Mellrichstadt

Wie sich die Corona-Krise auf den Busverkehr auswirkt

Wegen der Corona-Pandemie haben auch die Verkehrsunternehmen in Rhön-Grabfeld Vorkehrungen getroffen. Unter anderem bleibt die vordere Bustür zu.  Foto: Symbolbild: Hendrik Schmidt, dpa

Zunächst eine Umstellung auf den Ferienfahrplan, dann eine weitere Ausdünnung des Fahrplans ab dem 6. April: Die Corona-Krise wirkt sich auf den Busverkehr in Rhön-Grabfeld aus. Trotz der Fahrplanänderungen sind weiterhin Busse unterwegs. In diesen gelten allerdings besondere Sicherheitsmaßnahmen.

Weniger Fahrgäste

"Nachdem bei uns der Schülerverkehr oft in den Linienverkehr integriert ist, fiel mit Schulschließung der Bedarf an diesen Verbindungen weitgehend weg", sagt Sabrina Sum-Dietz, Vorsitzende der Verkehrsgemeinschaft Rhön-Grabfeld (VRG). In dieser Verkehrsgemeinschaft sind die Verkehrsunternehmen organisiert, die (Mit-)Inhaber einer Linienkonzession im Landkreis sind.

Durch die Ausgangsbeschränkungen habe sich die Zahl an Fahrgästen weiter verringert, so Sum-Dietz. Daher wurde der Busverkehr zum 6. April weiter eingeschränkt. Ein Beispiel dafür sei die Linie 8153, die auf der Strecke Fladungen-Mellrichstadt-Bad Neustadt unterwegs ist. Zwischen 9 und 14 Uhr sei dort eine Umstellung vom Ein-Stundentakt auf einen Zwei-Stundentakt erfolgt, informiert Sum-Dietz. Bei den Einschränkungen sei darauf geachtet worden, dass der Berufsverkehr weiterhin abgedeckt werde.

Eine Änderung des Fahrplans erfolge nach Rücksprache mit dem Nahverkehrsbeauftragten des Landkreises durch den jeweiligen Linieninhaber, so Sabrina Sum-Dietz. Normalerweise gebe es dafür eine mindestens sechswöchige Vorlaufszeit. In der derzeitigen Ausnahmesituation werde darauf verzichtet. Somit können die Änderungen unkompliziert durchgeführt werden. 

Kein Fahrscheinverkauf möglich

"Im Landkreis werden noch einige Linien eigenwirtschaftlich gefahren", so Sum-Dietz. Das bedeute, dass die Busunternehmen, die die Linien fahren, den Verkehr selbst finanzieren - mit den Einnahmen aus Schülermonatskarten und dem Fahrscheinverkauf. Fallen dann Fahrgäste - und somit Einnahmen - weg, gebe es dafür keine Ausgleichsmöglichkeiten. 

"Von der Regierung wurde zum Schutz des Personals der Verkauf der Fahrscheine untersagt, allerdings verfügen wir im Landkreis Rhön-Grabfeld über keine Fahrscheinautomaten für die Buslinien und haben dadurch weitere finanzielle Einbußen", zeigt Sum-Dietz auf. Einige Fahrgäste hätten wohl noch Monatskarten oder 6er-Karten, die sie selbstständig entwerten würden. Inwiefern es einen Ausgleich für die Fahrkarten geben werde, die derzeit nicht verkauft werden können, kann Sum-Dietz nicht sagen. 

Sechsstellige Verluste

Teilweise haben die Verkehrsunternehmen in der VRG weitere finanzielle Einbußen: "Einige der Mitgliedsunternehmen besitzen noch Reisebusse, durch den Totalausfall im Gelegenheits- und Reisebusverkehr entstehen Verluste im sechsstelligen Bereich", erklärt Sum-Dietz.

Bei der Übergabe des Vorsitzes der Verkehrsgemeinschaft Rhön-Grabfeld: Landrat Thomas Habermann (von links), Sabrina Sum-Dietz, die den Posten von ihrer Mutter Monika Sum übernommen hat, und stellvertretender Vorsitzender Heiner Geis. Das Bild entstand schon vor der Corona-Krise. Foto: (©LRA/ Jörg Geier)

Normalerweise erhalten die Verkehrsunternehmen Mitte und Ende eines Jahres Ausgleichszahlungen für die Differenz zwischen den vergünstigten Schülermonatskarten und dem Normalpreis. Aufgrund der Corona-Krise können die Unternehmen einen prozentualen Anteil dieser Zahlungen bereits jetzt abrufen. "Darüber hinaus besteht auch die Möglichkeit Soforthilfe zu beantragen", sagt sie weiter.

Sitze für Fahrgäste markiert

Bezüglich der Sicherheit der Busfahrer haben die Busunternehmen einige Maßnahmen getroffen. Sum-Dietz erklärt, wie beim Omnibus-Service Mellrichstadt vorgegangen wird: "Die vordere Tür bleibt zu und der Platz hinter dem Fahrer wurde mit Absperrband versperrt". In den Bussen wurde mit Bändchen markiert, auf welche Sitze man sich setzen darf. Den Fahrern wurden Gesichtsmasken, Einmalhandschuhe und Desinfektionstücher zur Verfügung gestellt.