Mellrichstadt

Mittelschule Mellrichstadt: Sprungbrett ins Leben

Die Auszeichnung der Klassenbesten (von links): Schulverbandsvorsitzender Michael Kraus, Rektor Achim Libischer, Emel Alic (9a), Markus Hartmann (Klassleiter 9a), Horia Hosseini (9P), Bastian Reukauf (Klassleiter 9b), Jonas Weiß (9b) und Manuel Schmidt (Lehrer 9P). Foto: Heiko Rebhan

Der vergangene Dienstag war ein ganz besonderer Tag für die 39 Neuntklässler der Udo-Lindenberg-Mittelschule in Mellrichstadt, die die Qualiprüfung gemeistert haben. Und nun kann für sie das Abenteuer beginnen. So war es jedenfalls auf Englisch am Rednerpult zu lesen.

Er war der Louis Armstrong des Abends: Trompeter Ben Schmitt. Foto: Heiko Rebhan

Zum zweiten Mal fand die Entlassfeier im Pausenhof statt, der laut Rektor Achim Libischer über einen ganz besonderen Charme verfügt. Ein richtig schönes Ambiente für ein wichtiges Event, das von kreativen Reden und musikalischen Einlagen geprägt war. Die Abschlussfeier der 9abP konnte sich sehen bzw. hören lassen. Sie zeigte: In der Mittelschule herrscht Harmonie.

Eine Menge erreicht

"Ihr habt 'ne Menge erreicht. Es gibt viele Menschen, die sich mit euch freuen", wandte sich Achim Libischer in seiner Begrüßung an die Hauptdarsteller des Abends: die Schülerinnen und Schüler der 9. Klasse. 45 von ihnen nahmen an der Prüfung zum Quali teil und 39 schafften den Quali. Als Klassenbeste wurden Emel Alic (9a), Jonas Weiß (9b) und Horia Hosseini (9P) ausgezeichnet. Dieses Trio hat nach den Worten von Achim Libischer herausragende Leistungen hingelegt.

Für das geistliche Wort zeigte sich Christof Brod zuständig. Er fragte, was eigentlich einen Superhelden ausmache? Diese Superhelden hätten aber auch ihre Schwachstellen. Sie seien nicht nur stark, sondern auch verletzlich. Schwachstellen würden zu unserem Leben gehören. Aber die Superhelden können über eine Quelle verfügen, aus dem sie ihre Kraft schöpfen. 

In seiner Funktion als Schulverbandsvorsitzender wandte sich Bürgermeister Michael Kraus an das Auditorium. Er ging zunächst auf die Pandemie ein. Dabei musste man das Beste aus der vertrackten Situation machen. Schule in Zeiten von Corona sei Schule in Krisenzeiten. Nach fünf Jahren an dieser Mittelschule bekommen nun die Neuntklässler ihr Abschlusszeugnis. Kraus dankte Rektor Achim Libischer, der Schulleitung, den Lehrern und den Eltern. Die Schülerinnen und Schüler können auf diesen Tag stolz sein. Ihr Abschluss sei ein Sprungbrett ins Leben. "Wagt den Sprung ins Leben, seid mutig, begeistert und neugierig", forderte der Bürgermeister die Kids auf. Sie werden gebraucht mit ihrem Schwung und ihren neuen Ideen. "Ihr seid unsere Zukunft! Habt Vertrauen in euch, übernehmt Verantwortung, findet eigene Problemlösungen und stellt euch den Herausforderungen. Prägt unsere Stadt und das Streutal mit eurem Talent", so Michael Kraus. Einige von ihnen wollen die Mittlere Reife angehen, viele haben schon einen Ausbildungsplatz in der Tasche. Der regionale Arbeitsmarkt, so Kraus weiter, biete genügend Arbeitsplätze, auch wenn sich 90 Prozent der Absolventen auf 10 Prozent der Arbeitsplätze bewerben.

Die eigene Superheldengeschichte schreiben

Für den Elternbeirat sprach Elisabeth Landgraf. Sie stellte gleich zu Beginn ihres Grußwortes klar: "Nicht jeder Superheld kommt wie Superman mit überirdischen Kräften auf die Welt. Vielleicht schlummert auch in den Schülerinnen und Schülern eine Superkraft. Auch durch Fehler erhält man super Kräfte. Schreibt eure eigene Superheldengeschichte", forderte Elisabeth Landgraf abschließend die Kids auf.

Sie zauberten zum Abschluss den Song "Story of my life" auf die Bühne. Foto: Heiko Rebhan

Rektor Achim Libischer machte klar, dass jeder Schüler anders sei. Aus den zufriedenen Gesichtern der Kids bei dieser Abschlussfeier zog er den Schluss, dass es bei der Udo-Lindenberg-Mittelschule harmonisch zugehe. Es sei enorm wichtig, dass man ein Netz um sich herum habe. Eltern und Angehörige sowie Freunde können ein solches Netz darstellen. Die Klassenleiter hätten mit sehr viel Geduld durch die Pandemie geführt. Und die Schülerinnen und Schüler, so der Rektor weiter, hätten rechtzeitig Gas gegeben und insgesamt ein tolles Ergebnis erzielt. Libischer lobte seine Lehrkräfte Markus Hartmann, Bastian Reukauf und Nadine Büttner sowie das Lehrerduo der Praxisklasse, Manuel Schmidt und Martin Beck. Libischer ist tief beeindruckt, wie es diesem Duo immer wieder gelinge, unter ihren Schülern eine Einheit zu formen. Die Kids forderte der Rektor abschließend auf, die Welt zu erobern.

Dank an die Lehrkräfte

Die Schüler Anna Schmitt, Carlos Hippeli, Lorenz Misch, Emel Alic, Lea Guck und Romina Gensler wandten sich in ihren Abschiedsworten an die Lehrkräfte, bei denen sie sich herzlich bedankten. "Es war mit uns nicht immer einfach. Wir konnten aber immer mit den Lehrern reden", so der Tenor der Schüler und Schülerinnen. Corona habe von ihnen das Maximum verlangt. Es sei ein turbulentes Schuljahr gewesen. Man habe diese Situation wie Helden gemeistert. Die Elternvertreter Michaela Köller und Natascha Klett hatten für die gelobten Klassenleitern ein Präsent parat.

Klassleiter Markus Hartmann (9a) sprach ebenfalls die schwierige Zeit der Pandemie an: "Hinter uns liegen zwei anstrengende und kräfteverzehrende Coronajahre. Doch die Schüler haben alles gemeistert und nicht aufgegeben. Was sie geschafft haben, ist heldenhaft." Die Neuntklässler hätten Durchhaltevermögen, Ehrgeiz und Einfühlungsvermögen bewiesen. Sie seien an ihren Aufgaben gewachsen. Dass die Jugendlichen nie ihr Ziel aus den Augen verloren haben, auch wenn man immer wieder ihre Motivation aufbauen musste, betonte Klassleiter Bastian Reukauf (9b). Trotz Corona haben die Kids viel geschafft. Sie können stolz auf sich sein. "Geht raus in die Welt, verändert die Welt", wünschte Reukauf den Schülerinnen und Schülern.

Musikalische Unterhaltung durfte nicht fehlen

Dann hieß die Bühne frei für Manuel Schmidt (9P), der mit Achim Libischer das "Blues Brothers-Duo" bildet. So ist jedenfalls aus Insiderkreisen zu hören. Manuel Schmidt unterstrich, dass die Ziffern im Abschlusszeugnis zwar die schulischen Leistungen abbilde, nicht aber die Umstände, unter denen solche Leistungen erzielt worden seien. Zu diesen besonderen Umständen zählt beispielsweise die Situation von alleinerziehenden Müttern oder Schüler mit Migrationshintergrund, die etwa vor einigen Jahren aus Syrien oder Afghanistan nach Deutschland kamen. Manuel Schmidt wünschte den Entlassschülern, dass sie die positiven Zeiten genießen.

Die Musik kam bei dieser Veranstaltung nicht zu kurz: Paula Abe eröffnete das bunte Programm mit "Mamma Mia", Ben Schmitt trat in die Fußstapfen von Louis Armstrong, Natalie Last und Nele Bonnke brillierten bei "Stay" und zum krönenden Abschluss erklang "Story of my life" und eine solche Story haben die Neuntklässler der Mittelschule geschrieben.