Bastheim

Auf dem Weg in eine VG

Bisher sind laut Bürgermeisterin Anja Seufert die Anzeichen ermutigend, dass der Dorfladen von Bastheim in die Geschäftsräume einer IT-Firma einziehen kann. Foto: Eckhard Heise

Nach längerer Pause war nun wieder Bürgermeisterin Anja Seufert an Bord und leitete die Gemeinderatssitzung. Sie hatte auch gleich ein strammes Programm zu bewältigen, in dem die Beratung des Haushalts im Mittelpunkt stand. Zuallererst gab die Bürgermeisterin jedoch bekannt, dass der Gemeinderat im nichtöffentlichen Teil einer vorhergehenden Gemeinderatssitzung den Anschluss an eine Verwaltungsgemeinschaft beschlossen hat. Allerdings stehe noch nicht fest, wer als Favorit in Frage komme. Der Wechsel soll in knapp zwei Jahren erfolgen.

Geschäftsstellenleiter Klaus-Dieter Hahn stellte zu Beginn die Jahresrechnung von 2018 vor, die mit einem Volumen von 6,9 Millionen abschließt. Die vergangenen Jahre beschrieb der Fachmann als die "fetten" Jahre. Bestes Anzeichen dafür ist, dass erstmals beim Einkommenssteueranteil die Eine-Million-Euro-Marke überschritten wird.

Vier Projekte im Fokus

Heuer gebe es aber schon Signale für ein Abschmelzen der Einnahmen. Insgesamt wird das Volumen um eine halbe Million Euro geringer ausfallen und bei 6,3 Millionen Euro liegen. Die Investitionen von 1,8 Millionen Euro verteilen sich in erster Linie auf vier Projekte: Sanierung alte Schule in Unterwaldbehrungen, die Anschaffungen für Feuerwehren, der Dorfladen und Erschließungskosten.

Hahn wies auf die große Abhängigkeit von staatlichen Geldern hin. Zu seinem Bedauern hat Bastheim wiederum keine Stabilisierungshilfe erhalten, was die Mandatsträger angesichts der geringen Steuerkraft der Gemeinde für unverständlich hielten. "Es muss unbedingt ein neuer Verteilungsschlüssel gefunden werden", forderten die Volksvertreter, "wer Schulden macht, wird auch noch belohnt", kritisierten sie.

Immerhin kann die Gemeinde noch eine Zuführung von 150 000 Euro erwirtschaften, die für Investition eingesetzt werden kann. Eine Kreditaufnahme wird sich aber nicht umgehen lassen, und in den nächsten Jahren werden die Quellen der öffentlichen Förderungen nicht mehr so sprudeln wie in der jüngsten Vergangenheit.

Der Gemeinderat stand jedoch gleich wieder vor mehreren Ausgaben, die sich kaum umgehen ließen. Das Gremium stimmte zum Beispiel dem Kauf einer neuen Licht- und Tonanlage für die Besengauscheuer in Höhe von 5400 Euro zu. Die Bestandteile liefert die Firma Kubacky aus Oberelsbach. Zudem erging ein Auftrag an die Firma Wolfschmidt, Hellingen, für Markierungsarbeiten auf der Straße zwischen Rödles und Reyersbach in Höhe von 3600 Euro. Des Weiteren stimmte das Gremium für den Einbau von fünf Fenstern in einem Anwesen der Gemeinde in Wechterswinkel zu. Der entsprechende Auftrag ging für 7800 Euro an die Schreinerei Reinhart aus Wollbach.

Baugebiete abrunden

Ein Schallschutzgutachten für den Bereich "Heiligeneller" entlang der Staatsstraße kostet bei der Firma Wölfel Engineering 3000 Euro. Das Gutachten hängt damit zusammen, dass die Gemeinde an einem Verfahren zur beschleunigten Ausweisung von Bauland teilnehmen will.  Dabei handelt es sich nicht um komplett neue Baugebiete, sondern Restflächen, die die örtliche Bebauung abrunden. Angedacht ist unter anderem der Bereich am "Heiligeneller" in Bastheim und Flächen in Geckenau, Unterwaldbehrungen und Wechterswinkel.

Dem Antrag auf eine Änderung des Bebaungsplans in Reyersbach traten die Räte skeptisch entgegen, weil Anlieger ihre Bedenken geäußert hätten. Dabei ging es um die Ausweisung einer Pferdekoppel. Die Gemeinde will sich wegen des Procederes und Immissionsfragen erst beim Landratsamt erkundigen. Außerdem änderte das Gremium die Stellplatzsatzung, so dass künftig pro Wohneinheit zwei Stellplätze ausgewiesen werden müssen.

Aktueller Stand in Sachen Dorfladen

Zu guter Letzt informierte die Bürgermeisterin nach der Absegnung zweier Bauanträge zum Einbau von Gauben in einem Wohnhaus in Braidbach sowie zur Errichtung eines Wohnhauses in Wechterswinkel über den Stand der Vorarbeiten für den geplanten Dorfladen. Voller Anerkennung äußerte sich das Ortsoberhaupt über einen Arbeitskreis, der sich äußerst engagiert für das Vorhaben einsetzt. Inzwischen seien sich alle Gebäudenutzer über die Raumaufteilung einig, lediglich zum Betrieb einer Photovoltaikanlage bestehe noch Klärungsbedarf. Dem Wechsel des Computerladens ins Untergeschoss stehe nichts mehr im Wege, so dass nun auch der Bauantrag vorbereitet werden kann.