Bad Neustadt

Windpark: Demo-Teilnehmer hoffen noch auf ein Einlenken

Michael Diestel vom Bauernverband sprach am Samstag bei der Demonstration in Bad Neustadt. Die Teilnehmer setzten sich für die Rettung des geplanten Windparks bei Wargolshausen und Wülfershausen ein. Foto: Eckhard Heise

Die Kräfte mobilisieren, um den geplanten Windpark zwischen Wülfershausen und Wargolshausen zu retten, haben sich die Initiatoren einer Demonstration auf dem Bad Neustädter Marktplatz auf die Fahne beziehungsweise Plakat geschrieben. Etwas mehr als die zulässigen 50 Teilnehmer – die Polizei drückte ein Auge zu und zählte nicht ganz genau – folgten am Samstag dem Aufruf. Sie forderten insbesondere von der CSU ein Einlenken in letzter Minute.

An diesem Donnerstag könnte sich das Schicksal der insgesamt 13 geplanten Windräder entscheiden. Der Wirtschaftsausschuss der Bayerischen Regierung wird dann über eine Änderung der Bauordnung beschließen, die direkte Folgen für die Zukunft des Windparks hätte. Die bisher von der CSU verfolgte Neufassung könnte das Aus für das Projekt bedeuten.

Appell an Vogel und Kirchner

Die Sprecher der von Michael Diestel und Johann Giglhuber initiierten Kundgebung forderten die Zuhörer auf, vor allem auf die CSU-Landtagsabgeordneten der Region, Steffen Vogel und Sandro Kirchner, einzuwirken, damit die Gesetzesinitiative doch noch gekippt wird. Insbesondere wäre Sandro Kirchner die richtige Adresse, weil er Vorsitzender des Wirtschaftsausschusses ist und seine Stimme besonderes Gewicht im Entscheidungsprozess hat.

Bei der relativ spontan anberaumten Demonstration in Bad Neustadt kamen etwas mehr als die 50 erlaubten Teilnehmer zusammen. Foto: Eckhard Heise

Alle Redner verlangten, dass den Absichtserklärungen zur Bekämpfung des Klimawandels auch Taten folgen müssten. 25 000 Haushalte könnten durch den Windpark mit nachhaltig erzeugtem Strom versorgt werden, wenn nicht am Donnerstag eingelenkt wird. Dann könnte aber auch noch ein groteskere Situation entstehen, wie Harald Schwarz schilderte, Geschäftsführer der Initiatoren der RegioE2-GmbH.

Kommt nun die veraltete Technik?

Eine Baugenehmigung bestehe für die Windräder – jedoch ausgestattet mit Rotoren eines veralteten Typs. Die ganze Auseinandersetzung sei entstanden, weil die Investoren zwischenzeitlich auf eine modernere Technik umschwenkten, was zur Streitfrage führte, ob eine neue Genehmigung beantragt werden muss. In diesem Falle trete die 10-H-Regel in Kraft, was das Aus für den Windpark bedeute. Um einen Teil ihrer bisherigen Investitionen zu retten, wären die Geldgeber gezwungen, veraltete Technik zu installieren, sollte die Regierungspartei bei ihrer Haltung bleiben. Weil diese Technik aber nicht mehr hergestellt wird, würden gebrauchte Anlagen in Norddeutschland abgebaut und hier eingebaut werden. Damit gingen 25 Prozent an Effektivität verloren.

Eindringlich forderten Grünen-Landtagsabgeordneter Paul Knoblach (Schweinfurt) und SPD-Kreisvorsitzender Rene´ van Eckert (Mellrichstadt) ein Umdenken von der CSU, während Jürgen Rüth, ebenfalls Geschäftsführer von RegioE2, seine Dankbarkeit für die spontane Teilnahme an BBV, Fridays for Future, mehrere Energiegenossenschaften, Grüne und Privatpersonen richtete.