VOLLEYBALL

Selbstbewusst ins Saisonfinale

Thimo Völkel (Mitte), der Trainer der Volleyballerinnen der DJK Salz, hat klare Vorstellungen. Für seine Mannschaft und ihn stehen am Wochenende die entscheidenden Spiele um die Meisterschaft an. Foto: Anand Anders

Wer mit Thimo Völkel über seine Sportart spricht, der kann es sehen: dieses Funkeln in den Augen, wenn es um Volleyball geht. Der 53-Jährige ist der Trainer der Frauenmannschaft der DJK Salz, für die an diesem Samstag die entscheidenden Partien der Saison anstehen. In Tauberbischofsheim geht es um die Meisterschaft in der Kreisklasse Ost. Die Besonderheit: Mit Gastgeber SG Gerchsheim/Tauberbischofsheim II, dem Zweiten DJK Salz und dem Dritten TG Würzburg III treffen die führenden Klubs direkt aufeinander. Der Titel ist möglich für die Sälzerinnen, ein Abrutschen in der Tabelle freilich auch: „Wenn wir keine Punkte holen, sind wir wahrscheinlich Vierter“, erklärt Völkel und schiebt selbstbewusst nach: „Das wird aber nicht passieren.“ Als Tabellenzweiter oder -dritter könnte der erhoffte Aufstieg auch noch über die Relegation gelingen.

Kompletter Neuaufbau

Sechs Jahre ist es her, dass Völkel ans Hirtshorn kam und den Wiederaufbau startete. „Damals gab es Klaus Rüster und mich. Sonst war da niemand“, erinnert sich Völkel, „alles andere hatte sich aufgelöst.“ Die beiden hatten unter anderem in Schulen die Werbetrommel gerührt und mit dem Aufbau eines Jugendteams in Salz begonnen. „Plötzlich standen wir mit 18 Mädels in der Halle. Von ihnen ist immer noch ein Drittel da und bildet den Stamm der heutigen Frauenmannschaft. Die ist nach wie vor im Schnitt nur knapp über 17 Jahre alt.“ Völkel, der im Telemarketing selbstständig ist, pflegt innerhalb seiner Mannschaft „eine große Spaßkultur, verbunden mit Ehrgeiz.“ Genau das lebt der Trainer vor, der sich als ein im positiven Sinn „Volleyballverrückter“ bezeichnet. Wie sich das ausdrückt? „Ich überlasse zum Beispiel ungern Dinge dem Zufall“, sagt er. Die Halle im 95 Kilometer entfernten Gerchsheim, wo am Samstag ursprünglich gespielt werden sollte, kannte Völkel nicht. Also fuhr er jüngst mal hin und empfand sie als zu klein. Schließlich werden alleine aus Salz an die 70 Zuschauer erwartet. Anschließend kontaktierte er einen Verantwortlichen des Gastgebers und überzeugte ihn, den Spieltag in die Dreifachturnhalle nach Tauberbischofsheim zu verlegen. Um 14 Uhr geht es für die Sälzerinnen gegen die Gastgeberinnen, gegen 18 Uhr gegen Würzburg. „Meine Frau Carmen Sitzmann sagt schon: In letzter Zeit dreht sich alles nur noch um Volleyball.“

Fördern und fordern

Das war nicht immer so bei Thimo Völkel. Als Jugendlicher in Kitzingen spielte er Handball, wechselte erst mit 16 die Sportart. Sein älterer Bruder nahm ihn einmal mit zum Training und bald stand die Entscheidung fest, Volleyballer zu werden. Seine sportlich beste Zeit verbrachte Thimo Völkel, 1,91 Meter groß, in Fahr. Drei Aufstiege in vier Jahren führten das Team bis in die Bayernliga. Aus beruflichen Gründen hörte Völkel im Alter von 27 Jahren auf, kam aber nicht ganz los vom Volleyball. Nach 15 Jahren Pause stieg er beim TSV Münnerstadt für drei Saisons wieder ein. Anschließend wirkte er als Trainer in Ermershausen, im letzten Jahr parallel auch schon in Salz. „Ich bin ein Trainer, der ungeduldig ist“, sagt er über sich, „und das auch gerne in die Halle bringt. Ich fördere meine Spielerinnen, ich fordere aber auch viel.“

Selbstbewusst ins Saisonfinale

Schon in der Vergangenheit hatte Völkel, an dessen Seite Co-Trainer Emanuel Voll steht, im Vorfeld der Saisons jeweils den Aufstieg der Sälzer Frauenmannschaft von der Kreisklasse in die Kreisliga als Ziel ausgerufen. Geklappt hat es nicht. Weil die Konkurrenz zu stark war und das Nervenkostüm der DJK zu schwach. „Dieses Jahr sind die Spielerinnen so weit, dass sie nicht nur technisch gut spielen“, sagt Völkel, sondern auch mit großem Selbstvertrauen ausgestattet seien. „Sie sind so selbstbewusst, dass sie auch die zwei glasklaren Derbyniederlagen gegen Unsleben weggesteckt haben und wir trotzdem oben mitspielen können.“

Oben mitspielen, das macht die Volleyballabteilung der DJK Salz in Unterfranken auch abseits des Feldes. Zehn der zwölf Spielerinnen der ersten Mannschaft haben schon die Schiedsrichterprüfung abgelegt, die anderen beiden wollen in Kürze nachziehen. Außerdem hat die Hälfte der Mannschaft – wie er selbst – den C-Trainer-Schein vorzuweisen und kümmert sich um Jugendmannschaften. Den Mitgliederzuwachs innerhalb der Abteilung sieht Völkel noch längst nicht am Ende. Momentan gebe es 75 Volleyballer bei der DJK, in Zukunft sollen es über 100 sein. Zahlen, die auch der Verband honoriert und Fördergelder ausschüttet: „Ein schöner dreistelliger Betrag.“

Ballmaschine wird gebraucht

Vierstellig würde es, wenn es mit der Anschaffung einer Ballmaschine klappen soll. Mindestens 3000 Euro werden da aufgerufen. „Eine gute kostet sogar 5000 Euro“, weiß Völkel. Eine Summe, für die er noch nach Sponsoren sucht, die er freilich als gut investiert betracht. Schließlich fördere sie die Entwicklung der Spielerinnen, weil sich Dinge einstudieren lassen. „Wiederholen, wiederholen, wiederholen. Nur dann lernt man die Spielsituationen kennen.“