Weisbach

Was machen Wasserbüffel in der Rhön?

Sanftmütige Riesen: Büffelhalter Max ist stolz auf seine 12 Tiere starke Herde von Wasserbüffeln. Foto: Marc Huter

Dunkles Haarkleid, breite Brust - und vor allem große und schwere Hörner: Die "Wasserbüffel" sehen gigantisch aus und werden seit rund fünf Jahren von Max Rohrbach und seinem Vater Thorsten Rohrbach in der Rhön gehalten.

Im Einsatz, wo andere Tiere an ihre Grenzen stoßen

„Ich nenne sie gerne meine sanftmütigen Riesen“, erklärt der junge Mann, als er die gigantisch anmutenden Tiere zeigt. In einem sehr feuchten und ehemals äußerst dicht bewachsenen Gebiet zwischen Weisbach und Wegfurt ist die Wasserbüffel-Herde derzeit zu betrachten.

In enger Zusammenarbeit mit dem Landschaftspflegeverband und der Unteren Naturschutzbehörde am Landratsamt Rhön-Grabfeld setzen Max und Thorsten Rohrbach die Tiere zur Landschaftspflege ein. Ihr Revier sind stark sumpfige und dicht bewachsene Gebiete, in denen keine maschinelle Bearbeitung möglich ist und auch andere Tiere wie Schafe, Ziegen oder die mit den Wasserbüffeln verwandten Rinder an ihre Grenze stoßen.

Suhlen zum Wohle der Natur

Die Büffel bahnen sich einerseits in nassen Bereichen der Weide Pfade und durch ihr Suhlen andererseits entstehen vegetationsfreie, besonnte Kleingewässer, die zuvor von dichter Vegetation bewachsen waren. In ähnlichen Projekten in anderen Gebieten wirkten die Wasserbüffel nachgewiesenermaßen als Habitat-Konstrukteure und sorgten durch ihre Beweidung für eine hohe Insektenvielfalt.

Die Wasserbüffel sorgen in stark bewachsenen Gebieten für ein Habitat mit hoher Artenvielfalt. Foto: Marc Huter

Max und Thorsten Rohrbach können genau das auch auf ihren beweideten Flächen in der Weisbacher Gemarkung sowie im Bereich Sondheim und Stetten, wo die Beweidung seit fünf Jahren vorgenommen wird, beobachten. "Das Projekt wird intensiv von den Landschaftspflegern und Naturschützern begleitet", versichern sie. Beide Institutionen seien mit dem Verlauf derzeit sehr zufrieden. In den Trittstellen des Büffels entwickele sich ein Mosaik aus Wiederasen sowie höheren Gras- und Staudenbeständen.

Tiere sind trotz großer Hörner ganz zahm 

Das Fleisch benötigte weder Penicillin noch andere Arzneimittel. Entsprechend gespannt sind Vater und Sohn auf den Geschmack des ersten Wasserbüffels, den sie im Spätherbst erstmals zum Verzehr schlachten und direkt vermarkten wollen. "Wir wollen, dass die Tiere ganzheitlich Nutzen bringen", erklären sie.

Von den großen Hörnern sollte man sich übrigens nicht stören lassen. Die Tiere sind ganz zahm und hören auf Büffelhalter Max, der jeden seiner Wasserbüffel mit Namen kennt.