Hausen

Hauenstein-Bergrennen: Der Berg ruft zum 50. Mal

Christian Röder, der Präsident des Motorsportclub (MSC) Rhön, ist in diesen Tagen im Dauerstress. Kein Wunder, gehen die Vorbereitungen für das Hauenstein-Rennen doch jetzt in die heiße Phase. Es ist nicht nur eines der spektakulärsten und anspruchsvollen Rennen in der Deutschen Bergmeisterschaft. Für die Hausener ist das auch "ihr" Rennen. Denn für ein Wochenende im Jahr verwandelt sich das ansonsten recht beschauliche Rhöndorf in einen Hexenkessel, in ein Eldorado für Rennfans. Und hier packt jeder mit an, damit das Wochenende für die Besucher unvergesslich wird. Denn neben dem Rennen wird ein attraktives Rahmenprogramm geboten, das nicht nur die Herzen der Rennfans höher schlagen lässt.

Teilnehmerrekord: 193 Fahrer am Start

Heuer feiert das Hauenstein-Bergrennen tatsächlich mehr als ein Jubiläum. Nicht nur, dass es zum 50. Mal stattfindet. "Mehr Teilnehmer als in diesem Jahr hatten wir noch nie. 193 Fahrer gehen am Wochenende an den Start, das ist absoluter Rekord", freut sich der Präsident des MSC. Und die Strecke ist sehr anspruchsvoll: auf den 4,2 Kilometern muss ein Höhenunterschied von 249 Meter überwunden werden, rund 8 Prozent Steigung fordert von Mensch und Material alles. Spektakulär sind dabei vor allem die Jopp-Kurve, aber auch die Schikane und die S-Kurve sind echte Publikumsmagneten. Den Streckenrekord hält Uwe Lang. 2014 stellte er ihn auf und brauchte für die Strecke nur 1 Minute und 40,266 Sekunden.

Radiosender auf 89,1 MHz informiert Fahrer und Fans

An die 150 Personen helfen mit, damit das Hauenstein-Rennen auch in diesem Jahr ein Erfolg wird. "Manche von ihnen sind schon seit 50 Jahren dabei", freut sich Christian Röder. Rekordhalter bei den Fahrern ist dabei Axel Ress, der schon seit weit mehr als 40 Jahren in jedem Jahr dem Ruf des Berges folgt. Ehrensache, dass er auch heuer beim 50. Hauenstein-Bergrennen dabei ist. Die Helfer indes sind gerade fleißig beim Aufbauen. "Wir haben hierbei mehrere Bereiche", erläutert Röder die Vorbereitungen. Einige sind für das Festzelt zuständig, wieder andere kümmern sich um die Streckenorganisation. Hier müssen nicht nur Absperrungen angebracht werden, es gilt auch, Reifenstapel und Schilder aufzustellen.

Ein ganz wichtigter Part ist auch die Zeitnahme. Hier werden noch traditionell Kabel verlegt, damit auch nichts schief läuft. "In diesem Bereich hat sich über die Jahre wenig geändert. Funkverbindungen sind anfällig und so ist eine Verkabelung am besten", findet der Präsident Christian Röder. Doch natürlich verschließt man sich auch der modernen Technik nicht. Seit rund fünf Jahren installiert man für die Rennen extra einen Radiosender. Auf der Frequenz 89,1 MHz werden nicht nur die Fahrer ausgerufen. Hier kann jeder mithören und auch die Kommentare des Streckensprechers hautnah mitbekommen. "Auf der Strecke gibt es natürlich weiterhin Lautsprecher. Durch den Radiosender müssen wir aber nicht mehr in ganz Hausen Lautsprecher aufstellen, die die Fahrer darauf hinweisen, wann sie wieder auf die Strecke müssen", so Röder.

Ohne Helfer der Hausener könnten wir gar nichts stemmen

Auch wenn man das ganze Jahr auf das Bergrennen hinarbeitet: die meisten Arbeiten werden erst rund zwei Wochen vor dem Rennen durchgeführt. "Ganz extrem ist es in der Woche vorher, hier wird dann jeden Abend gearbeitet", so Röder. Denn dann gilt es nicht nur, die Beschilderung und auch Mülltonnen aufzustellen. Auch Pavillonzelte und Bratwurststände werden dann installiert, schließlich wollen die Besucher auch gut umsorgt sein. "Ohne die Hilfe der Hausener Bevölkerung könnten wir das Rennen gar nicht stemmen", so Röder. Nicht nur, dass die Bauern ihre Wiesen zur Verfügung stellen. Der Jugendclub "Ärzte-Gruft Hausen", aber auch der TSV und die Feuerwehr sowie viele andere ehrenamtliche Helfer seien hier sehr engagiert.

"Über die Jahre sind hier viele Freundschaften entstanden", weiß der Präsident des MSC zu berichten. Für ihn ist auch die Mischung aus alten und jungen Fans etwas Besonderes. "Sowohl Jugendliche als auch Senioren sind mit viel Freude dabei, die Fahrer fahren oft schon seit Jahrzehnten mit", so Röder. Und bei den Partys am Abend kommen dann Fans und Fahrer ins Gespräch. Dann sind auch die Helfer vor Ort, um bei "ihrem" Bergrennen mitzufeiern.

Neu sind in diesem Jahr die Drifttaxis, die nach den Wertungsläufen unterwegs sind und den Besuchern einen Eindruck vermitteln, wie man sich als Fahrer auf der Strecke fühlt. Ein Novum ist ebenso der Shuttle-Bus, der die Fans zu den jeweiligen Streckenpunkten bringt.

Am Samstagabend wird es außerdem einen offiziellen Teil geben, bei dem auch einige Personen im Rahmen des Jubiläums geehrt werden. Mit einem Video bietet man zudem einen Rückblick auf 50 Jahre Hauenstein-Bergrennen. Weitere Infos und Hintergrundinformationen gibt es unter https://www.hauenstein-bergrennen.de. Aktuelles gibt es unter der Facebook-Seite Motorsportclub.Rhoen.


Artikel: https://www.rhoenundsaalepost.de/lokales/aktuelles/mellrichstadt/art24133,763848

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