Bad Neustadt

Neuschter Eiszeit: So läuft trotz Corona die neue Eisbahn- und Almsaison

Auch in diesem "Corona-Jahr" wird im Winter auf dem Bad Neustädter Marktplatz wieder die "Neuschter Eiszeit" Einzug halten. Unser Archivfoto zeigt die Eröffnung im vergangenen Jahr. Foto: Stefan Kritzer

Für viele gehört gegen Ende eines jeden Jahres die Eisbahn und die angrenzende Almhütte auf dem Bad Neustädter Marktplatz schon dazu wie der Christbaum im Wohnzimmer zu Weihnachten. Ob die Corona-Pandemie eine neuerliche Auflage der "Neuschter Eiszeit" in der Saison 2020/2021 verhindern würde, haben sich zuletzt nicht wenige in der Stadt gefragt.

Dies tut sie nicht, wie die Betreiberfamilie Griebel zunächst im sozialen Netzwerk Facebook verkündete. Dort bestätigte sie auf ihrer Seite, dass die neue Eiszeit diesmal vom 5. November bis 10. Januar 2021 dauern wird - und zwar mit dem Corona-Hinweis "Neuschter Eiszeit - aber sicher".

Strenges Hygienekonzept entwickelt

"Unser Schutz- und Hygienekonzept hat höchste Priorität", sagen Manfred Griebel und seine Söhne Johannes und Florian, die auch in diesem Jahr für das Winterprojekt verantwortlich zeichnen, im Gespräch. Man habe selbst einen hohen Anspruch, seine Besucher und das Personal zu schützen. Deshalb sei das entwickelte Konzept sogar strenger als es von Amtswegen nötig gewesen wäre. 

Bis das nötige Schutzkonzept nach einigen Tagen Arbeit stand und letztlich vom Gesundheitsamt genehmigt werden konnte, war laut den Griebels viel Arbeit nötig. "Am aufwendigsten war die Recherche, um zu klären, welche Auflagen überhaupt bestehen", erklärt Johannes Griebel und vergleicht es schmunzelnd mit einer Art Jura-Studium. Im Gegensatz zum Bereich Gastronomie, in dem in den vergangenen Monaten einige Corona-Erfahrungen gesammelt werden konnten, gab es bislang keine konkreten Vorgaben, was in Sachen Eissport zu beachten ist. Viele Telefonate und Rücksprachen mit Kollegen, Verbänden oder der Regierung hätten dann allmählich das Konzept diesbezüglich geformt.

Klar ist allgemein, dass bei der "Neuschter Eiszeit" in diesem Jahr vieles anders sein wird, aber der gewohnte Umfang gegeben sei, so die Betreiberfamilie. Angefangen von einem eingezäunten Außenbereich, um eine Gästeregistrierung für eine mögliche Nachverfolgung einer Infektion sicherstellen zu können. "Maskenverweigerer sind in dieser Saison nicht unsere Gäste", stellen die Griebels klar.

Einige Änderungen auf der Eisbahn

Das im vergangenen Jahr neu angebotene Eisstockschießen findet auch 2020 auf der Eisbahn seine Fortsetzung. Foto: Stefan Kritzer

Auf der Eisbahn steht eine durchgängige Belüftung im Vordergrund, weswegen die Vorhänge des Zeltes mehr geöffnet sein werden. Die Zahl der Schlittschuhfahrer, die gleichzeitig über das Eis flitzen können, wird begrenzt. Durch ein Zwei-Spuren-System - eine Spur jeweils für Anfänger und Könner - sollen die Abstände leichter eingehalten werden können. Mit festgelegten Fahrzeit-Intervallen wollen die Griebels zudem möglichst vielen kleinen und großen Fahrern ermöglichen, ihre Runden zu ziehen. Das gilt auch für Schulklassen, denen ein Besuch auch in diesem Jahr angeboten wird.

"Wir erhoffen uns viele Schüler für diesen Outdoor-Schulsport", sagt Manfred Griebel. Auch das Eisstockschießen auf der Eisbahn, welches 2019 Premiere feierte, findet seine Fortsetzung.

Um die Abstände einhalten zu können, wird in dieser Saison die Wechselzone für das An- und Ausziehen der Schlittschuhe deutlich erweitert. Das hat wiederum Folgen für die angrenzende und im vergangenen Jahr neu konzipierte Almterrasse, die Raucher oder auch viele Eltern genutzt haben, wenn ihre Kinder auf dem Eis sind. "Die wird es deshalb in diesem Jahr schweren Herzens nicht geben", bedauert Johannes Griebel. Die Eisbahn stehe aber in diesem Jahr bei allen Überlegungen im Vordergrund. Dafür gibt es mehr Platz im Außenbereich. Dort gilt das Prinzip der Selbstbedienung für Speisen und Getränke.

Bewirtung am Tisch statt Selbstbedienung in der Alm

Das waren die Besucher sonst auch im Inneren der Alm gewohnt. Auch hier sorgt Corona für eine Umgewöhnung in diesem Winter. Die Bewirtung mit einer erweiterten Getränke- und Speisekarte erfolgt nun am Tisch selbst, "also wie im Wirtshaus", ergänzt Manfred Griebel in Anlehnung an die Landkreiskampagne "Geh' ins Wirtshaus!". Man setze sozusagen diese Kampagne auch im Winter um. Auch in der Alm verringert sich aufgrund der gebotenen Abstandsregeln die Anzahl der Sitzplätze, die erst im vergangenen Jahr aufgrund einer neuen räumlichen Aufteilung erhöht worden waren.

"Wir freuen uns aber auch darauf, die Gäste nun bedienen zu dürfen, sozusagen zurück zu den Wurzeln", ergänzt Florian Griebel. Spezielle (Live-)Musikveranstaltungen sind derzeit nicht geplant. Abhängig von der aktuellen Lage lasse man sich hier aber Möglichkeiten offen.

Nur kurze Zweifel über Durchführung in diesem Winter

Dass es keine Neuschter Eiszeit in diesem Corona-Jahr geben wird, daran haben die Griebels nur kurz gedacht. Das lag unter anderem auch an Stadt und Landkreis, "die dem Projekt positiv gegenüber stehen", so die Familie, die sich dem Risiko und der Tatsache bewusst sind, dass es enorme wirtschaftliche Einbußen im Vergleich zu einem normalen Jahr geben wird. "Aber das sind wir der Stadt, unseren Kunden und Besuchern dennoch schuldig", sagen sie allgemein zu der Durchführung des Winterevents.

"Es ist schwierig, aber solange es allgemein möglich ist, machen wir das", lautet unisono der Tenor, verbunden mit der Zuversicht, dass trotz allem das übliche Weihnachtsflair auf dem Bad Neustädter Marktplatz entstehen kann.