung bei der Vorbereitung auf die Restrunde im Frühjahr anheben.

Natürlich ist der SV Ramsthal ein denkbar schwerer Gegner, wie nicht nur dessen aktueller Tabellenplatz unterstreicht, sondern auch das Hinspielergebnis. Im August bekamen die Rhöner im Weinort einen 1:6-Packung und demonstriert, welch starker Gegner da von der Kreisliga Schweinfurt 1 hierher umgruppiert wurde. Mit Fabian Willacker und Sascha Ott haben sie zwei Angreifer, die mit ihrer Torgefährlichkeit den Unterschied machen können. 17 Mal haben die beiden bisher schon getroffen. Die Herbert-Truppe hat insgesamt nur ein Tor mehr erzielt. Ramsthal gehört zu den Teams, die um den Aufstieg mitspielen. Und die aktuelle Ausgangsposition soll mit einem Sieg untermauert werden.

TSV Bad Königshofen – SV Burgwallbach/Bad Neustadt

Es war beim TSV Bad Königshofen am vergangenen Wochenende zwar kein Spielausfall, der die Mannschaft nach eigenem Wunsch hoffentlich nicht aus dem Rhythmus, sprich positiven Lauf gebracht hat, sondern ein in den August vorgezogenes Spiel gegen den FC Fladungen. Mit acht Punkten (zwei Siegen und zwei Unentschieden) aus den letzten vier Spielen hat sich die Mannschaft nämlich aus dem Tabellenkeller auf Platz 11 vorgearbeitet. Das Prädikat „sicheres Mittelfeld“ wird dieser Position aber noch lange nicht gerecht. Trainer Bernd Knahn hat in dieser Runde ja schon beide „Läufe“ mitgemacht. Nachdem er einen personell arg gerupften Kader übernommen hat, von dem sich mehrere langjährige Leistungsträger verabschiedet hatten, lief zunächst einiges noch nicht so rund wie gewünscht. Allerdings klebte der Mannschaft auch das Pech an den Stollen. Für dieses Spiel fällt höchstwahrscheinlich der beste Torschütze Alexander Erlanov (verletzt) aus, ganz sicher der Mittelfeld-Stratege Patrick Kuhn (beruflich). „Wir wollen unsere Serie möglichst lange fortsetzen“, hofft Bernd Knahn. Sieben Punkte mehr auf dem Konto hat der SV Burgwallbach/Bad Neustadt und steht mit 24 im Niemandsland der Tabelle: Zwölf vor den Relegationsplätzen, neun hinter dem zweiten Platz, 16 hinter dem ersten. SV-Trainer Alexander Leicht meldet vor diesem Spiel den Ausfall von Benedikt Floth und Pascal Memmler. Mit Janik Weikard rechnet er vor der Winterpause gar nicht mehr. „Wir wollen und sollten Bad Königshofen schlagen können, egal ob auf dem Haupt- oder Nebenplatz“, scheut er keine positive Prognose. „Wir haben noch was gutzumachen, haben im Hinspiel nur 2:2 gespielt gegen das letzte Aufgebot der Königshöfer. Wenn sie komplett sind, haben sie eine schlagkräftige Truppe. Man weiß halt nie, wie man sie antrifft. Respekt an ihre Spieler und an den Trainer, wie sie sich in die Saison hinein gearbeitet haben.“

SV Riedenberg – FC Fladungen

Der SV Riedenberg ist als Absteiger aus der Bezirksliga von seinen Zielvorstellungen her sehr bedeckt in diese Runde gestartet. „Guten und erfolgreichen Fußball“ zu spielen, hatte man sich vorgenommen. Mit einem 1:1 startete man in Reichenbach in die Runde. Aber mit dem 7:1-Sieg in Fladungen folgte der erste Knaller. Es war allerdings auch in der Phase, als bei der Mannschaft von Trainer Matthias Stumpf ähnliche Verhältnisse in der Torwartfrage herrschten wie zurzeit beim Nürnberger Club. Für die Mannschaft von Trainer Michael Leiber ist eine Rückkehr in die Bezirksliga immer noch ein Thema. Nur drei Punkte Rückstand auf den Aufstiegs-Relefationsplatz 2 sollten Ansporn genug sein dran zu bleiben. Über die Qualität verfügen die Riedenberger. Fragt sich, was die Gäste außer guten Vorsätzen, Kampfgeist und Leidenschaft noch mit aufs Spielfeld bringen.

„Die Stimmung ist bei uns nicht so gut, weil wir ja die letzten sechs Spiele nicht gewinnen konnten“, gesteht der FC-Trainer Matthias Stumpf. „Selbst gegen Oerlenbach/Ebenhausen nach 2:0-Führung noch zu verlieren, und das nicht unverdient, das hat mir und der Mannschaft einen starken Knick gegeben.“ Jetzt müsse er die Truppe wieder aufrichten und einschwören für die letzten drei Spiele in diesem Jahr. Aber jetzt gleich gegen so einen schweren Gegner, „eine richtig gute Mannschaft. Das wird verdammt schwer. Im Endeffekt müssen wir über eine bessere Einstellung kommen und versuchen, unser Kämpferherz in die Waagschale zu werfen, besonders bei diesen Platzverhältnissen. Vielleicht ist ja was drin, vielleicht unterschätzen sie uns.“ Personell habe man noch einige angeschlagene Spieler. Goldbach war krank, Faulstichs Fuß verheiße auch nichts Gutes, Sebold fehlt (beruflich), bei Fischer sei es ungewiss. „Es sieht also nicht so rosig aus.“

Sportfreunde Herbstadt – FC Reichenbach

Nach einigen schwereren Kalibern bekommen die Sportfreunde Herbstadt wieder einmal einen vermeintlich leichteren Gegner vorgesetzt. Doch ist das dieser auf dem Abstiegs-Relegationsplatz 13 stehende FC Reichenbach wirklich? Spfr.-Trainer Martin Naber sollte keine Probleme haben, seine Truppe auf den entsprechenden Schwierigkeitsgrad der Teutonen einzustimmen, muss er sie doch nur an die 0:3-Klatsche im Hinspiel erinnern. Überheblichkeit und Leichtsinn sind indes nicht die Ursachen für die ausbaufähige Zwischenbilanz der Herbschter, die als Vorsaison-Tabellenzweiter in diese Runde gestartet sind.

„Nachdem wir spielfrei waren, konnte der eine oder andere angeschlagene Spieler am vergangenen Wochenende regenerieren“, begrüßte Spfr.-Trainer Martin Naber die Spielabsetzung in Ramsthal. „Dadurch hat sich die personelle Situation leicht entspannt.“ Nun stehe ein sehr wichtiges Spiel gegen Reichenbach an, „in dem wir unbedingt punkten wollen, um zumindest den Abstand zu halten.“ Der beträgt momentan acht Punkte. „Wir haben aber schon das Hinspiel mit 0:3 verloren und das nicht unverdient, haben deshalb etwas gutzumachen. Mich wundert eh, dass Reichenbach so weit nach unten durch gerutscht ist, haben sie doch eine gute Mannschaft mit den herausragenden Dietz und Katzenberger. Es wird bestimmt eine enge Kiste.“

TSV Steinach – DJK Wülfershausen

Eine beeindruckende Vorstellung gab die Mannschaft des TSV Steinach zuletzt in Strahlungen. Sie trat in einer so guten Verfassung auf, die man ihr auf Grund ihrer vorherigen Spiele und des Tabellenplatzes gar nicht zugetraut hätte. Nach 18 Minuten hatten sie den Gastgeber drei Mal nach allen Regeln der Kunst ausgekontert und 3:0 geführt. Wer weiß, ob sie den Dreier nicht mitgenommen hätten, wenn sie nicht ab der 51. Minute wegen einer gelb-roten Karte in Unterzahl hätten spielen müssen. Aber selbst nach dem 3:3 hielt ihre kompakte Abwehr hinten dicht und nach vorne inszenierten die beiden Stürmer so viel Angriffswirbel, dass Strahlungen seine Risikobereitschaft dosieren musste.

Gewiss könnte dieses ein ganz anderes Spiel werden. DJK-Trainer-Fuchs Rudi Koob weiß solche Vorinformationen sehr wohl in System und Taktik seiner Mannschaft einzubeziehen. Ob die diese dann allerdings entsprechend umsetzen kann, ist eine andere Frage. 48 Gegentore in 16 Spielen, 3,0 im Durchschnitt, da freuen sich Steinachs Spielertrainer Michael Voll, die beiden Wieschals, Friedel, Otter und Co. Aber irgendwann muss sich das Glück auch bei der DJK zurück melden. Gegen Tabellenführer Trappstadt ließ man Großchancen liegen und besiegte sich selber mit einem Eigentor zum 1:2. „Dies, obwohl wir in der zweiten Halbzeit die aktivere Mannschaft mit den besseren Chancen waren“, sah es Rudi Koob. Beim verlorenen Hinspiel gegen Steinach „hätten wir ebenso einen Punkt verdient gehabt. Sie sind nach drei sieglosen Spielen aber bestimmt hoch motiviert, haben gegen Trappstadt zwei und in Strahlungen drei Tore geschossen. Offensiv haben sie eine hohe Qualität, hinten sind sie aber auch anfällig und das wollen wir ausnutzen.“

TSV Großbardorf II – FC Strahlungen

Strahlungens Trainer Oliver Schönwiesner ist mit seiner Mannschaft vor einer Woche beim 3:3 gegen Steinach durch ein Wechselbad der Gefühle gegangen. Drei Mal wurde seine Mannschaft in der ersten Viertelstunde ausgekontert. Doch dann zeigte sein Team seinen ganzen Charakter, zeigte, dass es so nicht weitergehen könne und erzielte zumindest mal den Anschlusstreffer. In der Kabine muss er die richtige Ansprache gehalten haben. Seine Truppe kam mit dem erkennbaren Vorsatz aufs Feld zurück, dass sie das Spiel noch nicht zu verlieren bereit war. Allerdings konnte es nach dem 3:3 in mehr als einer halben Stunde in Überzahl nicht mehr zu einem Dreier nutzen. „Der gute Steinacher Keeper verhinderte den Lucky Punch.“

Aber: „Diese diese geschlossene Mannschaftsleistung hat deutlich gemacht, dass wir nicht wirklich eine Krise haben. Uns hat nur vorübergehend etwas die Konzentration gefehlt, wir sind wieder in der Spur. Und das so rechtzeitig, dass wir wieder mit Selbstvertrauen nach Großbardorf fahren können.“ Personell könne man wieder etwas durchatmen. „Auch wenn noch nicht alle wieder an Bord sind, hoffe ich auf eine schlagkräftige Truppe, mit der wir versuchen werden, den Hausherren die Punkte zu stehlen.“ Was den Jung-Galliern überhaupt nicht in den Kram passen würde. Deren Abstand zum Tabellenführer Trappstadt ist durch das Unentschieden in Rottershausen, allerdings gegen einen sehr starken Gegner, auf sieben Punkte angewachsen. Von daher betrachtet ist ein Sieg Pflicht für die Platzherren.