Bischofsheim

Osterburg: Fototermin in historischen Gewändern

Gruppenbild in historischen Gewändern: Die Freunde der Osterburg trafen sich bei herrlichem Sommerwetter für Film- und Fotoaufnahmen. Foto: Marion Eckert

Endlich hat das Wetter gepasst: Herrlicher Sonnenschein und blauer Himmel über der Osterburg bei Bischofsheim. So konnten sich die "Freunde der Osterburg" in ihren historischen Gewändern für Film- und Fotoaufnahmen bestens präsentieren. Die Aufnahmen werden für die geplante Ausstellung der Funde der Osterburg im Rentamt in Bischofsheim benötigt. Im Herbst vorigen Jahres hatten sie schon einmal einen Anlauf für einen solchen Fototermin unternommen, doch dichter Nebel an der Burgruine machte ihnen einen gehörigen Strich durch die Rechnung.

Mit Daniel Fergerson (Mellrichstadt), der auch als "Rhön-Drohne" bekannt ist, trafen sie sich nun bei bestem Sommerwetter an der Burgruine. Wolfgang Schön begleitete die "Freunde der Osterburg" in einer Führung zur Geschichte der Burg und ihrer Ausgrabung über die Anlage. So werde der Imagefilm Eindrücke von einer Burgführung vermitteln sowie einige weiterführende Informationen zur Historie und der jüngeren Vergangenheit.

Informationen zur Historie

Die Ausstellung soll als Abrundung des Projektes betrachtet werden und Fundstücke, die bei der Freilegung der Burg zu Tage kamen ebenso wie Informationen zur Historie präsentieren. Sie soll aber auch Karten und Pläne sowie Bildmaterial aus der Vergangenheit beinhalten. Der frühere Lesesaal im Rentamt wird die Dauerausstellung beherbergen. Zum Ende des Jahres soll sie der Öffentlichkeit übergeben werden.

Gefördert wird die Ausstellung mit Leader-Mitteln unter dem Titel "Kulturtouristische Inwertsetzung der Burgruine Osterburg" und mit Mitteln aus der Unterfränkischen Kulturstiftung des Bezirks Unterfranken zur Förderung nichtstaatlicher Museen und Sammlungen.

Burgruine aus dem Dornröschenschlaf geweckt

Bruno Werner, der Vorsitzende der Freunde der Osterburg, freute sich, dass auch Bürgermeister Georg Seiffert die Gelegenheit nutzte, in historischer Robe zur Burg zu kommen. "Unser Schultheiß in Gold durchwirktem Gewand", begrüßte ihn Wolfgang Schön.

Die Freunde der Osterburg trafen sich in historischen Gewändern zu einer Führung auf der Osterburg, um Bilder und Filmaufnahmen für einen Imagefilm zu erstellen. Foto: Marion Eckert

Die Freunde der Osterburg haben die  gleichnamige Burgruine aus dem Dornröschenschlaf geweckt und vor dem weiteren Verfall und Vergessen gerettet. 2005 wurde der Verein gegründet. Die Osterburg ließ der Fürstbischof von Würzburg in der Mitte des 12. Jahrhunderts zur Sicherung der Westgrenze seine Herrschaftsbereichs erbauen. Lebendig und anschaulich wusste Schön vom Leben auf der Burg zu erzählen. "Wenn du nicht mein Bruder bist, schlag ich dir den Schädel ein", nach diesem Beispiel christlicher Nächstenliebe waren sich die Fürstbischöfe aus Fulda und Würzburg zugetan. "Sie haben um das Gebiet gestritten. Der Salzforst war ein beliebtes Jagdgebiet. Aber auch der Holzreichtum und die Salzquellen am Rande der Rhön waren ein begehrtes Gut". Die Osterburg sollte Würzburgs Revier schützen. Schön bezeichnete sie als eine trutzige Burg, die schon von weitem zu sehen war. Sie war Verwaltungssitz des Würzburger Fürstbischofs und dokumentierte seinen Machtanspruch.

Burg wurde in verschiedenen Bauphasen errichtet

Im Laufe der Freilegung und etappenweisen Sanierung und die damit verbundene Forschung durch den Burgenforscher Dr. Joachim Zeune wurde deutlich, dass die Burg in verschieden Bauphasen errichtet wurde. Der älteste Teil sei der Viereckturm, der auf dem Vulkanstumpf errichtet wurde. Nach dem Wohnturm folgten Wirtschaftsgebäude, Stall und Werkstatt. Die Anlage wurde immer mehr erweiter, bekam eine zweite Mauer und eine Halsgraben, der ein Einnehmen der Burg nahezu unmöglich machen sollte. Immerhin weißt die Burg eine Größe von 300 mal 80 Meter auf.

Doch der Burg war kein langes Leben beschieden. 100 Jahre nach dem Bau wurde sie verlassen. "Es war kein Brand, der die Burg zerstörte. Wir haben keine Reste gefunden, die darauf hingedeutet haben." Vermutet werde, dass der Verwaltungssitz nach Bischofsheim verlegt wurde und die Burg damit ihre Bedeutung verlor.

Burg wurde teilweise abgetragen

Die Bevölkerung aus den umliegenden Dörfern trug die Burg teilweise ab, die Steine wurden anderweitig benötigt. Unter anderem befinden sich im Kloster Kreuzberg Steine der Osterburg, wusste Schön zu berichten.

Sie geriet am Ende beinahe schon in Vergessenheit. Die Natur holte sich die Ruine fest vollständig zurück. Bis die Freunde der Osterburg auf den Plan traten, mit dem Ziel, sie dauerhaft aus ihrem Schlaf zu erwecken und das, was noch übrig geblieben ist, für die Nachwelt zu erhalten. Sie holten sich Partner ins Boot. Neben der Stadt Bischofsheim das Landesamt für Denkmalpflege, weitere geldgebende Fachbehörden und eben auch Burgenforscher Dr. Joachim Zeune. Die Burganlage von Bewuchs frei zu halten ist für die Freunde der Osterburg Jahr für Jahr eine große Herausforderung.