FUßBALL: BAYERNLIGA NORD

Großbardorf: Pleiten, Pech und Pannen

Markus Kirchner (rechts) und der TSV Großbardorf gerieten zum Abschluss der Vorrunde gegen den TSV Abtswind (links Philipp Hummel) mächtig ins Straucheln. Foto: Anand Anders

Fußball

Bayernliga Nord

 

Mit einer bitteren und unnötigen Niederlage beendete der TSV Großbardorf die Vorrunde in der Bayernliga Nord. In der heimischen Bioenergie-Arena unterlag die Mannschaft von Cheftrainer André Betz im unterfränkischen Derby der Truppe von Uwe Neunsinger, der unter der Woche erst den TSV Abtswind übernommen hatte, mit 0:2 (0:1).

Ex-Aubstädter als Spielverderber

Völlig unnötig deshalb, weil die Grabfeld-Gallier es fertig brachten, in den ersten 20 Minuten gleich zwei Elfmeter zu vergeben. „Wenn du in Großbardorf bestehen willst, brauchst du einen guten Torhüter. Und den hatten wir heute. Denn Felix Reusch hat überragend gehalten“, lobte Neunsinger seinen Keeper. Seine erste Großtat vollbrachte Reusch, der in der vergangenen Saison noch beim TSV Aubstadt unter Vertrag stand, in der siebten Minute, als er einen berechtigten Foulelfmeter von Bardorfs Mannschaftskapitän Stefan Piecha entschärfte. Vorher hatte Christopher Lenhart Simon Snaschel im Strafraum von den Beinen geholt. Doch Piechas Schuss war auch nicht hart und vor allem nicht platziert genug.

Nachdem Bardorfs Schlussmann Julian Schneider in einer Eins-gegen-Eins-Situation gegen Philipp Hummel Sieger geblieben war, gab es dann die zweite hundertprozentige Möglichkeit der Hausherren. Als der Abtswinder Christopher Lenhart einen Schuss mit der Hand im 16er abgewehrt hatte, zeigte Schiedsrichter Martin Götz in der 17. Minute erneut auf den Punkt. Zudem verwies er Lenhart mit der gelb-roten Karte des Platzes. Doch auch Valentin Reitstetter konnte diese Möglichkeit zum 1:0 nicht nutzen. Er verlud zwar Reusch, aber sein Elfmeter landete am Innenpfosten und sprang von dort wieder ins Feld zurück.

Kalte Dusche vor der Pause

„Bis zu diesem Zeitpunkt lief doch alles für uns. Wir hatten zwei Elfmeter, ich hielt einmal das zu Null und wir spielten in Überzahl. Doch die Überzahl spielten wir nicht gut aus, denn es fehlte das Tempo“, sagte Julian Schneider. „Wir hatten zwei Mal die Chance zum 1:0. Da mussten wir in Führung gehen. Auch spielten wir ab der 20. Minute in Überzahl. All das spielte uns in die Karten. In der ersten Halbzeit hätten wir den Sack zumachen müssen. Aber heute hat es nicht sollen sein“, ergänzte Benjamin Kaufmann. Wenn man gleich zwei Elfmeter vergibt, rächt sich das meist. So auch in dieser Partie. Denn Adrian Dußler brachte mit einem sehenswerten Volleyschuss, der für Schneider unhaltbar im Winkel einschlug, die Gäste mit dem Halbzeitpfiff in Führung. Zuvor trafen die Gastgeber durch Florian Dietz den Außenpfosten (26.) und Simon Snaschel setzte einen Kopfball aus fünf Metern freistehend über das Gästetor (43.).

Zweite Halbzeit zum Vergessen

„Die erste Halbzeit war noch ordentlich“, urteilte Sportvorstand Andreas Lampert zu Beginn der Pressekonferenz. Was er über die zweite dachte, behielt er lieber für sich. „Was wir da boten, war viel zu wenig, um das Match zu drehen. Da haben wir uns kaum noch Chancen erspielt“, sagten dagegen Schneider und Kaufmann übereinstimmend. Die einzige klare Möglichkeit hatte noch der eingewechselte Filip Lijesnic, dessen Kopfball nach einer der zahlreichen Poznic-Flanken aber knapp am Pfosten vorbeiflog (65.). Als in der Schlussphase auch noch Markus Kirchner die Ampelkarte sah, schwanden die Hoffnungen der Hausherren auf etwas Zählbares endgültig. Auf der anderen Seite schnürte wenig später Adrian Dußler den Doppelpack und machte die Großbardorfer Heimniederlage perfekt. „Derzeit müssen wir uns jedes Tor und jeden Punkt hart erarbeiten. Heute haben wir es nicht geschafft, in Überzahl die nötigen Räume, die wir bespielen wollten, zu bekommen. In der Offensive hat leider auch die Durchschlagskraft gefehlt“, urteilte Betz enttäuscht.

Die Statistik des Spiels

Fußball: Bayernliga Nord TSV Großbardorf – TSV Abtswind 0:2 (0:1)

Großbardorf: Schneider – Kaufmann, Reitstetter, Kirchner, Poznic – Piecha, Waigand (61. Illig) – Rieß (57. Lijesnic), Dietz – Reith (84. Müller), Snaschel.

Abtswind: Reusch – Herrmann, Graf, Lenhart, Ruft – Wirsching, Steinmetz – Endres, Dußler (86. Wirth), Hartlehnert (62. Lehmann) – Hummel (31. Heidrich).

Schiedsrichter: Martin Götz (Pommersfelden). Zuschauer: 200.

Gelb-Rot: Lenhart (17., Abtswind), Kirchner (79., Großbardorf).

Tore: 0:1, 0:2 Adrian Dußler (45., 81.), Besondere Vorkommnisse: Felix Reusch (Abtswind) hält Foulelfmeter von Stefan Piecha (7.), Valentin Reitstetter (Großbardorf) schießt Handelfmeter an den Innenpfosten (17.).