SKISPRINGEN

Junge Adler und ein alter Hase

Früh übt sich: Tim Dickas wagt sich über die K 16-Anlage der Kreuzbergschanzen. In der Klasse S 8 männlich sprang der Sp... Foto: Barbara Enders

Das Wetter hielt beim zwölften Skispringen um den Kloster-Kreuzberg-Pokal auf der Schanzenanlage oberhalb Haselbachs und die Mühen der Organisatoren vom RWV Haselbach haben sich gelohnt. Bei angenehmen Temperaturen gab es mit einem Probesprung und zwei Wertungsdurchgängen auch für die zahlreich erschienenen Besucher einiges zu sehen. Für die ganz jungen Skispringer wurde dieses Mal sogar die kleinste der Schanzen, die sogenannte Minischanze eingebaut, eine kleine Rampe, die unterhalb der K 16 zum Einsatz kommt. Sie durften außerdem als Vorspringer außer Konkurrenz über die K 16 springen.

Die jungen Rhönadler waren mit ihrem neuen Sprunglauftrainer Maximilian Lange dabei und zeigten, was sie gelernt hatten. Unter den fünf Rhönern ist Franz Eisenmann vom WSV Oberweißenbrunn schon ein alter Hase und seine Sprünge von 27,0 Meter und 27,5 Meter auf der K 30 gehörten zu den weitesten, womit er in seiner Altersklasse gewann.

Ihr Trainer startete nach einigen Jahren Pause bei dem Wettbewerb in der am stärksten besetzten Klasse auf der K 50. Maximilian Lange hatte erst vor drei Wochen wieder mit dem Sprunglauftraining begonnen, er erhält Unterstützung vom bisherigen Trainer der Rhönadler, André Eichel, der auch die Wettkampfleitung inne hatte. In der Klasse Junioren 19 bis Männer 29 startete auch Heiko Hackl (WSV Lauscha), der mit 51 Metern auf der K 50 die größten Sprünge des Tages machte und souverän der erste seiner Klasse wurde.

Zu den ältesten Springern zählte der 66-jährige Johannes Orschel vom Tabarzer SV, der weitaus jüngere Springer auf der K 50 auf die hinteren Plätze verwies. Die Veranstaltung konnte sich gar rühmen, einen deutschen Meister zu den 37 Teilnehmern zu zählen: Walther Gräf, ebenfalls vom Tabarzer SV. Er wurde vor einigen Wochen bei den deutschen Meisterschaften in Lauscha Erster seiner Klasse und ist mittlerweile auch der älteste Skispringer Deutschlands. „In zwei Wochen werde ich 71“, strahlte er über das ganze Gesicht. „Ich bin etwas im Trainingsrückstand, deshalb springe ich auf der K 30“, erklärte er. Auf die Frage, ob man mit dieser Erfahrung denn noch einen Trainer benötige, antwortet Gräf: „Natürlich. Man wartet regelrecht auf die Anmerkungen des Trainers, ohne ihn geht gar nichts.“ Und noch eine Rekordhalterin gehörte zu den Teilnehmern: Lara Liedloff vom WSV Steinbach (Thüringen) ist bislang mit acht Jahren die jüngste deutsche Springerin auf einer 40-Meter-Schanze. Auf den Kreuzbergschanzen hätte die mittlerweile Zehnjährige über die K 30 springen müssen, sie zog jedoch die Sprünge auf der K 50 vor und kam dabei auf den zweiten Platz ihrer Klasse.

Auszug aus der Ergebnisliste

S7 (Minischanze): 1. Louis van Rosen (RWV Haselbach) 111,6 Punkte; ... 4. Fernando Haase (RWV) 110,4.

S8 (K 16): 1. Tim Dickas (RWV) 193,0.

S9 (K 16): 1. Nando Riemann (WSV Braunlage) 205,9; ... 3. Raoul Haase (RWV) 189,3.

S11 (K 30): 1. Franz Eisenmann (WSV Oberweißenbrunn) 208,3.

J19/M29 (K 50): 1. Heiko Hackl (WSV Lauscha) 225,6; ... 5. Maximilian Lange (RWV) 161,3.

Hat gut lachen: Franz Eisenmann (WSV Oberweißenbrunn). Foto: Barbara Enders