Bastheim

Dorfladen Besengau ist wichtiger Bestandteil der Gemeinschaft

Landrat Thomas Habermann (rechts) und Bastheims Bürgermeister Tobias Seufert informierten sich vor Ort bei den beiden Geschäftsführerinnen Renate Molzberger (2. von links) und Karin Hahn über die Entwicklung und die aktuelle Situation des Dorfladen Besengau. Geschäftsführer Rolf ... Foto: Klaus-Dieter Hahn

Das einjährige Bestehen nahm Landrat Thomas Habermann zum Anlass, sich umfassend über die Entwicklung des von ihm gerne als "Vorzeigeprojekt" bezeichneten Dorfladens Besengau zu informieren. Dazu griff er nicht nur einfach zum Einkaufskorb und erledigte seine Wochenendeinkäufe, sondern setzte sich auch in der Café-Ecke mit Vertretern der Geschäftsführung und des Dorfladen-Beirates zusammen. Ein reger Gedankenaustausch rund um das "Geburtstagskind" war die Folge.

Das Kreisoberhaupt sprach dabei den Verantwortlichen, dem Verkäuferinnen-Team, vor allem aber auch all den ehrenamtlichen "guten Geistern", die hinter dem Projekt stehen, große Anerkennung und ein herzliches Dankeschön für ihr Engagement aus. "Ihr Einsatz ist nur in den höchsten Tönen zu loben", stellte er heraus. Auch wenn sich die Umsatzzahlen aktuell nach den Hochs im Anschluss an die Eröffnung vor einem Jahr und während des Corona-Lockdowns im Frühjahr eher wieder rückläufig entwickeln, sieht er keinen Anlass zu Pessimismus. "Im Moment haben wir das Gefühl, dass die Leute einem gewissen Gewöhnungseffekt erlegen sind. Sie akzeptieren das Dasein des Dorfladens, kaufen aber nur Kleinigkeiten bei uns", haben Karin Hahn und Renate Molzberger von der Geschäftsführung beobachtet.

Landkreis will mit gutem Beispiel vorangehen

Nach Ansicht von Landrat Habermann müsse man diesem Trend entgegenwirken. Den Menschen müsse bewusst werden, dass "sie regelmäßig hier und nur ausnahmsweise in Bad Neustadt oder Mellrichstadt einkaufen sollten", bat er eindringlich. Der Landkreis selbst werde mit gutem Beispiel vorangehen und sämtliche Einkäufe für die Veranstaltungen im nahen Kreiskulturzentrum Kloster Wechterswinkel im Dorfladen Besengau erledigen, versprach er. "Das ist doch selbstverständlich. Zumal der Laden ja eine ganze Reihe regionaler und auch Bio-Produkte in seinem Sortiment hat", bekräftigte das Kreisoberhaupt.

Eine weitere Anregung zur Kundenbindung aus seinem Mund: "Wie wäre es denn mit der Einführung von Rabattmarken?" Damit könnte man die Kunden belohnen, die häufig im Laden einkaufen. Und das Ganze dann noch im aktuellen Retro-Look, will heißen: Ein Heftchen aus Karton, in das bei jedem Einkauf eine Marke eingeklebt oder ein Stempel eingetragen wird. Beispielsweise könnte dann nach zehn Eintragungen für den Kunden eine kostenlose Tasse Kaffee oder auch ein kleiner Geldbetrag als Dankeschön herausspringen. Weiterhin versicherte Thomas Habermann, das Projekt auch künftig nach Kräften zu unterstützen und zu fördern.

Bestandteil der dörflichen Gemeinschaft

Bürgermeister Tobias Seufert, der zusammen mit Annette Behringer und Peter Sauer vom Beirat ebenfalls der Diskussionsrunde beiwohnte, freute sich, dass man mit dem Landrat einen starken Partner an der Seite habe, zumal man vor einigen wichtigen Verhandlungen stehe. Auch das Ortsoberhaupt würdigte den Einsatz des Dorfladen-Teams und der vielen ehrenamtlichen Hände. Wenn die Bevölkerung im Besengau den Laden als wichtigen Bestandteil der dörflichen Gemeinschaft und der Lebensqualität auf dem Land versteht, brauche man sich um die Zukunft des Dorfladens keine Sorgen zu machen und könne dann auch den nächsten "Geburtstagen" entspannt entgegensehen.