Bad Neustadt

Das Schwarze Moor: Ein besonderer Schatz der Rhön

Zu allen Jahreszeiten ist das Schwarze Moor bei Fladungen bei Wanderern sehr beliebt. Foto: Hanns Friedrich

Vor etwa 14 000 Jahren ist das Schwarze Moor in der Rhön entstanden. Zur Zeit allerdings beginnen dort Bäume und Büsche zu wachsen. Grund dafür sind fehlende Niederschläge, erklärte Klaus Spitzl, Geschäftsführer des Naturpark Bayerische Rhön, im Ausschuss für Umwelt und Naturschutzfragen. Moore sind CO2-Speicher und damit, wie Landrat Thomas Habermann betonte, "Schätze in der eigenen Heimat, die es zu erhalten gilt".

Die Moore der Rhön sind nun "Nationale Geotope"

Die Moore der Rhön sind nun zertifizierte "Nationale Geotope", berichtete Spitzl. Sie seien wichtig für das gesamte Ökosystem und das nicht nur als Wasser- und CO2-Speicher. Aber sie seien sehr labile Gebilde und "wir sind dabei diese zu zerstören", warnter Spitzl. Das Schwarze Moor ist 66,4 Hektar groß, liegt auf der Wasserscheide zwischen Rhein und Weser und gilt als eines der bedeutendsten Hochmoore in Mitteleuropa.

Das Moor als Geschichtsarchiv

Kurz umriss er das "Geschichtsarchiv Moor". Zu erkennen sei dort die Zeit der Nadelholzforste, aber auch die Zeit der Wiesen- und Weidenutzung. Dann kam der Einbruch durch Rodungsarbeiten, durch Siedlungen, etwa 1500 nach Christus. Ebenso die Zeit der mittelalterlichen Rodungen um 800 nach Christus, als das Kloster Fulda gegründet wurde. Im Dritten Reich wurden Entwässerungsarbeiten und Aufforstungen vorgenommen, 1939 wurde das Schwarze Moor dann unter Naturschutz gestellt.

In den 1970er Jahre entstand der erste Lehrpfad, 1982 kam die Verordnung zum Naturschutzgebiet Lange Rhön, 1985 wurde ein neuer Lehrpfad gebaut, 2007 der Aussichtsturm. Seit 2014 ist das Schwarze Moor Teil der Kernzone des UNESCO-Biosphärenreservates Rhön. 2001 wurde das Info-Zentrum eröffnet, das Haus der Langen Rhön in Oberelsbach kam hinzu, später die Rastanlage Schwarzes Moor.

Bohlenweg wird aktuell instand gesetzt

Immer wieder einmal kommt es vor, dass der Bohlensteg im Schwarzen Moor zum Beispiel wegen Renovierungsarbeiten gesperrt werden muss, oder auch im Winter wegen Glatteisgefahr. Dafür bat Klaus Spitzl um Verständnis. Aktuell wird der Weg Steg instand gesetzt. Geplant ist unter anderem,  eine kleine Moor-Runde anzulegen, die speziell für Rollstuhlfahrer gedacht ist.

Und dann wies Spitzl noch etwas Besonderes hin: Die sogenannten Mooraugen. In anderen Hochmooren liegen diese häufig in den zentralen Teilen des Moores, im Schwarzen Moor jedoch am Rande der zentralen Hochfläche. Die Entstehung dieser Mooraugen ist noch nicht restlos erforscht. Das größte der drei Mooraugen in der Nähe des Bohlensteges hat eine Fläche von fast 500 Quadratmetern und eine Wassertiefe von etwa 2,50 Metern. Darunter schließt sich eine etwa 1,50 Meter mächtige Torfschlammschicht an. Im Moorauge ist das Wasser nährstoffarm und sauer. Die dunkle Braunfärbung ergibt sich durch gelöste Humusstoffe.