Mellrichstadt

Mellrichstadt: Rudolf Schwarzers gemalte Farbtupfer

Der Maler Rudolf Schwarzer (3. von rechts) präsentiert die aktuelle Ausstellung in der Kreisgalerie. Zur Ausstellungseröffnung kamen zudem (von links): Laudator Dietmar Balling, Dr. Astrid Hedrich-Scherpf von der Kulturagentur, 2. Bürgermeister Thomas Dietz, der stellvertretende ... Foto: Stefan Kritzer

Man kennt ihn eigentlich mit Skulpturen aus Holz und Stein. Rudolf Schwarzer, der langjährige Leiter der Holzbildhauerschule in Bischofsheim, ist vor allem als Bildhauer bekannt. In der Kreisgalerie ist nun der weniger bekannte Rudolf Schwarzer in einer Ausstellung zu entdecken. Als Maler. Und auch in diesem Metier kann der Künstler überzeugen.

Eine junge Frau beim Planschen in einem See, mal in ihrem Spiegelbild mit einer Stiftebox im Vordergrund. Es sind farbenfrohe Alltagsszenen, die Rudolf Schwarzer in seinen Bildern zeigt. Neben den Bildern in der wie stets bestens kuratierten Ausstellung in der Kreisgalerie sind lediglich Nummern zu finden. Nummern für die Preisliste. Titel haben die Bilder von Rudolf Schwarzer nicht. „Ohne Worte“ lautet die Überschrift seiner neuen Ausstellung. Und weiter: „Pinselweisheiten“.

Auch als Maler wirkungsvoll Farbtupfer hinterlassen

Dass der Bildhauer Rudolf Schwarzer auch malt, ist beileibe kein Geheimnis. Bildhauer sind zumeist vielseitige Künstler, allein das unumgängliche Skizzenbuch verlangt den regelmäßigen Griff zum Zeichenstift. So hat auch Schwarzer in seinem Künstlerleben viel gezeichnet und gemalt.

Eine Auswahl seiner Werke, aktuelle wie auch solche aus früheren Jahren, ist nun in der Kreisgalerie zu sehen. Künstlerkollege Dietmar Balling lobte Schwarzer in seiner Laudatio im Rahmen der Vernissage als einen Bildhauer, der auch als Maler wirkungsvoll Farbtupfer hinterlassen hat. „Mit Rudolf Schwarzer gibt es immer etwas Neues zu entdecken“, so Balling.

Bildhauerei und Malerei in einer Künstlerpersönlichkeit. Rudolf Schwarzer bei der Vernissage in der Kreisgalerie. Foto: Stefan Kritzer

Rudolf Schwarzer, Jahrgang 1951, hat nach der Kindheit in Aschaffenburg erst als Röntgenhelfer gearbeitet, bevor er sich ganz der Kunst verschrieb. Vor 40 Jahren kam er als Lehrer an die Staatliche Berufsfachschule für Holzbildhauer nach Bischofsheim und wurde 1996 deren Leiter. Der heutige gute Ruf der Schule ist untrennbar mit dem Namen Schwarzer verbunden. Vor drei Jahren ging der Künstler in den Ruhestand und hat seitdem nicht nur mehr Zeit für die Bildhauerei, sondern auch zum Malen.

Spricht er selbst über Kunst und künstlerisches Arbeiten, dann lässt er Demut vor dieser Arbeit, vor dem dargestellten Objekt wie auch dem Werkstoff erkennen. Die Zeit spiele eine entscheidende Rolle in der Werkentstehung. „Die Langeweile zu zelebrieren ist oftmals wichtiger als der allgegenwärtige Fortschrittsgedanke“, sagte Schwarzer, der beim Malen, wie er offen bekennt, mit sich selbst im Reinen ist.

Robina Huy sorgt für den musikalischen Rahmen

Zur Vernissage hatten der stellvertretende Landrat Josef Demar und zweiter Bürgermeister Thomas Dietz die Gäste in der Kreisgalerie begrüßt. Die musikalische Untermalung spielte und sang Robina Huy mit Cello und Gitarre und bekam lange anhaltenden Beifall für ihre gefühlvolle Interpretation des Leonard Cohen-Songs „Lover, Lover, Lover“.

Die Ausstellung „Ohne Worte - Pinselweisheiten“ ist noch bis 13. Oktober in der Kreisgalerie zu sehen. Geöffnet ist sie immer mittwochs bis sonntags und an Feiertagen von 13 bis 17 Uhr.

Eines der Bilder von Rudolf Schwarzer zeigt seine Tochter in einer alltäglichen Situation. Foto: Stefan Kritzer