Bastheim

Bastheim: Viele Vorhaben, aber klamme Kassen

Im Januar gab es wieder einmal einen Rohrbruch, der Reyersbach für mehrere Stunden von der Wasserversorgung abgeschnitten hatte. Dank des raschen Eingriffs des Bauhofs konnte der Schaden nach wenigen Stunden behoben werden. Foto: Tobias Seufert

Als bei der Gemeinderatssitzung in Bastheim Geschäftsstellenleiter Klaus-Dieter Hahn das Wort ergriff, kam ein wenig Wehmut auf. Zum letzten Mal präsentierte der scheidende Kämmerer den Haushalt der Gemeinde. Doch auch bei seinem Abschied konnte Hahn keine Zahlen anbieten, die zumindest aus finanzieller Sicht den Mandatsträgern ein entspanntes Handeln in Aussicht stellen.

Das Gesamtvolumen von knapp sieben Millionen Euro schloss im Vorjahr nahezu mit der Höhe des Ansatzes ab, schilderte Hahn. Die größte Verschiebungen bei den Investitionen entstanden durch die nicht umgesetzte Erneuerung der Wasserleitung nach Reyersbach. Dafür fielen deutlich höhere Beträge bei der Sanierung der Alten Schule in Unterwaldbehrungen und beim Kindergarten in Reyersbach an.

Größte Investitionen in Braidbach und Reyersbach

Ein positives Bild gab der Haushalt im Jahr 2020 ab, der einen Überschuss von fast 700 000 Euro produzierte – eine halbe Million Euro mehr als vorgesehen. Die größten Investitionen flossen nach Braidbach zur Baulanderschließung und in den Kindergarten Reyersbach.

In seiner Bewertung zur finanziellen Situation für dieses Jahr hat sich gegenüber früheren Kommentaren Hahns nicht viel verändert. Als erfreulich wertet Hahn die Schaffung von Baugrund und die Erwirtschaftung eines Überschusses beim laufenden Betrieb. Aber auf der Seite der weniger angenehmen Themen steht nach wie vor die große Abhängigkeit der Gemeinde von staatlichen Geldern. Die knappen Haushaltsmittel hätten daher auch zu einem Investitionsstau geführt, der sich in den nächsten Jahren offenbaren und eine erhöhte Kreditaufnahme erfordern wird.

Wasserversorgung: Hoffen auf eine Förderung

Als größten Posten hat Hahn den Bau der Wasserleitung nach Reyersbach in den Haushalt gestellt. Bürgermeister Tobias Seufert kündigte aber umgehend eine eventuelle erneute Verschiebung an. Das Ergebnis einer in Auftrag gegebenen Strukturanalyse zur Situation der Trinkwasserversorgung könnte unter Umständen eine Förderung nach sich ziehen. Bisher war stets damit kalkuliert worden, dass die Gemeinde und damit die Bürger allein für die Kosten aufkommen müssen.

Der Einwand des Bürgermeisters rief jedoch umgehend Christian Leuthäuser auf den Plan. Vehement stemmte er sich gegen die Überlegungen des Ortsoberhaupts und erinnerte an den jüngsten Rohrbruch vor etwa einem Monat, als der Ortsteil wieder einmal ohne Trinkwasser dastand. Bitterböse Anrufe von aufgebrachten Ortsbewohnern seien bei ihm eingegangen. Er habe kein Verständnis für einen weiteren Aufschub. Der Bürgermeister merkte dazu an, dass dank des raschen Eingriffs des Bauhofs der Schaden in wenigen Stunden behoben war. Der Hinweis von Seufert, dass erste Ergebnisse der Analyse in absehbarer Zeit vorlägen, beschwichtigten den Gemeinderat, so dass Hahn seine Ausführungen fortsetzen konnte.

Pro-Kopf-Verschuldung könnte weiter steigen 

So wies Hahn darauf hin, dass die Rathausarbeiten mit über 100 000 Euro zu Buche schlagen. Bei Feuerwehren stehen verschiedene Anschaffungen mit einem ähnlich hohen Betrag an. Gerade an der Grenze zur Sechsstelligkeit sind außerdem Investitionen für die Wasserversorgung und den Radwegebau.

Sollten alle Vorhaben umgesetzt werden, sei eine weitere Kreditaufnahme erforderlich, die die Pro-Kopf-Verschuldung auf fast 1400 Euro in die Höhe und damit bis an die Spitze des Landkreises treiben würde. Die Aussichten für die nächsten Jahre bessern sich auch nicht, so dass jede Investition auf ihre Notwendigkeit überprüft werden müsse, befürchtet Hahn.    

Während das Gremium das Zahlenwerk einstimmig befürwortete, löste eine Voranfrage für ein Bauvorhaben im gastronomischen Bereich eine kontroverse Diskussion aus. Danach möchte eine Antragstellerin ein Gebäude in der Obergasse von Bastheim zu einer gastronomischen Freifläche und Hofladen umnutzen. In der Einrichtung sollen Seminare und Verköstigungen aus dem Bereich veganer Küche angeboten werden. Wegen fehlender Stellplätze, die entweder nicht in ausreichender Zahl nachgewiesen oder abgelöst werden können, stieß das Vorhaben jedoch auf erhebliche Bedenken. Gerade in der betroffenen Straße sei die Parksituation bereits jetzt problematisch, durch den Betrieb könnten weitere Unannehmlichkeiten entstehen, waren die Einwände. Das Gremium verständigte sich letztendlich darauf, das Gesuch zunächst zurückzustellen, bis die Stellplatzfrage gelöst ist.

Grünes Licht für Bauvorhaben

Im weiteren Verlauf befasste sich das Gremium mit dem Umbau eines Wohnhauses in Bastheim sowie einer Umnutzung eines Nebengebäudes ebenfalls in Bastheim, die beide grünes Licht erhielten. Mehrere Auflagen gab es bei einer Voranfrage für den Bau eines Wohnhauses in Unterwaldbehrungen.

Schließlich befürwortete das Gremium noch einen Zuschuss für Kindertageseinrichtungen in Höhe von knapp 3000 Euro und stellte aus dem Kommunalen Förderprogramm 500 Euro für die Erneuerung des Hoftores in der Propstei von Wechterswinkel zur Verfügung.