KEGELN UM DEN AUFSTIEG IN DIE BUNDESLIGA

Zu brav für den Aufstieg

Aus und vorbei! Der Traum der Kegler des TSV Großbardorf, in der Bundesliga die besten Mannschaften Deutschlands auf den heimischen Bahnen begrüßen zu können, ist vorerst ausgeträumt. Im Aufstiegsturnier der vier Zweitligameister im oberfränkischen Bindlach reichte es für das Sextett von Trainer Axel Tüchert nur zum dritten Platz. Die Aufsteiger heißen TSV Zwickau und ASV Neumarkt. Sie setzten sich mit großem Abstand sicher durch.

Deshalb war die Enttäuschung bei den TSV-Keglern, die von ihren Fans in der proppenvollen Bindlacher Kegelbahn lautstark angefeuert wurden, riesengroß. „Ich bin maßlos enttäuscht. Denn wir hatten an den zwei Tagen die einzigartige Möglichkeit, Geschichte für den Verein zu schreiben. Aber leider hatten wir am ersten Tag einen Ausreißer nach unten, der uns entscheidend zurückwarf“, sagte Pascal Schneider. Patrick Ortloff fügte hinzu:. „Die anderen waren weitaus bissiger. Bei uns hat man teilweise den Willen nicht gesehen. Wir haben vor allem am ersten Tag zu brav gekegelt.“ Für Christian Helmerich, der als einziger Bardorfer die 600er-Marke übertraf und insgesamt mit seinen 623 Holz am zweiten Tag bester Kegler der Veranstaltung war, war der Grund für das Scheitern die fehlende mannschaftliche Geschlossenheit: „Auch hatten wir am ersten Tag keinen Ausreißer nach oben. Leider war unser Rückstand nach dem ersten Tag zu groß.“

Großer Rückstand als Hypothek

Auch für die übrigen Grabfelder war der Auftakttag der entscheidende. „Da waren wir nicht zielstrebig genug. Der Rückstand war eine zu große Hypothek“, meinte Torsten Frank. Denn dieser betrug auf die führenden Neumarkter bereits 104 und auf Zwickau auch schon 49 Kegel. Geiseltal-Mücheln war da schon eigentlich aus dem Aufstiegsrennen. Axel Tüchert erkannte neidlos an, dass es „nicht gut gelaufen ist und zwei eben besser und vor allem bissiger“ waren: „Der erste Tag ist nicht wie geplant gelaufen.“

Der erste Tag hatte wie geplant begonnen. Pascal Schneider lag nach den Auftaktkeglern mit seinen 577 Kegeln auf dem zweiten Platz hinter dem Zwickauer Patrick Hirsch (600). Diesen Platz verlor anschließend Marco Schmitt trotz respektabler 577 Kegel. Einen Einbruch erlebte dann Andy Behr mit 123 bzw. 127 Kegeln. Er wurde von Patrick Ortloff ersetzt. Christian Helmerich, Torsten Frank und René Wagner konnten den Rückstand auch nicht mehr wettmachen.

Am zweiten Tag baute Tüchert die Aufstellung um und gab seinen Männern mit auf den Weg: „Wir kegeln voll auf Angriff, wir müssen aufholen.“ Doch Marco Schmitt musste trotz 579 Kegeln den Rückstand anwachsen lassen (Neumarkt 612, Zwickau 617) und auch Pascal Schneider konnte nur gegen Neumarkt einige Kegel gutmachen. Doch plötzlich keimte im TSV-Lager wieder Hoffnung, denn Christian Helmerich erreichte tolle 623 Kegel und verkürzte den Rückstand auf den Zweiten Zwickau auf 34 Kegel.

Hoffnung keimt auf

Alles war plötzlich wieder drin, da auch Torsten Frank dem Zwickauer Patrick Hirsch ein Holz abknüpfte. Als dann auch noch René Wagner seinem Zwickauer Kontrahenten im ersten Satz 15 Kegel wegnahm, war die Spannung auf dem Siedepunkt. Doch der Zwickauer konterte mit starken 159 Hölzern und damit war die Entscheidung zu Ungunsten der Großbardorfer praktisch gefallen. Wagner musste letztendlich 27 Kegel abgeben, die auch Patrick Ortloff nicht mehr wettmachen konnte.

Großbardorf, 1. Tag: Pascal Schneider 577, Marco Schmitt 571, Andy Behr/Patrick Ortloff 538, Christian Helmerich 584, Torsten Frank 568, René Wagner 565; 2. Tag: Schmitt 579, Schneider 581, Helmerich 623, Frank 579, Wagner 540, Ortloff 542.

Endstand

1. TSV 90 Zwickau 6947 2. ASV 1960 Neumarkt 6939 3. TSV Großbardorf 6847 4. SV Geiseltal-Mücheln 6709


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