Bastheim

Premiere im Bastheimer Gemeinderat: Stellungnahme per Videoschalte

Bastheim will deutlich das Wasserschutzgebiet ausdehnen, in dem Prämien für den Verzicht auf Düngemittel gezahlt wird. Foto: Eckhard Heise

Mit einem Novum startete die Gemeinderatssitzung von Bastheim. Bei der Beratung zum Genehmigungsverfahren für das neue Baugebiet in Wechterswinkel beteiligte sich Architekt Alexander Albert per Videoschalte an der Zusammenkunft. Sein Beitrag galt der Auseinandersetzung mit den Stellungnahmen der Träger öffentlicher Belange.

Der Planer stellte zunächst die Grundzüge des Areals vor, das an die südliche Bebauung grenzt. Die ausführlichste Stellungnahme hatte das Amt für Ländliche Entwicklung abgegeben, das kritisierte, dass die Ausweisung von 16 Bauplätzen angesichts eines prognostizierten Bevölkerungsrückgangs den Bedarf überschreite und die Möglichkeiten der Innenentwicklung noch nicht ausgeschöpft seien.

Die Gemeinde erwiderte jedoch, dass die Bevölkerungsstatistik inzwischen eine neue Richtung eingeschlagen habe und das Interesse an Bauland auch durch die Entwicklung in der Kreisstadt wachse.

Geringer Abstand zur vorhandenen Bebauung moniert

Anlieger wandten sich gegen einige Festsetzungen, insbesondere monierten sie einen zu geringen Abstand der Bauflächen zur vorhandenen Bebauung, sodass Schattenwurf auf die vorhandenen Häuser auftreten könnte. Der Architekt hielt zunächst dem entgegen, dass der Flächenverbrauch so gering wie möglich gehalten werden soll. Außerdem soll den Bauherren so viel Freiheit wie möglich eingeräumt werden.

Auf Vorschlag eines anwesenden Anliegers verschob das Gremium daraufhin die Baugrenzen für Häuser ab einer festgelegten Höhe. Da ansonsten keine Einwände vorhanden waren, die das Vorhaben in Gänze infrage stellen, stimmte das Gremium zu, den nächsten Schritt im Genehmigungsverfahren zu gehen.

Das gleiche Prozedere erfolgte für das Baugebiet "Mühlacker" in Bastheim. Nachdem sich die Mandatsträger mit den Stellungnahmen auseinandergesetzt hatten, soll das Verfahren wie geplant fortgesetzt werden.

Entschädigung für Landwirte

Das Gremium überarbeitete ferner die Entschädigung für Landwirte, die im Wasserschutzgebiet Felder bewirtschaften und auf Düngemittel verzichten. Um die Wasserqualität zu verbessern, erweiterte bei dieser Gelegenheit die Gemeinde den Bereich, der in den Genuss der Extensivierungsprämie kommen soll. Betroffen ist nun eine landwirtschaftliche Fläche von insgesamt rund 125 Hektar. Für diesen Bereich zahlt die Gemeinde künftig eine Entschädigung von bis zu 200 Euro je Hektar.

Bürgermeister Tobias Seufert machte dabei jedoch darauf aufmerksam, dass bei der Bewirtschaftung der betroffenen Felder eine Reihe von Regeln einzuhalten sind, die den Verzicht von Düngung betreffen. Mit den einzelnen Landwirten sollen entsprechende Vereinbarungen geschlossen werden. Zudem lasse sich die Förderung mit Programmen des Amts für Landwirtschaft koppeln, sodass für den Landwirt ein recht attraktives Angebot entstehe.    

Über Kostenüberschreitungen aufgeklärt

Im weiteren Verlauf befasste sich das Gremium mit den Ergebnissen der örtlichen Rechnungsprüfung. Im Wesentlichen fielen einige Kostenüberschreitungen mehrerer Baustellen auf, trug Peter Sauer vor. Unter anderem ging es um die Mehrkosten am Kindergarten Reyersbach, Sanierungsarbeiten an einem Hausanschluss und zusätzliche Anschaffungen. Da die Verwaltung die Überschreitungen erklären konnte, segneten die Volksvertreter den Bericht ab.

Schließlich befürworteten die Mandatsträger noch einen Zuschuss an die TSG Bastheim von 250 Euro. Ferner segnete das Gremium eine Reihe von Baugesuchen ab. So gab es grünes Licht für ein Einfamilienhaus in Reyersbach sowie eine Terrassenunterkellerung ebenfalls in Reyersbach, den Ausbau eines Dachgeschosses in Wechterswinkel und ein Carport in Unterwaldbehrungen.

FFP2-Masken für pflegende Angehörige können telefonisch geordert werden

Seufert gab schließlich noch bekannt, dass pflegende Angehörige sich telefonisch bei der Gemeinde melden können, um drei FFP2-Masken zu erhalten. Der Mundschutz wird dann an die Antragsteller ausgeliefert. Und zu guter Letzt informierte das Gemeindeoberhaupt, dass die Telekom in nächster Zeit auf dem ehemaligen Sportplatz Richtung Rödles einen Mobilfunkmast errichten will. Die Übergabe soll im März sein.