HANDBALL

Das Spielniveau ist gestiegen

HSC Bad Neustadt 2013/14: Mit dieser Mannschaft spielt der HSC Bad Neustadt in der 3. Liga Süd (hinten von links): Peter Wolf (stellvertretender Vorsitzender), Margots Valkovskis, Vilim Leskovec, Franziskus Gerr, Michal Panfil, Jan Wicklein sowie (Mitte von links) Dr. Günter Fröh... Foto: Anand Anders

Es herrscht wieder einmal Aufbruchstimmung bei den Handballern des HSC Bad Neustadt. Sie starten am Samstag (20 Uhr) bei der SG H2Ku Herrenberg in ihre 22. Saison in der Drittklassigkeit, die erste in der 3. Liga Süd. Das erste Heimspiel steigt am Samstag, 7. September, um 19.30 Uhr gegen den SV 08 Auerbach. Als Vize-Meister der 3. Liga Ost wurde die Mannschaft von Matthias Obinger wie die bayerischen Kontrahenten HSC 2000 Coburg und Auerbach in den Süden umgruppiert. Statt aus Hessen, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Brandenburg kommen die Gegner nun aus Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz.

Die Eingewöhnungsphase in der neuen Umgebung sollte nicht allzu lang dauern, schließlich spielte der HSC viele Jahre in der damaligen Regionalliga Süd und kennt die meisten der künftigen Gegner. „Ich habe viele Mannschaften bereits auf Video gesehen und mich mit Trainerkollegen ausgetauscht. Ich denke, dass die Südstaffel aufgrund ihrer Ausgeglichenheit besonders stark ist“, erwartet Matthias Obinger eine anspruchsvolle Saison. Um auch in der neuen Liga erfolgreichen Handball zeigen zu können, hat sich der HSC qualitativ und quantitativ verstärkt. Mit dem Chilenen Emil Feuchtmann Perez (30/vom HC Aschersleben) hat der HSC einen spielfreudigen und quirligen Mittelmann verpflichtet. Er soll dem Angriffsspiel andere Impulse verleihen, als es Stefan Schröder getan hat, dessen Vertrag nicht verlängert worden ist. „Emil passt auch menschlich bei uns klasse rein“, sagt HSC-Vorsitzender Dieter Schulz, „mit ihm und Goran Djuricin sind uns gute Griffe gelungen.“ Der Serbe Djuricin (27/von der TSG Münster) hilft der Obinger-Sieben ebenfalls sofort weiter. Er ist der vierte Linkshänder im Kader und sowohl im rechten Rückraum für Michal Panfil als auch auf Rechtsaußen für Jan Wicklein eine wichtige Entlastung.

Benedikt Kern (22/vom TV Großwallstadt II) am Kreis und Nachwuchstorwart Fabian Tatzel (17/von der DJK Rimpar A-Jugend) müssen sich ihre Sporen erst noch verdienen, bedeuten aber noch mehr Alternativen und Optionen für Matthias Obinger: „Alle Neuzugänge haben sich prima integriert. Sie werden unser Spielniveau sicherlich weiter anheben, da wir von der Grundausrichtung sowohl im Abwehr- als auch im Angriffsspiel variabler geworden sind.“ Nach seinem 17. Geburtstag im Herbst – erst dann ist er bei den Männern einsatzberechtigt – soll auch Eigengewächs Jamie Wagenbrenner zum Kader gehören.

Die achtwöchige Vorbereitung ist reibungslos verlaufen. Obinger hatte sie in vier Blöcke mit unterschiedlichen Trainingsinhalten gegliedert, „angefangen von athletischen bis hin zu technisch-taktischen Schwerpunkten. Dabei galt es auch eine optimale Balance zwischen Belastung und Erholung zu finden.“ Das ist gut gelungen, die HSC-Fans freuten sich bei den Testspielen nicht nur über überraschende Ergebnisse, sondern auch über viel versprechende Leistungen. Gegen den Bundesligisten TSV Hannover-Burgdorf (28:31) hielt Bad Neustadt lange mit, die Zweitligisten SG BBM Bietigheim (31:28) und DJK Rimpar Wölfe (30:20) wurden geschlagen. Für Dieter Schulz sind diese Resultate allerdings eher ein Grund, auf die Euphoriebremse zu treten: „Ich bin mir nicht sicher, ob sich die Erwartungshaltung im Umfeld, die aus den Ergebnissen wächst, mit dem, was in der Liga kommen wird, in Einklang zu bringen sein wird.“ Immerhin, die Resultate halfen beim Dauerkartenverkauf: Etwa 300 Saisontickets wurden gebucht.

Die Formulierung eines Saisonziels in Form eines Tabellenplatzes vermeidet Dieter Schulz: „Ich glaube, dass die Südliga stärker einzuschätzen ist als die Oststaffel. Deshalb müssen wir erst einmal abwarten, was passiert. Wir möchten uns aber natürlich schon im vorderen Bereich befinden.“ Mittelfristig, so Matthias Obinger, müsse man strukturell wie sportlich einen Schritt nach dem anderen tun und Mut haben, zu investieren. Die Jugendarbeit müsse dabei eine zentrale Rolle spielen: „Wir haben in den letzten Jahren viel erreicht und vieles bewegt. Da muss man dran bleiben und nicht Gefahr laufen, dass einem der Bus vor der Nase wegfährt, während man an der Haltestelle steht.“

HSC Bad Neustadt

Abgänge

Jürgen Steinscherer (Eintracht Hildesheim/bereits im Winter), Alejandro Rohaly Viseras (MSG Groß-Bieberau/Modau), Stefan Schröder

Zugänge

Goran Djuricin (TSG Münster), Emil Feuchtmann Perez (HC Aschersleben Alligators), Fabian Tatzel (SG DJK Rimpar A-Junioren), Benedikt Kern (TV Großwallstadt II)

Spielkader

Tor: Rückennummer 1 Rostislav Badura (38), 12 Nils Thomas (22), 16 Fabian Tatzel (17)

Rückraum: 2 Michal Panfil (30), 6 Maximilian Schmitt (21), 9 Gary Hines (29), 14 Emil Feuchtmann Perez (30), 18 Goran Djuricin (27), 25 Vilim Leskovec (22)

Außen: 8 Felix Wolf (18), 22 Jan Wicklein (23), 23 Florian Bley (22)

Kreis: 3 Margots Valkovskis (36), 4 Benedikt Kern (22), 24 Franziskus Gerr (27)

Trainer

Matthias Obinger (33/seit Dezember 2009)

Saisonziel

Attraktiven Handball spielen

Meistertipp

HSC Coburg