Mellrichstadt

Elfriede Ortloff dichtet und sammelt auch mit 95 noch fleißig

Zum 95. Geburtstag von Elfriede Ortloff am Aschermittwoch überbrachte der 3. Bürgermeister Frank Vetter die Glückwünsche der Stadt Mellrichstadt. Foto: Brigitte Gbureck

Elfriede Ortloff wurde am 26. Februar 1925 als Elfriede Schmidt in Roßrieth geboren. Am Aschermittwoch konnte sie auf 95 Lebensjahre zurückblicken und erzählte aus ihrem Leben. Nach der Schulzeit in Roßrieth absolvierte sie Anfang der 1940er-Jahre ein Pflichtjahr im Haushalt eines Schuhgeschäftes in Oberhof. Dann begann sie eine Ausbildung als Kindergärtnerin in Mellrichstadt, die schulische Ausbildung dazu fand in Heigenbrücken statt. Nach zweineinhalb Jahren Lehrzeit bestand sie die Prüfung mit sehr gutem Erfolg.

Ihr erster Einsatz als Kindergärtnerin erfolgte in Reyersbach, wo sie auch Babys betreuen musste. Von ihrem zweijährigen Einsatz im Kindergarten Mühlfeld zeugt noch ein Foto, das sie inmitten einer großen Kinderschar zeigt. Bis Kriegsende war sie dann in Burgwallbach als Kindergärtnerin im Dauereinsatz, später hat sie eine Helferin dazu bekommen.

1960 wurde das eigene Zuhause in der Roßbachstraße bezogen

Als nach dem Krieg die NS-Kindergärten aufgelöst wurden, fand sie Arbeit in der Kunstblumenfabrik Schmidt in Mellrichstadt und war im Bahnhofskiosk beschäftigt. Damals fuhr sie immer mit dem Fahrrad von Roßrieth nach Mellrichstadt. Und wie es das Schicksal wollte, traf sie hier Heinz Ortloff, einen Flüchtling, der aus Pommern stammte und von dort vertrieben wurde. 1950 heirateten die beiden.

Arbeiten durfte Elfriede Ortloff von da an nicht mehr, denn für ihren Mann war es selbstverständlich, dass er die Familie ernährt. 1953 wurde mit Eberhard der erste Sohn geboren, 1957 kam Sohn Jürgen auf die Welt. Zu der Zeit wohnte die Familie noch in Roßrieth. Lange Zeit hatten sie keine Wohnung bekommen, erst 1960 konnten sie ein neues Zuhause in der Roßbachstraße in Mellrichstadt beziehen, wo Elfriede Ortloff auch heute noch wohnt und sich alleine versorgt.

Elfriede Ortloff liest und schreibt gerne

Ihr Mann Heinz, der Arbeit bei der Firma Weihrauch gefunden hatte, ist vor vier Jahren verstorben, kurz zuvor konnten sie noch ihr 65. Ehejubiläum feiern. Unter seinem Tod leidet sie noch heute: "Er war ein sehr guter Mann", zeigt sich Elfriede Ortloff noch ein wenig wehmütig. Jeden Abend schaut Sohn Jürgen nach der Arbeit nach ihr. Und auch Sohn Eberhard ruft sie jeden Abend an.

Mittlerweile gehören auch vier Enkel und zwei Urenkel zur Familie. Täglich macht die Jubilarin einen Spaziergang, liest viel, schreibt und formuliert Gedichte. Eine Kostprobe davon gibt sie ab und an bei den Seniorennachmittagen.

Ein weiteres Hobby ist das Sammeln von kleinen Porzellanpuppen, die sie an vielen Stellen im Wohnzimmer liebevoll angeordnet hat. Und sie liest auch die Tageszeitung und ist am Geschehen um sie herum sehr interessiert. Zur Feier des Tages machte auch der 3. Bürgermeister Frank Vetter seine Aufwartung und überbrachte die Glückwünsche der Stadt Mellrichstadt. Auch die Zeitung schließt sich den Glückwünschen zum 95. Geburtstag gerne an.