Unsleben

Unsleben: Sparbremse wird nötig

Der Kostenansatz für die Sanierung des alten Pfarrhauses von Unsleben überschreitet knapp die eine Million Euro, was die Gemeinde zum Sparen zwingt. Foto: Eckhard Heise

Um das Alte Pfarrhaus war es eine Weile still geblieben, jetzt stellte Dorfplanerin Sabine Kunert bei der Gemeinderatssitzung in Unsleben die neueste Entwicklung und einen aktuellen Entwurf vor. So langsam soll denn auch das Förderverfahren angegangen werden, weil schon entsprechende Zusagen für das Millionen-Projekt im Raum stehen.

Die Architektin beschrieb zunächst die Aufteilung im Erdgeschoss, das für die öffentliche Nutzung durch Gemeinderat und als Bürgermeistersprechzimmer angedacht ist. Außerdem soll die Möglichkeit zur Trauung gegeben sein, sodass die Räume entsprechend repräsentativ gestaltet werden sollten. Eine kleine Teeküche soll ebenfalls installiert werden.  

Raumaufteilung ist nicht optimal

Bürgermeister Michael Gottwald bemerkte, dass die Raumaufteilung wegen der begrenzten Fläche nicht optimal sei, schon weil das Gemeindearchiv ausgelagert werden muss. Außerdem dürfe man bei den weiteren Überlegungen das derzeitige Rathaus nicht aus den Augen verlieren. Die Betreiberin der Zahnarztpraxis im Obergeschoss habe auch schon den verständlichen Wunsch nach Barrierefreiheit geäußert, was nur im Erdgeschoss umsetzbar sei. Außerdem wäre eine Sanierung des Rathauses auch langsam fällig.

Die Rampe vom Friedhof sei bei den Zuschussgebern nicht durchsetzbar gewesen, fuhr die Dorfplanerin fort. Das Bauwerk soll wegfallen und wird durch ein kombiniertes Treppen-Aufzugsystem ersetzt. Damit wird in die Gestaltung des Gartens nicht zu sehr eingegriffen.

Das Obergeschoss ist komplett der Jugend vorbehalten. Dazu sollen Funktions- und Aufenthaltsräume für unterschiedliche Altersgruppen bereit stehen. Im Dachgeschoss gibt es weitere Räume für die Jugend, die aber voraussichtlich nur zur Lagerung genutzt werden. Um den Bereich als Aufenthaltsraum nutzen zu können, müsste das Dach isoliert werden, was die Kosten gewaltig nach oben treiben würde. Das sahen die drei anwesende Mitglieder der Pfarrheimjugend ein. Die Raumaufteilung muss außerdem mit dem Denkmalamt abgestimmt werden, das schon verschiedene Auflagen gemacht hat. Der Garten soll etwas modelliert werden, um ihn auch für Feste nutzen zu können.

Mit den noch eingebrachten Änderungen soll die Architektin die Pläne nun konkretisieren und zur Eingabe bereit machen. Ob und wann das Projekt wegen der angespannten Finanzlage dann umgesetzt wird, ließ der Bürgermeister erst noch einmal offen.  

Schutzsystem für Hochwasser wird unerlässlich

Schon bei der vorhergehenden Sitzung hatte das Thema Hochwassermanagement eine Rolle gespielt. Die Ratsmitglieder schlossen sich der Expertenmeinung an, dass den aktuellen Erscheinungen von Starkniederschlägen mit dem vorhandenen Hochwasserschutz nicht mehr Rechnung getragen werden kann. Der Aufbau eines Schutzsystems, das auch ein öffentlich zugängliches Meldesystem beinhaltet, verursacht allerdings erhebliche Kosten, die manchem Mandatsträger nicht nachvollziehbar waren. Eine Förderquote von 75 Prozent erleichterte jedoch die einstimmige Entscheidung für eine Einführung, zumal ohnehin Handlungsbedarf bestehe, wie Gottwald bemerkte.

Das Gremium beschloss im weiteren Verlauf außerdem den Anschluss des Rathauses an das Glasfasernetz. Auch in diesem Fall profitiert die Gemeinde von einer hohen Förderung, sodass der Gemeindesäckel nur mit rund 7000 Euro belastet werde. Mit dem Anschluss kann auch die Kommunikation über das Bayerische Behördennetz gewährleistet werden.

Geschwindigkeitsbegrenzung auf 30 Stundenkilometer?

Eher skeptisch standen die Mitglieder des Gremiums einer Geschwindigkeitsbegrenzung auf 30 Stundenkilometer auf Ortsstraßen gegenüber, wie vielfach aus der Bevölkerung verlangt wurde. Eine Reduzierung hielten die Gemeinderäte in einigen Bereichen für überflüssig, weil etwa wie in der Streugasse ohnehin kaum schneller gefahren werden kann. Trotzdem soll eine Reduzierung in dem Bereich beantragt werden, obwohl die zuständigen Behörden eher in dieser Hinsicht zurückhaltend seien, wie Tobias Wülk von der VG meinte.

Nachdem das Gremium noch dem Kauf eines 1400 Euro teuren Kombigeräts für den Bauhof zugestimmt hatte, gab Gottwald aus dem nichtöffentlichen Teil der vorhergehenden Sitzung bekannt, dass aus Sicherheitsgründen die Biberdämme im Ortsbereich entnommen werden dürfen. Außerdem verlas Gottwald einen Brief von Anliegern der Ringstraße, die sich gegen die Ausweisung von Parkplätzen für die Herbert-Meder-Schule wandten. Die Einrichtung hatte dazu den Kauf einer öffentlichen Fläche von der Gemeinde beantragt, die bisher die Anlieger als Parkfläche nutzen. Gottwald machte darauf aufmerksam, dass das Anliegen der Lebenshilfe bereits im Februar in einer öffentlichen Sitzung behandelt worden und die Reaktion der Anwohner erst jetzt eingegangen sei. Wie weiter verfahren wird, ließ der Bürgermeister noch offen.