Mellrichstadt

Allianz: Streutal soll zur Marke werden

Ein Streutal-Festival nach dem Vorbild der Abschlussveranstaltung der BR-Radltour in Mellrichstadt (Archivbild vom Open Air 2015 auf der Streuwiese) soll 2022 zünden. Eine Projektgruppe aus den Reihen der Streutalallianz zur Planung des Events ist bereits am Werk. Foto: Peter Federlein

Das erste Jahr ist immer das schwerste. Sagt der Volksmund. Nimmt man diesen Spruch als Messlatte, dann hat die Streutalallianz im Gründungsjahr einen guten bis sehr guten Start hingelegt. Der zuversichtlich stimmt, dass die elf Mitgliedsgemeinden unter dem Leitspruch „Zukunft gemeinsam gestalten“ vielversprechende Ergebnisse erzielen werden. Am entsprechenden Optimismus dazu mangelt es jedenfalls nicht.

Mit Blick auf die künftige Arbeit der Lenkungsgruppe, die nach der Kommunalwahl teilweise neu besetzt ist (wie berichtet), war die Mitgliederversammlung als Forum bestens geeignet, einmal einen Einblick in die junge Geschichte der Streutalallianz und zum anderen eine detaillierte Übersicht der Projekte und Themen zu erhalten.

Er steht voll und ganz für die Streutalallianz. Das wurde deutlich, als Vorsitzender Bürgermeister Martin Link rückblickend Ziele und Beweggründe zur Allianz aufzeigte. Die sichtbar werden an den sich verschlechternden Rahmenbedingungen für die Entwicklung im ländlichen Raum, am Strukturwandel, nicht allein der Landwirtschaft, an der demografischen Entwicklung und der Abwanderungstendenz der Jugend. Die Folge: zunehmender Leerstand in den Altorten und ein Fachkräftemangel, vor allem im Handwerk. Nicht zu vergessen: Der gesellschaftliche Wandel und die zunehmende Konzentration in Ballungszentren sowie der Konkurrenzkampf der Städte und Regionen um Fördermittel geben den Rahmen für die Entwicklung der ländlichen Räume vor.

Gemeinden sind gemeinsam stark

„Statt tatenlos zuzusehen, haben die elf Streutal-Gemeinden das Heft des Handelns in die Hand genommen“, so Link. Und in wahrer Fleiß- und Schweißarbeit das Integrierte Ländliche Entwicklungskonzept, kurz ILEK, auf die Beine gestellt – mit der tatkräftigen Unterstützung des Amts für Ländliche Entwicklung (ALE) Unterfranken und der Regierung von Unterfranken. Jetzt also  liegt es an der Allianz, „effiziente Strukturen aufzubauen und dann gemeinsam die Probleme anzupacken, die wir nur in der Gemeinschaft lösen können“, appellierte der Allianzvorsitzende an seine Bürgermeister-Kollegen.

Und in diesem Sinne legt sich Allianzmanagerin Gertraud Kokula ins Zeug, wie anhand der Projektübersicht deutlich wird. „Wir sind in der Streutalallianz sehr gut aufgestellt und in kurzer Zeit bereits weit voran gekommen“, erklärte sie nicht ohne Stolz. Zusammenfassend zählte sie 13 Sitzungstermine auf, und 32 Beschlüsse waren zu protokollieren. Weiter galt es, neun Fachvorträge mit aktuellen Themen vorzubereiten. Darunter die Vorstellung verschiedener Förderprogramme der Innenentwicklung durch Michael Kuhn, ALE Unterfranken, sowie Alexander Zeller von der Regierung von Unterfranken, die von den Mitgliedsgemeinden ja bereits in Anspruch genommen werden. Hohen Stellenwert hat das Projekt „Gemeinsamer Jugendbeauftragter“ für die Streutalallianz in Kooperation mit der Volkshochschule Rhön und Grabfeld.

Projekte mit Vorbildcharakter

Und wenn manche Projekte, die Kokula initiiert hat, für andere Allianzen Vorbildcharakter haben, wie dies bei dem EUTB-Sprechtag (Ergänzende unabhängige Teilhabeberatung) in Mellrichstadt und Fladungen der Fall ist, sorgt das für zufriedene Gesichter. Auch die Übersicht mit dem Thema „Leben im Alter“, speziell bezogen auf das Allianzgebiet, soll Nachahmer finden. Weil in dieser Übersicht alle Angebote im Bereich Senioren und Pflege zur Beratung sowie soziale Einrichtungen mit Adressen und Kontaktdaten im Allianzgebiet aufgelistet sind.

Damit nicht genug der Themen, Anregungen und Diskussionen in der Mitgliederversammlung: Ein Streutalturnier für U 15-Fußballer könnte es 2021 geben – nach dem Vorbild des Silberdistel-Cups oder des Rhön-Cups, regte Wolfgang Taubert an. Das Vorstandsmitglied des 1. JFG Rhön möchte dazu das Einverständnis für die Namensnutzung erhalten, da nicht ein Ort oder Fußballverein, sondern die Region im Vordergrund stehen soll. Keine Frage, Martin Link findet das „eine gute Sache mit schönem Werbeeffekt für die Streutalallianz“.

Streutal-Festival soll 2022 steigen

Die Idee von Eberhard Streit, ein Streutal-Festival mit „allen Beilagen wie Musik, Tanz und Essen“ nach dem Beispiel vom BR-Radltour-Abschluss zu veranstalten, hat gezündet. Eine Projektgruppe ist bereits am Werk, das Event steigt und das Jahr steht fest, nämlich 2022. Nur hinter dem Standort, wo das Festival über die Bühne geht, steht noch das Fragezeichen. Folgender Termin ist aber schon gebucht: Ein gemeinsamer Auftritt der Streutal-Repräsentanten beim Tag des Bieres in Roth 2021 soll dann zur Werbung für das Streutal-Festival ein Jahr später dienen.

Bleiben noch drei Themenfelder, die Ostheims Bürgermeister Steffen Malzer zur Projektsache machen möchte: Er möchte die ÖPNV-Angebote im Streutal nach Bedarf verbessern und noch stärker ins Bewusstsein der Bürger rücken. In Sachen Tourismus zielt Malzers Bestreben darauf ab, das „Streutal als Marke“ bei Gästen und Urlaubern zu etablieren. Und drittens gelte es, das Radwege- und Wanderwege-Netz im Streutal besser zu vermarkten.