Hausen

Der Berg kocht: Hitzeschlacht am Hauenstein

Hausen ist das Eldorado der Rennfahrer: Das Hauenstein-Bergrennen mit Fahrerlager im Dorf bietet eine einzigartige Atmosphäre für Teilnehmer und Zuschauer. Foto: Ulrike Mauer

Feiern, Anfeuern, Steuern, Schwitzen: Das Jubiläumsrennen am Hauenstein geht wohl als eines der heißesten in die Geschichte des Hausener Motorsports ein. Bei rekordverdächtigen Temperaturen wurde den Fahrern und ihren Rennautos auf der Strecke alles abverlangt, die Zuschauer flüchteten sich nach Möglichkeit unter Sonnenschirme. Auf der Rhöner Rennpiste flimmerte der Asphalt.

Hauenstein-Fan durch und durch: Klaus Mauer aus Hausen. Foto: Ulrike Mauer

Am  Freitagabend blieben die Motoren noch kalt, vielmehr trafen sich Einheimische und Fahrer bei der Welcome-Party im Festzelt zum fröhlich-geselligen Einstand. Die Rockband Skylite mit Frontfrau Juliane Elting verstand es vom ersten Ton an, die Hausener und ihre Gäste mit handgemachtem Rock  zu begeistern.  Nicht zuletzt, weil die Bar nicht mehr abgelegen in einer Scheune, sondern mitten im Festzelt integriert war, herrschte super Stimmung bis weit in die Nacht hinein.

Unfälle und technische Probleme am Samstag

Am Samstagmorgen  heulten dann die Motoren zum ersten Trainingslauf des Tages. Bei Bruthitze wurde den Fahrern einiges an Geduld und Durchhaltevermögen abverlangt, denn  der gesamte Trainingstag war von Unterbrechungen, Unfällen und technischen Problemen überschattet. Natürlich waren alle froh, dass es keine Schwerverletzten zu beklagen gab, aber durch die zeitlichen Verzögerungen konnten nur zwei Trainingsläufe absolviert werden.

Hitzeschlacht am Berg: Die Zuschauer kamen vor allem am Samstag mächtig ins Schwitzen. Gut, wer vorgesorgt und einen Schirm zum Schattenspenden mitgebracht hatte. Foto: Ulrike Mauer

Zumindest einer der Fahrer konnte seiner defekten Kupplung auch etwas Positives abgewinnen: "Dann schau ich mir eben das Rennen als Zuschauer an  und genieße die herrliche Landschaft", sagte Holger Alt, für den das Rennen bereits am Samstag vorbei war.

Im Drift-Taxi mit Vollgas über die Strecke

Für ihre Jubiläumsveranstaltung hatten sich die Verantwortlichen des MSC Rhön einiges an Neuerungen einfallen lassen. So konnten Zuschauer in sogenannten Drift-Taxis als Beifahrer einsteigen und die 4,2 Kilometer lange Rennstrecke im Vollgas hinaufdonnern – das ultimative Rennfeeling. Diesen Nervenkitzel ließ sich auch der Hausener Rennbürgermeister Fridolin Link nicht entgehen. Er nahm in einem der PS-starken Fahrzeuge Platz, um die Rennstrecke einmal auf diese ganz spezielle Art und Weise zu erleben. "Das hat Spaß gemacht, das würde ich sofort nochmal machen", lauetet am Ende das begeisterte Fazit des Ortsoberhauptes.

Im Fahrerlager geht es beim Hauenstein-Bergrennen stets leger zu. Foto: Ulrike Mauer

Auch die Shuttlebusse, die für die Besucher des Hauenstein-Rennens bereit standen, wurden rege genutzt, um die verschiedenen Zuschauerplätze entlang der Strecke einfach und bequem zu erreichen.

Zuschauer feiern Streckenrekord

Durchgeschwitzt: Die feuerfeste Unterwäsche trocknet im Schatten. Foto: Ulrike Mauer

Der Sonntag machte dann erst einmal vorübergehend Schluss mit der extremen Hitze und sorgte mit kurzen Regenschauern für  etwas Abkühlung. Die drei Wertungsläufe konnten jedoch ohne größere Unterbrechungen durchgeführt werden, und so kamen die vielen tausend Motorsportfans entlang der Rennstrecke voll auf ihre Kosten. Gesamtsieger wurde Alexander Hin aus Elzach. Getreu seinem Lebensmotto "Nichts ist unerreichbar, du musst nur fest daran glauben" unterbot er seinen Streckenrekord aus dem ersten Wertungslauf im letzten Lauf direkt noch einmal.

Die Fahrer mit ihren Teams waren das ganze Wochenende über wieder voll des Lobes über diese perfekt organisierte Veranstaltung. "Das Rennen hier am Hauenstein ist vom familiären Fahrerlager bis zur traumhaften Rhöner Kulisse einfach etwas ganz Besonderes" – diesen Satz hörte man sehr oft, wenn man im Fahrerlager unterwegs war, und manch einer kam angesichts der Gastfreundschaft in Hausen regelrecht ins Schwärmen.

Keine Frage, auch das 50. Hauenstein-Bergrennen war wieder ein voller Erfolg für den Veranstalter und alle Beteiligten. Nun kehrt so langsam wieder Ruhe ein in Hausen. Bis es dann im nächsten Sommer zum 51. Mal heißt "Der Berg ruft!"

Hausen wird auch das Renndorf in der Rhön genannt. Sieht man, oder? Foto: Ulrike Mauer