SKI NORDISCH

Training auf Langlaufski fördern die Ausdauer

Der gute Wintersportler wird im Sommer gemacht. Skisprung-Trainer Maximilian Lange mit Tim Dickas (links) und Franz Eise... Foto: privat

Bereits als Sechsjähriger kam Maximilian Lange zum Skispringen unter Trainer Adolf Baldauf. Der Bischofsheimer gewann einmal ein Bayerncup-Springen, wurde zweimal Zweiter und einmal Dritter der Gesamtwertung. Seit Juni 2015 ist der 24-Jährige, der in Würzburg studiert, der Skisprung-Trainer der Rhön-Adler.

Frage: Du bist noch sehr jung und schon Trainer. Wie kam es dazu?

Maximilian Lange: Der Direktor der Mittelschule Bischofsheim machte mich darauf aufmerksam, dass ein Trainer für das Skispringen in der Rhön benötigt würde und hat mich dafür vorgeschlagen auch aufgrund meines angestrebten Berufes als Sportlehrer und meiner Verbundenheit zur Heimat. Noch am selben Abend habe ich mich für die Trainer-C-Lizenz Nordische Kombination beim DSV angemeldet. Wenn einen einmal die Liebe zum Skispringen gepackt hat, lässt es einen auch Jahre später nicht los. Es war der Hauptbestandteil meiner Kindheit und Jugend und hat mich in meiner Persönlichkeit maßgeblich gefördert.

Der Aufwand als Skisprung-Trainer ist sicher hoch. Wer unterstützt dich?

Lange: Im Training und in den Wettkämpfen ist das Co-Trainerin Laura Kemmerzell. Und André Eichel, mein Vorgänger, hält mir bei organisatorischen Dingen den Rücken frei. Voll hinter unserem Sport stehen auch die Eltern. Und Schanzenwart Hans Beck sorgt mit sehr viel Herzblut dafür, dass wir optimale Trainingsbedingungen auf den Kreuzbergschanzen vorfinden. Darüber hinaus unterstützen uns in vielfältiger Art und Weise die heimischen Vereine.

Was für ein Trainingspensum haben die jungen Sportler?

Lange: Im Sommer gibt es pro Woche zwei Einheiten auf der Schanze. Dazu kommen ab und zu Ausdauereinheiten, oftmals in spielerischer Art wie Schnitzeljagd, Crosslauf oder koordinatives Nordic Walking. Einmal in der Woche steht ein Athletik-Training auf dem Programm. Bei Kindern bis zwölf Jahre gehen wir nicht in den Kraftraum. Gearbeitet wird in der Halle und ausschließlich mit dem eigenen Körpergewicht, und da wieder spielerisch. Viel Wert wird auf koordinatives Training gelegt. Nach Absprache gibt es zusätzliche Trainings an der Schanze und Eintages-Wettkämpfe als „Trainingsspitzen“. Am Pfingstwochenende findet das Trainingscamp statt und im August fahren wir eine Woche ins Trainingslager nach Planica in Slowenien.

Und im Winter?

Lange: Da wird unter der Woche in der Halle und auf der Loipe trainiert nach flexibler Absprache. Anfang der Saison ist immer ein Techniktraining Skating auch für die Eltern, die dann gerne mit ihren Kindern gemeinsam trainieren. Das Schanzentraining ist im Winter Samstagvormittag.

Wie schaut der Wettkampf-Kalender aus?

Lange: Der ist vielfältig. Wettkämpfe gibt es schon von April bis November, vor allem in Bayern, Hessen und Thüringen. Dazu gehören übrigens auch Crossläufe im Rahmen des Rhön-Grabfeld-Cups. Speziell im Winter geht es beispielsweise nach Rastbüchl, Berchtesgaden, Oberstdorf, Schmiedefeld und Johanngeorgenstadt. Und natürlich zu den Veranstaltungen in der Rhön wie dem Nachtskisprint in Oberweißenbrunn.

Was versteht man unter Nordischer Grundausbildung?

Lange: Bis zum Alter von etwa zwölf Jahren ist das Training vor allem auf Vielseitigkeit und sehr spielerisch ausgelegt. Ziel ist vor allem die ganzheitliche und gesunde Ausbildung eines Rumpfmuskelkorsetts sowie ein großer Bewegungsschatz und gute koordinative und konditionelle Fähigkeiten. Alles verbunden mit Freude an Bewegung.

Was hat der Spezialspringer vom Training auf Langlauf-Skiern?

Lange: Vor allem die Ausdauer. Wenn man sich den engen Weltcupplan einer Wintersaison der Profis anschaut, wird schnell klar, warum man auch als Spezialspringer Ausdauer braucht, nämlich um Ermüdungserscheinungen in der Konzentration oder im Willen vorzubeugen. Die Langlaufski sind darüber hinaus ein sehr gutes koordinatives Trainingsmittel. Bei einem Skisprung, der in Anfahrt, Absprung, Flug und Landung gegliedert ist, kann man schlecht einzelne Elemente zum fokussierten Üben herausnehmen, der Sprung ist logischerweise nur im Ganzen möglich. Wenn man aber beispielsweise nur die Anfahrtshocke oder nur den Absprung oder nur die Landung trainieren will, bieten die Langlaufski das optimale Trainingsgerät. Bei der Anfahrtshocke und dem Absprung ist es ein Kernziel, den Körperschwerpunkt richtig zu balancieren. Der Langlaufski reagiert auf Fehler gnadenlos. Weicht man mit dem Schwerpunkt nach hinten aus, so sitzt man nach einem Sprung über eine kleine Schanze schnell auf dem Hintern.