Bad Neustadt

Rhön-Grabfeld: Habermanns Herausforderer letztlich chancenlos

Thomas Habermann schaffte es im ersten Wahlgang, erneut zum Landrat gewählt zu werden. „Ich führe das gute Ergebnis darauf zurück, dass wir im Landratsamt in den vergangenen Jahren eine gute Arbeit gemacht haben“, sagte er am Tag nach der Wahl. Das Foto entstand beim Wahlforum zu... Foto: Anand Anders

Mit nahezu zwei Drittel (63,69 Prozent) der Wählerstimmen bleibt Thomas Habermann (CSU) Landrat des Landkreises Rhön-Grabfeld. Bei der Kommunalwahl ließ er seine drei Herausforderer damit in der Wählergunst weit hinter sich. Während SPD-Kandidat Thorsten Raschert ein sehr ernüchterndes Ergebnis für sich verbucht, äußerten sich Yatin Shah (Bündnis 90/Grüne) und Karl Graf Stauffenberg (FDP) zufrieden mit dem Resultat der Landratswahl. Mehr sei für sie nicht zu holen gewesen. Für zwei politisch weitestgehend unbeschriebene Blätter im Landkreis, erreichten beide ein durchaus ordentliches Ergebnis. Die Kandidaten bedankten sich zudem bei den Wählern, die unter den verschärften Bedingungen der Corona-Krise zur Wahl gegangen seien.

Thomas Habermann hat Grund zur Freude: Er wurde mit deutlicher Mehrheit wiedergewählt. Foto: Björn Hein

Der alte und neue Landrat dankte am Tag nach der Kommunalwahl auf telefonische Anfrage dieser Zeitung seinen Wählern für die Unterstützung. „Ich führe das gute Ergebnis darauf zurück, dass wir im Landratsamt in den vergangenen Jahren eine gute Arbeit gemacht haben“, sagte Thomas Habermann. „In der Mehrheit sind die Bürger mit unserer Arbeit zufrieden.“

Dank für fairen Wahlkampf

„Ich schätze das Ergebnis als sehr gut ein, schließlich gab es drei Gegenkandidaten“, so Habermann, der sich bei Stauffenberg, Raschert und Shah für den fairen Wahlkampf bedankte. „Dieser faire Wahlkampf ist auch die Basis für eine gute Zusammenarbeit im Kreistag“, hofft Habermann. „Die wichtigen Themen für die Zukunft des Landkreises sind im Wahlkampf herausgearbeitet worden: die Verbesserung des Öffentlichen Personennahverkehrs, der digitalen Infrastruktur und vor allem der Situation der Wohnverhältnisse in den Gemeinden“, so Thomas Habermann.

Realistische Chancen, das politische Schwergewicht Habermann aus dem Amt zu hieven, hatten die drei Herausforderer Thorsten Raschert, Yatin Shah und Karl Graf Stauffenberg eigentlich nicht. Den drei Landratskandidaten ging es im Wesentlichen um ein gutes Ergebnis. „Herr Habermann ist Amtsinhaber, das sieht man halt auch am Ergebnis“, sagte Yatin Shah, auf den 17,0 Prozent der Wählerstimmen entfielen. „Das war meine erste Kandidatur“, so der Kandidat von Bündnis 90/Grüne. „Beim ersten Mal gleich 17 Prozent, das ist ein gutes Ergebnis.“

Raschert: Zehn Prozent als Minimalziel

Thorsten Raschert, Kandidat für die SPD, äußerte sich jedoch enttäuscht: „Das Ergebnis verwundert mich schon. Es ist für uns schwer einzuordnen, ob der Wähler die gute Arbeit der SPD im Kreistag entsprechend honoriert hat.“ Zehn Prozent der Wählerstimmen hatte sich Raschert als Minimalziel vorgenommen. Geworden sind es 10,01 Prozent. „Das ist auch schon eine persönliche Niederlage“, gestand Thorsten Raschert ein. „Das Ergebnis vor sechs Jahren war natürlich besser, da waren es aber auch nur zwei Landratskandidaten.“

Einen für die FDP erstaunlichen Erfolg verbuchte Karl Graf Stauffenberg: „Ich bin mehr als zufrieden mit dem Ergebnis“, sagte der Landratskandidat aus Irmelshausen, auf den 9,31 Prozent der Stimmen entfielen. „Kein Landratskandidat der FDP in Bayern hat bei dieser Kommunalwahl ein besseres Ergebnis erzielt.“ Und weiter: „Mir hat das Ergebnis gezeigt, dass eine klare Haltung die richtige Haltung ist“, so Stauffenberg.

Unterstützung im Kampf gegen die Corona-Epidemie

Alle drei geschlagenen Landratskandidaten wollen nun im Kreistag die Politik im Landkreis mitgestalten. Und alle drei boten der CSU und Landrat Thomas Habermann ihre Unterstützung im Kampf gegen die Corona-Epidemie an. Ob diese das Wahlergebnis beeinflusst hat, ist derzeit noch nicht klar. Thorsten Raschert sagte: „Vielleicht haben Wähler hier auf Stabilität gesetzt und deshalb dem Amtsinhaber ihre Stimme gegeben. Die Wahlbeteiligung bei der Landratswahl lag bei 67 Prozent“, so Raschert. „Ohne Corona wäre sie vielleicht höher ausgefallen.“ Was aber, wie der SPD-Kandidat eingestand, am Ausgang der Landratswahl wohl auch nichts geändert hätte.

Für die folgenreiche Entscheidung der Staatsregierung am Tag nach der Kommunalwahl äußerte Yatin Shah Verständnis: „Die Ausrufung des Katastrophenfalls ist eine absolut richtige Entscheidung. Die Ausbreitung des Virus muss jetzt aufgehalten werden, damit da keine Lawine auf uns zukommt“, so Shah, der Mediziner von Beruf ist. Thomas Habermann betonte: „Wir stützen die Entscheidung der Staatsregierung zu 100 Prozent.“