FUßBALL REGIONALLIGA

Gewohntes und Neues bei der Teamvorstellung des TSV Aubstadt

Nicht textsicher, deshalb vom Mobiltelefon abgelesen war die Interpretation des Kreuzberglieds durch die Neuzugänge des TSV Aubstadt Marcus Kreckel (von links), Ben Müller, André Koob, Alban Peci, Marcel Volkmuth, Lukas Merkl (A-Junioren), Christopher Bieber, Philipp Katzenberger... Foto: Rudi Dümpert

Der Kader des Regionalliga-Aufsteigers TSV Aubstadt ist so groß wie nie. Diesen Eindruck musste man ohne nachzuzählen bekommen, füllten doch die neuen roten Freizeit-Poloshirts mit dem Spruch „die Macht im Grabfeld“ auf dem Kragen rund ein Viertel der Kapazität des TSV-Sportheims bei der offiziellen Kadervorstellung am Freitagabend. Die der beruflich verhinderte Cheftrainer Josef Francic, es wäre seine neunte beim TSV Aubstadt gewesen, nicht miterleben konnte.

Köhler: „Schwer, nicht unlösbar“

Eröffnet wurde der Treff von Mannschaft, Fans und Partnern durch den TSV-Vorsitzenden Herbert Köhler. Köhler würdigte die Leistung der Bayernliga-Nord-Meistermannschaft, aber auch aller 35 Helfer, die an der bauliche Umsetzung der Lizenzauflagen durch den Bayerischen Fußball-Verband beteiligt waren. „Dieser Weg wird kein leichter sein“, entlieh er dem Song von Xavier Naidoo für seine Einschätzung der bevorstehenden Saison des TSV Aubstadt, fügte aber hinzu: „Sehr schwer, aber nicht unlösbar.“ Im Laufe des Abends sollte er, besonders von den Spielern selber, noch vielfach bestätigt werden.

Gewohntes und Neues präsentierte Manfred Schubert, der Sprecher des Fanclubs „widerwärtig“. Neu war, dass er mit der gewohnten Auszeichnung des Torschützenkönigs begann. Martin Thomann, bereits im Vorjahr treffsicherster Aubstädter, wurde diesmal sogar Torschützenkönig der Bayernliga Nord mit 24 Treffern. „Als dich einige Verfolger auf der Zielgeraden noch abfangen wollten, hast du im letzten Spiel gegen Sand mit einem Hattrick binnen sieben Minuten gekontert, phänomenal.“ Ingo Feser (17), Christoph Schmidt (10) und Mike Dellinger (7) folgten mit Abstand.

Bester Spieler? Das ganze Team

Neu war, dass die Mannschaft erstmals die Auszeichnung eines Spielers der Saison ablehnte, weshalb die ganze Mannschaft der Gewinner dieser Wahl, die letztlich keine war, wurde. „Das ist typisch für euch“, lobte Schubert, „und die Logik daraus, weil ihr zu eurem Motto steht, dass der Einzelne nichts, die Mannschaft alles ist.“ Stellvertretend nahm dann der Kapitän Julian Grell die Geldprämie für die Mannschaft entgegen. „Vielen Dank, wir sind doch alle Meister geworden und aufgestiegen“, begründete Grell und verriet, dass man sich einig sei, mit dem Geld alle Helfer im Verein zu einem gemütlichen Grillabend mit der Mannschaft einzuladen.

Hunde dürfen nicht ins Stadion

Reinhard Köhler schilderte dann im Zeitrafferstil, was alles sich durch den Aufstieg in die Regionalliga für die Mannschaft, die Trainer, den Verein und die Fans ändern wird. Tiere, also auch Hunde, seien nicht mehr eintrittsberechtigt. Bei sieben Sicherheitsspielen müsse dafür gesorgt werden, dass die Gästefans im Gästeblock separiert würden, der ansonsten für alle anderen Zuschauer auch geöffnet sei. Dopingkontrollen würden durchgeführt, die Toiletten seien nur über den Zugang Turnhalle zu benutzen.

Gleichlautende Ziele

Schließlich stellte Pressewart Philipp Müller die Mannschaft in Blöcken – Torhüter, Abwehr, Mittelfeld, Angriff – vor, wobei erstmals als Teil dieser Blöcke die zehn neuen Gesichter der Neuzugänge zu sehen waren. Dann der Höhepunkt des Abends, die eigene Vorstellung der Neuen mit Herkunft, letztem Verein und den Zielvorstellungen. Wobei man, mit ein paar Ausnahmen, die Schablone hätte drüber legen können: Weshalb sie nach Aubstadt gekommen sind, dass sie der Mannschaft helfen wollen, den Klassenerhalt zu schaffen, sich selber weiter entwickeln und möglichst viel Einsatzzeit bekommen wollen.

Die Neuen singen vom Kreuzberg

Dann forderte Müller zum traditionellen gemeinsamen Singen der Neuzugänge auf. Für das Kreuzberglied hatten sie sich entschieden. In der Hochstimmung der Vorfreude verriet dann der Co-Trainer Waios Dinudis, dass er nicht so recht wisse, worüber er aufgeregter sei: „Über den Saisonstart in Schweinfurt oder meine Hochzeit diese Woche.“ Dem setzte Michael Kraus drauf, dass er Ende Juli auch heirate und lud zum Polterabend ein.

Julian Grell nahm den Preis für die Mannschaft der Saison 2018/19 vom Sprecher des Fanclubs „widerwärtig”, Manfred Schubert (rechts), entgegen. Foto: Rudi Dümpert