Bad Neustadt

Wenig Impfstoff und nur ein positiver Corona-Test in Rhön-Grabfeld

Am Impfzentrum Bad Neustadt ist man bereit. Alleine, es fehlt der Impfstoff, damit auch hier die Impfungen starten können. Foto: Thomas Pfeuffer

Am Sonntag wurde aus Rhön-Grabfeld kein positiver Corona-Test ans Robert Koch-Institut gemeldet. Am Montag war es lediglich ein positives Ergebnis, das aus Bad Neustadt nach Berlin weitergeleitet wurde. Da war eine Frage naheliegend: Wird im Landkreis nicht mehr getestet? Die Antwort aus dem Landratsamt auf diese Frage stimmt hoffnungsfroh: Die Testungen laufen weiterhin. Alleine am Montag seien mehr als 100 Personen in die Teststrecke nach Heustreu geladen gewesen.

Im Landratsamt will man die Testergebnisse allerdings nicht weiter bewerten. Ob die aktuellen Zahlen tatsächlich auf eine Entspannung der Corona-Lage im Landkreis hindeuten, muss sich in den kommenden Tagen erweisen. Da nur eine neue Infektion gemeldet wurde und gleichzeitig elf aus der Statistik fielen, sank die Sieben-Tage-Inzidenz von 158,2 am Montag auf 145,7 am Dienstag (Stand 0 Uhr). Insgesamt wurden damit bislang 1667 Personen im Landkreis als infiziert gemeldet. Das entspricht einer Infektionsrate von 2,09 Prozent der Landkreisbevölkerung.

Es gibt allerdings auch wieder eine traurige Nachricht. Leider starben zwei weitere Patienten. Somit sind aktuell im Landkreis Rhön-Grabfeld 39 Todesfälle im Zusammenhang mit Covid-19 zu beklagen.

Impfungen gehen weiter

Die Fortschritte bei einem anderen Thema sind weiterhin eher schleppend. Das Impfzentrum sei bereit, die Impfteams stünden "Gewehr bei Fuß". Was fehlt, ist der Impfstoff. Landrat Thomas Habermann zeigt sich reichlich unzufrieden mit dem Nachschub an dem begehrten Stoff. Man könnte viel mehr impfen, es würde aber viel zu wenig Impfstoff geliefert. Nach den ihm damals vorliegenden Informationen war de r Landrat Mitte Dezember noch davon ausgegangen , dass bis zur zweiten Januarwoche etwa 1200 Pflegebedürftige in den verschiedenen Einrichtungen im Landkreis sowie ebenfalls etwa 1200 ambulant gepflegte Personen geimpft werden können.

Noch stehen die Stühle im Wartebereich leer. Das wird sich ändern, wenn das Impfzentrum in Bad Neustadt den Betrieb aufnimmt. Foto: Thomas Pfeuffer

Davon kann allerdings bislang nicht die Rede sein. Die genaueren Zahlen über den schleppenden Impf-Fortgang kennt die Pressesprecherin des Landratsamts, Julia Weber. Bis einschließlich 11. Januar sind nach ihren Angaben etwa 1100 Personen in Rhön-Grabfeld geimpft worden. Dabei handelt es sich im Wesentlichen um Bewohner und Personal von Pflegeeinrichtungen. Bislang seien elf größere Häuser durchgeimpft worden. Derzeit fehlen noch einige kleinere Einrichtungen. Auch am Rhön-Klinikum Campus seien die Impfungen inzwischen angelaufen.

Am Dienstag wurden 300 weitere Impfdosen erwartet. Diese Charge steht für Erstimpfungen zur Verfügung. Eine weitere Lieferung wird diese Woche noch erwartet. Die dient einem anderen Zweck: Am Sonntag oder Montag sollen im Landkreis nämlich die erforderlichen Zweitimpfungen anlaufen. Rund 21 Tage nach dem Impfstart am 27. Dezember soll damit erneut im BRK Alten- und Pflegeheim in Bad Neustadt begonnen werden.

Blick auf die Nachbarlandkreise

Beunruhigend ist erneut das Bild beim Blick auf die außerbayerischen Nachbar-Landkreise. Im Landkreis Fulda beträgt die Sieben-Tage-Inzidenz 333, was erneut den Spitzenwert in Hessen bedeutet. Noch ungünstiger sind die Zahlen in Schmalkalden-Meiningen. Auch wenn die Sieben-Tage-Inzidenz hier leicht gesunken ist, beträgt sie immerhin noch 399,5. Bundesweit gar den zweiten Platz auf der Negativ-Liste der Inzidenzwerte nimmt Hildburghausen ein. Hier ist der Wert weiter gestiegen und liegt nun bei 526,9.

Günstiger fallen die Zahlen im Nachbarlandkreis Bad Kissingen aus, wo der Inzidenz-Wert bei 126,9 liegt, in Schweinfurt beträgt er 108,3 und in den Haßbergen 196,7.

Bei der Auslastung der Intensivbetten am Rhön-Klinikum Campus gab es nur geringfügige Veränderungen. Laut Register der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (DIVI) sind von den insgesamt 133 am Rhön-Klinikum Campus zur Verfügung stehenden Intensivbetten derzeit 13 nicht belegt (Stand Dienstag, 12. Januar, 15 Uhr). Die Zahl der mit Covid-19-Patienten belegten Betten stieg leicht auf 27 (Montag 26). Invasiv beatmet werden müssen drei Patienten (Montag vier). Der Anteil der Belegung mit Corona-Patienten an der Gesamtzahl aller Intensivbetten (inklusive Wachstation) betrug am Dienstag 20,03 Prozent (Montag 19,55).