SPORTHOLZFÄLLEN

Waldkönigin an Axt und Säge

Ramona Rauch an der Zugsäge Single Buck. Links Robert Ebner. Foto: Stihl Timbersports

Baden-Württembergs Waldkönigin Ramona Rauch tauschte Zepter und Krone für einen Tag gegen Axt und Säge: Gemeinsam mit dem amtierenden deutschen Meister im Sportholzfällen, dem aus Ottelmannshausen stammenden Robert Ebner, testete die 27-jährige Rosenfelderin ihr Talent im Holzsport. Auf dem Trainingsstützpunkt der deutschen Stihl Timbersports Series in Mellrichstadt traf Rauch auf Top-Sportler Ebner und versuchte sich selbst in drei Axt- und Sägedisziplinen.

„Meine Eltern haben einen Forstbetrieb, ich bin in diesen Bereich hineingewachsen“, beschreibt Rauch ihre Begeisterung für Holz und Handwerk. Seit zwei Jahren trägt die Badenerin die Krone und repräsentiert als Waldkönigin Baden-Württembergs ehrenamtlich die Forst- und Holzwirtschaft des Landes. Als Forstingenieurin habe sie sich daher schon länger für die Stihl Timbersports Series interessiert und auch die letztjährige deutsche Meisterschaft im bayerischen Deggendorf besucht, um den Extremsport einmal live zu erleben. „Jetzt kann ich es endlich einmal selbst ausprobieren“, freute sie sich bei der Ankunft auf dem Trainingsstützpunkt auf die sportliche Herausforderung. Für ein Training mit dem mehrmaligen deutschen Meister tauschte Ramona Rauch gerne Dirndl und Absätze gegen Sportschuhe und Schnittschutzhose.

Gleich bei der ersten Disziplin Stock Saw bewies Rauch, dass sie den Umgang mit der Motorsäge problemlos beherrscht. Nach kurzer Einweisung durch Robert Ebner sägte sie zwei vollständige Scheiben, so genannte „Cookies“, vom Stamm – in Bestzeit. „Mit der Motorsäge habe ich schon häufig gearbeitet“, gab sich die 27-Jährige bescheiden, während sie einen der Cookies in der Hand hielt.

An der Axt kam sie dann erstmals ins Schwitzen: Beim Underhand Chop muss ein liegendes Stück Holz mit Axtschlägen zerteilt werden, während der Sportler darauf steht. Bei dieser Disziplin komme es besonders auf die richtige Technik an, weiß Ebner, selbst Forstwirtschaftsmeister und Sicherheitscoach beim Landesbetrieb Forst Baden-Württemberg, aus langjähriger Erfahrung.

Das merkte auch Waldkönigin Ramona Rauch nach einigen Schlägen in das vorab gekennzeichnete Holz unter ihren Füßen. Von jeder Seite wurde der Stamm mit der scharfen Axt bearbeitet, bis er endlich brach und die Waldkönigin stolz die Hände in die Höhe riss. „Das verlangt schon ein hohes Maß an sportlicher Leistung“, bemerkte die 27-Jährige anerkennend.

Kaum vom Axt-Sport erholt, ging es mit der Zugsäge weiter: An der Single Buck sind neben der richtigen Technik besonders Kraft und Ausdauer gefragt. Mit fließenden Bewegungen gleitete das gezackte Sägeblatt durch das Holz. Doch was bei Robert Ebner so einfach aussieht, stellte Ramona Rauch vor eine Herausforderung. Die ungewohnten Bewegungsabläufe und die hakende Säge machen es der Waldkönigin nicht leicht. Umso größer die Freude, als es klappte und auch bei dieser Disziplin die ersten „Cookies“ fielen.

Bis Ende April wird Ramona Rauch noch als Waldkönigin ihr Bundesland vertreten, bevor sie das Zepter an ihre Nachfolgerin weitergibt. Das Training mit Robert Ebner sei eine der letzten Aktionen als Amtsträgerin, so Rauch – aber definitiv eine der besten. „Das war eine tolle neue Erfahrung für mich“, resümierte die Waldkönigin. Eine zweite Karriere als Sportholzfällerin will die 27-Jährige jedenfalls nicht ausschließen. (rus)

Die Waldkönigin Ramona Rauch mit dem deutschen Meister Robert Ebner. Foto: Stihl Timbersports