Bad Neustadt

Die Kreismusikschule Rhön-Grabfeld wünscht sich ein eigenes Heim

Wie beliebt die Kreismusikschule Rhön-Grabfeld ist, zeigt sich vor allem beim Informationstag (Archivbild) , wenn Klein und Groß zeigen, was sie gelernt haben. Foto: Hanns Friedrich

Eine dauerhaftes Heim für die Musikschule des Landkreises liegt Frank Stäblein, Leiter der Einrichtung, am Herzen. Das betonte er vor dem Kreisausschuss. Bislang ist die Schule in den Räumen der Berufsfachschule für Musik in Bad Königshofen integriert, hat aber dezentral im Landkreis 30 verschiedene Unterrichtsstätten. Das bringe es mit sich, dass ein reibungsloser Musikunterricht nicht stattfinden könne. "Oft wird der Unterricht im benachbarten Klassenzimmer durch das Musizieren gestört, nicht selten wird man gebeten den Unterricht zumindest leiser fortzusetzen oder zu beenden", erklärte Stäblein.

Ausführungen, die vor allem was die Stadt Bad Neustadt betrifft, von Bürgermeister Michael Werner vernommen wurden. Er versprach spontan, sich mit Frank Stäblein zusammenzusetzen, um eventuell eine Lösung zu finden. Landrat Thomas Habermann brachte zudem Mellrichstadt ins Gespräch. Auch hier könnte man sich eine entsprechende Einrichtung vorstellen.

Stäblein wies in seinem Vortrag  auf den vermehrten Nachmittagsunterricht in der Mittel- und Oberstufe, die Nachmittagsbetreuung, Schulveranstaltungen und aufgeteilte Klassen während der Corona-Pandemie hin, die einen erhöhen Raumbedarf der allgemeinbildenden Schulen mit sich brächten. "Die momentan strengeren Reinigungsvorschriften schränken das Zeitfenster für unseren Unterricht zusätzlich ein, sagte er. Der Unterricht der Kreismusikschulen erfolge erst im Anschluss an den Unterricht der  Schulen.  Viele "Stolpersteine" habe man bisher durch Kompromisse gelöst, allerdings sei dies keine dauerhafte Lösung. "Ein geeignetes Gebäude, bei der die Raumhoheit bei der Musikschule liegt, wäre hier meines Erachtens die Lösung."

Vor allem in Bad Neustadt sei die Situation unbefriedigend 

Frank Stäblein sprach die Zentren an, die sich herauskristallisiert hätten. Dazu gehören Bad Neustadt, Bad Königshofen, Mellrichstadt, Bischofsheim und Fladungen. In Mellrichstadt in den Räumen des Gymnasiums und in Bad Königshofen durch die Partnerschaft mit der Berufsfachschule für Musik sei der Unterricht gut durchführbar. In Fladungen und in Bischofsheim sind die Räumlichkeiten noch ausreichend. Ein großes Problem stelle der Standort Bad Neustadt dar. In der Kernstadt unterrichte die Musikschule an manchen Tagen in sechs Unterrichtsorten gleichzeitig, hinzu kämen die nahe gelegenen Unterrichtsstandorte in Hohenroth, Wollbach, Mühlbach und Heustreu. "Eine Zusammenlegung des Unterrichts in einem zentralen Gebäude oder einem Gebäudeflügel wäre ein enormer Gewinn für die Innenstadt", meinte er. Dass die Kreismusikschule sehr gut angenommen wird, zeigte Zahlen des Schulleiters. Danach werden alleine an einem Freitag in Bad Neustadt an die 100 Kinder unterrichtet.

"Ich beantrage nicht den Neubau eines Gebäudes, sondern bitte um die Bereitstellung von geeigneten Unterrichtsräumen, die unsere Musikschule auf eine zeitgemäße Stufe stellen würde", erklärte der Stäblein. Erforderlich wären  sechs bis sieben kleinere Unterrichtsräume und mindestens ein geeigneter Raum zum gemeinsamen Musizieren vor kleinerem Publikum. Die aktuelle Situation nannte Frank Stäblein nicht mehr zeitgemäß. Hier müsse dringend Abhilfe geschaffen werden. 

"Selbst unser Landrat könnte noch das Halali auf dem Horn erlernen"

Informationen gab Schulleiter Frank Stäblein noch zur Kreismusikschule, wobei es ihm wichtig ist deutlich zu machen, dass die Schule nichts mit der Berufsfachschule für Musik zu tun habe. Das werde immer wieder verwechselt. Die Kreismusikschule wurde 1987 gegründet mit dem Verwaltungssitz in Bad Königshofen. Das Sekretariat befindet sich in den Räumen der Berufsfachschule für Musik. An der Kreismusikschule kann jeder ein Musikinstrument erlernen egal ob jung oder alt, egal wie talentiert und egal wo er im Landkreis wohnt und egal, ob man Blasmusik, Jazz, Pop oder klassische Musik machen möchte. "Selbst unser Landrat könnte noch das Halali auf dem Horn erlernen", meinte der Schulleiter schmunzelnd. Aktuell unterrichten 28 Lehrkräfte 850 Schüler an 18 Unterrichtsstandorten, in 30 Unterrichtsstätten, hier wiederum in 55 Räumen im gesamten Landkreis Rhön Grabfeld.