SKI NORDISCH

Kurvige Herausforderung

45 Sportler trotzen in Oberweißenbrunn dem eisigen Wind. Warm wird ihnen, weil sie auf den dünnen Langlauflatten ein ordentliches Tempo vorlegen.
Geschwind um die Kurve: Pablo Noll (von links), Marcus Enders und Thomas Schrenk. Foto: Fotos (4): Anand Anders

Das von grellem Kunstlicht angestrahlte Feld oberhalb der Kirche ist schon von weitem sichtbar. Wer zum Nachtskisprint des WSV Oberweißenbrunn kommt, findet sich schnell zurecht. Komplizierter wird es erst später, auf der Piste. Dort, wo sonst Kühe und Rinder auf einer Wiese stehen, hat der Wintersportverein wieder eine Loipe hingezaubert. Eine Herausforderung, weil die 900 Meter extrem kurvenreich sind. „Man muss beweglich sein. Gefragt ist ein schneller Spur- und Richtungswechsel durch Bogentreten“, spricht aus Ewald Simon der Fachmann.

Der WSV-Vorsitzende ist an diesem Abend Rennleiter, omnipräsent und doch gelassen, weil die 25-köpfige Mannschaft funktioniert. „Das sind alles Spezialisten in der Organisation. Daher klappt das auch“, sagt Simon bei einem Glühwein. Der kleine Verpflegungsstand am Dorfgemeinschaftshaus ist eine gute Idee. Knapp im Minusbereich liegt die Temperatur, aber der leichte eisige Wind lässt die Zuschauer frösteln. Warm wird dafür den Sportlern, die auf ihren dünnen Latten ordentlich Tempo aufnehmen. Die Anlage ist in einem idealen Zustand, 20 Zentimeter gepresste Schneeauflage, präpariert von einer Pistenwalze, die der Verein Naturpark & Biosphärenreservat Bayerische Rhön stellt, weil sich hier auch der Einstieg zur Arnsberg-Loipe befindet.

45 Teilnehmer haben sich in die Starterliste eingetragen. Das Gros kommt von der SKG Gersfeld, dazu Langläufer vom RWV Haselbach, TSV Poppenhausen, SV Frankenheim und natürlich vom Veranstalter. Wie Dieter Stäblein, der zum ersten Mal am Nachtskisprint teilnimmt und der mit 59 Jahren der Älteste an diesem Abend ist. „Ich brauche den Sport, um mich wohlzufühlen. Und ich freue mich auf den Spaß in der Gruppe“, sagt Stäblein, der diesmal die Salomon-Ski ausgepackt hat. „Die sind kürzer und sollten für die vielen Kurven am besten gehen“, so Stäblein, der sich auch auf dem Mountainbike, auf Inlinern oder Skirollern wohl fühlt. 2700 Meter, also drei Runden, mussten die zehn Junioren und Männer zurücklegen. Schnellster war Marcus Enders (SV Frankenheim), der bereits nach 6:53 Minuten im Ziel war. Auf den Plätzen folgten Thomas Schrenk (7:12) vom WSV Oberweißenbrunn und Pablo Noll (7:13) vom TSV Poppenhausen. Jüngster Teilnehmer war WSV-Sportler Janis Kansog, Jahrgang 2009, der mit seinen Mitstreitern immerhin zwei Runden über je 600 Meter zurückzulegen hatte.

In gut einer Stunde ist der Wettkampf durchgezogen. Dampfende Leiber, glückliche Gesichter. Rund ums Dorfgemeinschaftshaus wird es schnell wieder ruhig. Das Flutlicht brennt aber weiter. Jeden Dienstag und Donnerstag hat die Loipe für alle Freunde des Wintersports bis 20 Uhr geöffnet – solange der Schneevorrat reicht.

Der Beginn der gemeinsamen Vereinsmeisterschaft des WSV und des RWV Haselbach an diesem Sonntag, 29. Januar, ist um eine Stunde nach vorne verlegt worden. Das erste Rennen wird nun bereits um 13 Uhr gestartet.

ONLINE-TIPP

Alle Ergebnisse vom Nachtskisprint: www,wsv-oberweissenbrunn.de

Langer Flutlichtschatten: Cedric Hahl lief über 1,8 Kilometer auf und davon.
Und los: Die Schülerinnen und Schüler U10/11 starten voller Elan. Sie hatten 1,8 Kilometer zu absolvieren.
Stockeinsatz: Der Oberweißenbrunner André Wegmann auf dem Weg ins Ziel.