Bad Neustadt

Wohnungen, Büros und eine Tagespflege in der Brendlorenzer Hauptstraße

Dort, wo jetzt ein Schuttberg steht, entstehen Wohnungen, eine Altenpflege und Büros. Foto: Stefan Kritzer

Entlang der Hauptstraße in der Nähe der Brendlorenzer Kirche und gegenüber der Kreuzung Bündstraße sind in den vergangenen Monaten eine Reihe von alten Häusern abgebrochen worden. Jetzt hat der Stadtrat die für Neubauten notwendige Änderung des Bebauungsplans für das 4119 Quadratmeter große Areal auf den Weg gebracht. Dort soll eine Wohnanlage mit 28 Wohneinheiten und eine Tagespflege sowie Büroräume entstehen.

Innen- vor Außenentwicklung lautet eines der Ziele des Stadtbauamtes und mit dieser Maßgabe versehen begrüßte der Stadtrat die Ausrichtung des geänderten Bebauungsplans für das Areal zwischen der Hauptstraße und der St. Johannes-Kirche. Laut Planungen eines Investors werden Wohnungen mit Größen zwischen 43 bis 137 Quadratmetern entstehen, eine Tiefgarage für 52 Autos, rund 500 Quadratmeter Bürofläche sowie eine Tagespflege. Das bis zu dreigeschossige Gebäude wird ein Flachdach erhalten und maximal 9,5 Meter hoch werden.

Da in den bereits abgebrochenen Gebäuden auch sozial schwächer gestellte Mitbürger gewohnt haben, fragte Stadträtin Rita Rösch nach, ob für den Neubau auch Sozialwohnungen angedacht sind. Diesbezüglich liegen der Stadt aber noch keine Informationen vor. Die Stadt begrüßte die Maßnahme aber sehr, da sie den Zielen des Integrierten städtebaulichen Entwicklungskonzeptes (ILEK) wie auch den Zielen der NES-Allianz entsprechen. Zentrumsnahe Flächen für Wohnraum, Gewerbeflächen und Tagespflege stehen hier ganz weit oben auf der Prioritätenliste.

Kuhstall ja, Splittersiedlung nein

Dem Neubau eines Milchviehlaufstalls mit Güllegruben in der Flur Sandheide in Brendlorenzen erteilte der Stadtrat grünes Licht. Nicht jedoch einem Antrag auf Vorbescheid zum Bau eines Wohnhauses am Büchelberg in Lebenhan. Dort wollte ein Investor ein Wohnhaus zum landwirtschaftlichen Zweck zwischen Ort und Sportplatz errichten. Da es sich nicht um ein landwirtschaftlich privilegiertes Vorhaben handelt, hat die Stadt ihr Nein damit begründet, dass sie keine "Splittersiedlung" genehmigen möchte.

Die Ablehnung im Stadtrat fiel einstimmig aus. In der Begründung der Stadt heißt es, dass Freizeitgestaltung, Erholung und Interesse am Leben in der Natur nicht als Erfordernisse eines landwirtschaftlichen Betriebes genügen und somit kein Wohnhaus im Außenbereich statthaft machen.

Jahresabschluss 2019 besser als erwartet

Kämmerer Andreas Schlagmüller stellte in der Stadtratssitzung den Rechenschaftsbericht der Stadtkämmerei zur Jahresrechnung 2019 vor. Das Zahlenwerk ist aber noch nicht beschlussfähig, da die Rechnungsprüfung noch aussteht. Das Fazit Schlagmüllers: Das Ergebnis fällt viel besser aus als erwartet. Ein sehr großes Investitionsaufkommen hätte eigentlich ein sattes Minus von 11,4 Millionen Euro im Haushalt des vergangenen Jahres verursacht. Durch höhere Steuereinnahmen nebst unter anderem einer Zuführung an den Vermögenshaushalt in Höhe von 6,8 Millionen Euro - statt wie erwartet 2,3 Millionen Euro - fällt dieses Minus aber weit geringer aus als erwartet.

Das Defizit beträgt nun rund 5,6 Millionen Euro und kann aus den Rücklagen der Stadt finanziert werden. Insgesamt sei das Haushaltsjahr 2019 sehr gut gewesen, wenn auch nicht so überragend wie 2018, sagte Schlagmüller. Für das aktuelle Jahr erwartet er durch die Einbrüche auf Grund der Corona-Pandemie aber rund 2 Millionen Euro weniger Steuereinnahmen als im Haushaltsplan 2020 vorgesehen.

Stadt fördert LED-Technik an Flutlichtanlagen

Einen Grundsatzbeschluss aus der nichtöffentlichen Sitzung vom 23. Juli gab Michael Werner bekannt. Demnach sollen Sportvereine ihre Flutlichtanlagen auf energiesparende LED-Technik umrüsten. Hierfür gibt es Mittel vom Bundesumweltministerium. Den bei den Vereinen verbleibenden Eigenanteil will die Stadt mit einer 80-prozentigen Förderung versehen. Werner gab zudem bekannt, dass die Tragwerkplanungen für den neuen Schülerhort auf dem Schulberg vom Ingenieurbüro Herkt aus Dittelbrunn für 38 942 Euro ausgeführt werden.

Stadträtin Carolin Klein sprach die sechs Unfälle mit Radfahrern an der Brückenstraße in den vergangenen Monaten an und bat um dringende Verkehrsänderungen an der Kreuzung zur Gartenstraße. Michael Werner kündigte einen Ortstermin mit der Polizei zur Klärung der Lage an.