Hausen

Wehmut in Hausen: Gibt es künftig keine Seniorennachmittage mehr?

Sie haben sich viele Jahre für das Wohl der Senioren eingesetzt. Das Foto zeigt (von links): Ursula Markert, Helga May, Inge Schneider, Ursula Link und Agnes Dücker. Foto: Ulrike Mauer

Die Tische im Sportheim waren weihnachtlich geschmückt und auf jedem Platz stand ein kleines Geschenk. Die Weihnachtsfeier der Hausener Senioren begann wie in den vielen Jahren zuvor mit zahlreichen Gästen in vorweihnachtlicher Atmosphäre. Und doch lag bei der diesjährigen Feier eine große Portion Wehmut in der Luft, denn es wird wohl vorerst der letzte Seniorennachmittag in Hausen gewesen sein.

Ursula Link bedauerte es in ihrer Begrüßung zutiefst, dass sie und ihr Seniorenteam nicht länger die Verantwortung für die regelmäßigen Nachmittage übernehmen können. Zehn Jahre lange haben anfangs sechs Frauen und später noch vier Frauen den Senioren des Dorfes abwechslungsreiche Nachmittage in fröhlicher Gemeinschaft organisiert.

Vorträge, Ausflüge, lustige Nachmittage - ist das nun alles vorbei?

Doch es wurde nicht nur gemeinsam Kuchen gegessen und Kaffee getrunken, auch verschiedene Ausflüge standen einmal jährlich auf dem Programm. Neben einer Seniorenwallfahrt zum Zeiler Käppelle ging es auch nach Aura in die dortige Benediktiner Abtei oder in den Thüringer Wald. Der Kreuzberg und Maria Ehrenberg waren besonders beliebte Ziele für die Hausener Senioren.

Die Maiandachten an der heimischen Grotte sowie lustige Faschingsnachmittage brachten viel Abwechslung in den Alltag der Hausener  Rentner. Viele interessante Vorträge wie zum Beispiel über Tansania oder Tschernobyl aber auch von Seiten der Polizei über Prävention wenn es um Einbruch oder Trickbetrüger ging wurden interessiert aufgenommen. Und dies Alles soll jetzt vorbei sein? Viele der anwesenden Frauen und Männer konnte das noch gar nicht so richtig glauben.

Seniorin: Habe mich tagelang auf die Veranstaltungen gefreut

"Das war immer so schön hier, ich habe mich tagelang darauf gefreut", so eine Seniorin. "Manche treffe ich nur hier, wie soll denn das ohne die Nachmittage werden?", so ein anderer Besucher. Auch Pfarrvikar Paul Reder war gekommen, um sein Bedauern über das Ende der Seniorennachmittage auszudrücken. "Was hier über zehn Jahre lang in Hausen aufgebaut wurde, ist nicht selbstverständlich, Vergelts Gott dafür" so der Pfarrvikar. Auch Gemeindereferentin Michaela Köller ließ es sich nicht nehmen, dem Frauenteam um Ursula Link für die vergangenen Jahre zu danken und Geschenke zu überreichen.

Die Kindergartenkinder des Dorfes vertrieben die aufkommende Wehmut mit Adventsliedern und zauberten damit den Omas und Opas ein Lächeln ins Gesicht. Auch das Gemeindeoberhaupt Fridolin Link war gekommen, um die vier Frauen doch noch umzustimmen. "Ich stelle mich nochmal als Bürgermeister zur Verfügung, obwohl ich auch aufhören wollte. Da könnt ihr doch auch noch weiter machen."

Hoffnung auf einen Neustart der Seniorennachmittage bleibt

Einen Versuch war es sicherlich wert, doch in diesem Fall brachten auch die Worte des Bürgermeisters keinen Erfolg. So blieb ihm nichts anderes übrig, als sich bei dem gesamten Seniorenteam für die letzten zehn Jahre zu bedanken und ein Geschenk der Gemeinde zu überreichen. Natürlich hoffen sowohl die Verantwortlichen aber vor allem die Senioren, dass es eines Tages wieder regelmäßige Seniorennachmittage in Hausen geben wird.

Nach gemeinsamen Weihnachtsliedern, Lebkuchen und Glühwein endete schließlich dieser vorerst letzte gemeinsame Nachmittag mit weihnachtlicher Stimmung, aber eben auch einer großen Portion Wehmut im Herzen.