FUßBALL: REGIONALLIGA BAYERN

Kann Aubstadt dem FC 05 ein Bein stellen?

Julius Benkenstein (links) versucht, den Schweinfurter Pius Krätschmer zu stoppen. Auf den Verteidiger des TSV Aubstadt wird wie im Hinspiel gegen die 05-Profis jede Menge Arbeit zukommen. Foto: Rudi Dümpert

Fußball

Regionalliga Bayern

 

FC Memmingen – FV Illertissen 1:1  

 

 

1. (1.) SV Türkgücü München 17 12 2 3 35 : 14 38  
2. (2.) SpVgg Bayreuth 17 9 5 3 36 : 20 32  
3. (3.) FC 05 Schweinfurt 17 10 2 5 32 : 21 32  
4. (4.) TSV Aubstadt 17 9 4 4 32 : 22 31  
5. (5.) Vikt. Aschaffenburg 17 9 3 5 36 : 23 30  
6. (6.) SpVgg Greuther Fürth II 17 9 3 5 25 : 20 30  
7. (7.) 1. FC Nürnberg II 17 8 5 4 34 : 22 29  
8. (8.) VfB Eichstätt 17 7 5 5 30 : 17 26  
9. (9.) TSV Buchbach 17 7 5 5 18 : 20 26  
10. (10.) FV Illertissen 18 7 4 7 30 : 34 25  
11. (11.) Wacker Burghausen 17 6 3 8 22 : 22 21  
12. (12.) FC Augsburg II 17 5 4 8 27 : 29 19  
13. (13.) FC Memmingen 17 4 5 8 18 : 26 17  
14. (14.) SV Heimstetten 17 5 1 11 27 : 39 16  
15. (15.) SV Schalding-Heining 17 4 3 10 22 : 42 15  
16. (16.) TSV 1860 Rosenheim 17 4 3 10 20 : 41 15  
17. (17.) VfR Garching 16 4 2 10 21 : 38 14  
18. (18.) TSV Rain/Lech 17 3 3 11 13 : 28 12  

 

Samstag, 2. November, 14 Uhr:

Wacker Burghausen – TSV Rosenheim (2:4)

FC Nürnberg II – VfR Garching (3:1)

SpVgg Bayreuth – V. Aschaffenburg (0:4)

Türkgücü München – Schalding-Hein. (2:0)

VfB Eichstätt – SV Heimstetten (0:2)

TSV Aubstadt – FC Schweinfurt 05 (1:2)

Greuther Fürth II – TSV Rain/Lech (1:0)

FC Augsburg II – TSV Buchbach (3:1)

 

 

TSV Aubstadt – FC Schweinfurt 05

Das Schulstadion im 718-Einwohner-Ort Aubstadt im Grabfeld und das Willy-Sachs-Stadion in der 53 000-Einwohner-Stadt Schweinfurt trennt eine halbe Stunde. In der Tabelle liegt zwischen dem TSV Aubstadt und den FC Schweinfurt 05 ein Punkt. Aufsteiger Aubstadt steht nach vier Siegen im Oktober bei 31 Punkten und ist Vierter. Titelaspirant Schweinfurt nach einem schwachen Oktober mit nur einem Remis aus den letzten vier Spielen bei 32 Zählern. Der TSV ist am Ende der Hinrunde dem Saisonziel Klassenerhalt schon sehr nahe. Die Schnüdel, derzeit Dritter, drohen von Türkgücü München abgehängt zu werden. Sie sind zum Siegen in Aubstadt verurteilt, soll die Vision 3. Liga nicht ins Diffuse entrücken. Die Profis müssen liefern, die Amateure können. Wollen aber endlich einmal als Derbysieger vom Platz gehen. 0-1-9 lautet die Pflichtspiel-Direktbilanz aus Aubstädter Sicht.

Im Hinspiel war der Druck zu groß

„Im Hinspiel“, erinnert sich der TSV-Coach Josef Francic an das Schweinfurter 2:1, „waren die Bedingungen für uns sehr schwierig. Neuling in der Liga, dann gleich beim Topfavoriten in dem großen Stadion, vor so vielen Zuschauern und der Liveübertragung in Sport 1. Der Druck war enorm, es war nicht unsere normale Leistung.“ Tatsächlich hatte man den Eindruck, man wolle nur nicht schlecht aussehen. Was wirklich möglich gewesen wäre, merkte man erst in der Schlussphase. „Jetzt spielen wir zwar daheim. Aber trotzdem trägt Schweinfurt die Favoritenrolle. Wir selber spielen diese Runde über unseren Möglichkeiten, die Schnüdel unter den ihren. Deswegen sind wir uns so nahe gekommen.“ Er habe, sagt Francic, zu seiner Mannschaft gesagt, „der Rohbau für die Regionalliga steht am Ende der Vorrunde. Jetzt müssen wir den Rest erledigen, damit das Haus fertig wird. Dabei haben wir keinen Stress. Wir können dabei alles, was wir uns erarbeitet und erlernt haben, umsetzen und den Zuschauern zeigen. Ich rechne damit, dass uns das besser gelingt als im ersten Spiel.“ Es geht wieder einmal auf einen Höhepunkt gegen den großen Nachbarn zu, „so wie das vor kurzem noch gegen Großbardorf war, und schon melden sich fast alle gesund zurück, wollen spielen.“

Dabei gehen Francic und sein Stab zurzeit besonders sorgsam mit ihrem Kapital, dem Spielermaterial, um. Am Montag fand das Kraft- und Ausdauertraining erstmals so frühzeitig in der Soccerhalle in Bad Kissingen auf Kunstrasen statt, die beiden anderen Einheiten der Trainingswoche wie gewohnt in Aubstadt. Jens Trunk (Leiste) hat sich zurückgemeldet und mit der Mannschaft trainiert. „Er konkurriert für den Kader, sogar für die Anfangsformation“, macht ihm Francic Hoffnung. „Christopher Bieber stieg schon letzte Woche ein. Außer André Koob können wir aus dem Vollen schöpfen.“

Kaum einer war nicht beim FC 05

Natürlich haben die Nullfünfer-Profis einen anderen Erfahrungs-Hintergrund als die Aubstädter. Alle bringen von ihren bisherigen Spielklassen mehr mit als die Erfahrensten im TSV-Team. Nur wenige Aubstädter, etwa Julius Benkenstein oder Christian Köttler, haben keine FC-05-Vergangenheit. Die meisten haben irgendwann am Anfang ihrer Laufbahn in Grün-Weiß gespielt und ihren Durchbruch in Rot erzielt. Letztlich haben am Aubstädter Erfolg die Schweinfurter selber mit gearbeitet. Und das ist fast wörtlich zu verstehen.

Kooperationspartner des TSV ist zwar der Drittligist Würzburger Kickers – auf dessen Vorschlag hin. Der junge, soeben verpflichtete Keeper Nico Purtscher (18) wurde sofort nach Aubstadt weiter verliehen. Von Schweinfurt aus kam diesbezüglich nichts. Es wurden seit Jahren stattdessen ganz andere Geschäfte zwischen dem FC 05 und dem TSV abgewickelt. Über die Jahre versuchten es mehr als 20, meist blutjunge, Fußballer in Aubstadt. Einige von ihnen schafften auch hier nicht, was sie sich vorgenommen hatten. Doch 14 Spieler des aktuellen Kaders nahmen irgendwann einmal den Weg ins Grabfeld. Schweinfurt leistet seit Jahr und Tag herausragende Jugendarbeit. In der aktuellen Mannschaft spielt mit Kevin Fery aber nur ein Schweinfurter.

Vorfreude auf ein großes Spiel

Weitere Profiteure sind neben Aubstadt noch die Bayernligisten Sand, Abtswind, Würzburger FV, Großbardorf sowie sieben, acht Landesligisten. Beim TSV haben die drei Keeper Mack, Saballus und Sturm sowie Feser, Grader, Behr, Pitter, Volkmuth, Binder, Kleinhenz, Thomann, Kraus, Schmidt und Schebak eine Vergangenheit bei 05. Sie sprechen von guten Erinnerungen an Schweinfurt, fühlen sich in Aubstadt aber pudelwohl und freuen uns auf ein großes Fußballspiel.

Francic: „Mutig präsentieren“

Von Direktbilanzen, vor allem wenn sie negativ sind, hält Josef Francic nichts. „Die hatten wir auch mal gegen Großbardorf. Schweinfurt ist vom Spielerischen und den Möglichkeiten her Favorit. Wir laden die Region aber ein, uns anzufeuern und zu sehen, ob wir dem Favoriten ein Bein stellen können. Meine Spieler wollen sich ohne Angst, mit viel Mut und Selbstvertrauen präsentieren. Wir haben Respekt. Ich glaube aber, Schweinfurt auch.“

Straße von Großeibstadt nach Aubstadt ab 11 Uhr gesperrt

Zum Regionalliga-Spiel zwischen dem TSV Aubstadt und Schweinfurt 05 rechnet der Verein mit bis zu 2000 Zuschauern. Weil die allermeisten mit dem Auto kommen, wird es in Aubstadt knapp mit Parkplätzen. Deshalb wird in Absprache mit dem Landratsamt und der Polizei die Kreisstraße NES 2 von Großeibstadt nach Aubstadt an diesem Samstag, 2. November, ab 11 Uhr gesperrt. Sie wird von Aubstadt aus zur Einbahnstraße erklärt, auf der rechten Fahrbahnseite darf geparkt werden. Das Schulstadion ist ab dem Zeitpunkt der Sperrung der NES 2 über die B 279, die Staatsstraße 2282 und die Kreisstraße NES 4 aus Bad Königshofen erreichbar. Die Umleitung ist ausgeschildert. Im Ort, heißt es in einer Meldung der Polizei, ist den Anweisungen der Ordner und der Parkplatzeinweiser „unbedingt Folge zu leisten“. Die Stadionkassen öffnen um 12.30 Uhr. (dr)