Bad Neustadt

Eine Stadtratssitzung wie in einer Abiturprüfung

Sitzordnung wie in einer Abiturprüfung. Der Stadtrat tagte mit reichlichem Abstand zueinander in der Stadthalle. Foto: Stefan Kritzer

Bei dringend notwendigen Versammlungen wie Stadtratssitzungen sind durch die Corona-Pandemie strenge Abstandsregelungen vorgeschrieben. Das macht es dem Stadtrat derzeit unmöglich, seine Sitzungen im Sitzungssaal des Rathauses abzuhalten. Stattdessen trafen sich die Räte nun in der Stadthalle. Jeder an einem eigenen Tisch mit schön viel Platz dazwischen.

Bad Neustädter Saaldiener wie im Bundestag? 

Für Bürgermeister Bruno Altrichter eine ganz neue Situation, denn auch Protokollantin Jennifer Keilholz, Stadtbaumeister Michael Wehner und der geschäftsleitende Beamte Michael Weiß gingen auf deutlichen Abstand. Da nicht jeder Tisch mit einem Mikrofon ausgestattet werden konnte, verdingte sich unter anderem Michael Weiß als Saaldiener und reichte das Mikro dem Stadtbaumeister zu. Ob es künftig einen Saaldiener wie im Bundestag braucht, wie Bruno Altrichter bemerkte, stand aber noch nicht auf der Tagesordnung.

Im Sommer vergangenen Jahres hatte der Stadtrat den Weg frei gemacht für eine weitere Kindertagesstätte in Herschfeld. Diese soll auf dem Gelände des alten Sportplatzes gebaut werden. Ausgegangen wurde seinerzeit von 100 neu entstehenden Betreuungsplätzen. Nach aktuellen Zahlen reicht dies aber nicht aus. Vor allem im Schulkindbereich müssen zusätzliche Betreuungsplätze eingerichtet werden, da der Hort in Herschfeld bereits heute keine freien Plätze mehr hat.

Herschfelder Kita wird größer gebaut

Die Stadt hat sich deshalb darauf verständigt, die neue Kita größer zu bauen als bislang geplant. Die neuen Planungen sehen vor, dass bis zu 135 Kinder darin Platz finden. Entstehen sollen 24 Plätze für Krippenkinder unter drei Jahren, 76 statt geplanter 56 Plätze für Regelkinder im Alter von drei bis sechs Jahren und 35 statt 20 Plätze für Schulkinder. Der Beschluss, eine größere Kita in Herschfeld zu bauen, wurde mit dem einstimmigen Votum des Stadtrates auf den Weg gebracht.

Im Februar hatte der Stadtrat eine Satzung verabschiedet, die genau regelt, wer bei der Straßensanierung in Herschfeld welche Gewerke zu bezahlen hat. Die Kosten werden zwischen dem Landkreis und der Stadt exakt aufgeteilt. Nachgeholt wurde nun ein Pauschalbetrag für die Oberflächenentwässerung. Diese, ausgehend von der Kreisstraße, muss in der Falltor- und in der Kirchstraße über den Abwasserkanal der Stadt erfolgen. Die Pauschale legte der Stadtrat auf 199 Euro pro Meter Straßenlänge fest. Der Landkreis zahlt so einmalig für die insgesamt 578 Meter Straßenlänge einen Betrag von 115 022 Euro an die Stadt.

Im Stadtteil Löhrieth werden zwei weitere ehrenamtliche Feldgeschworene für anliegende Aufgaben benötigt. Die Ämter bekleiden künftig Sebastian Vierheilig und Christian Fromm, beide natürlich aus Löhrieth.

Aus der nichtöffentlichen Sitzung vom 5. März gab Bruno Altrichter einen Beschluss bekannt: Die Firma Karlein Bau aus Mellrichstadt wird anstehende, kleinere Kanalinstandsetzungen und Reparaturarbeiten ausführen. Für den jährlich zu vergebenden Auftrag hält die Stadt 80 000 Euro bereit.

Umweltverschmutzung am Brendufer

Stadträtin Gudrun Hellmuth klagte frühmorgendliche Zustände auf dem neuen Radweg am Brendufer und auf dem Wiesenweg an. Dort finden sich zu Beginn des Tages in schöner Regelmäßigkeit Müll und Scherben nach nächtlichen Feiern junger Leute. Die Stadt appelliert an die Feiernden, keinen Müll und schon gar keine Scherben auf dem Radweg zu hinterlassen.

Bruno Altrichter sagte hierzu: "Das ist absolut inakzeptabel!" Nachtruhe und Sauberkeit müssten eingehalten werden. Gudrun Hellmuth regte an, den neuen Ordnungsdienst in diesem Bereichen regelmäßig nach dem Rechten sehen zu lassen. Dieser nimmt allerdings erst im April seine Arbeit auf. Bis der Ordnungsdienst zu nächtlicher Stunde unterwegs sein wird, könnten - nach zuerst notwendigen Schulungen - noch einige Wochen vergehen, teilte Michael Weiß mit.

Partnerschaftsreferentin Petra Bieber verlautete, dass der geplante Austausch mit der Partnerstadt Falaise am 1. Mai aufgrund der Corona-Krise nicht stattfinden wird. Das Treffen wird auf Oktober oder das kommende Jahr verschoben.