Oberelsbach

Neue Herausforderungen für den Oberelsbacher Kindergarten durch Corona

Die Oberelsbacher Gemeinderäte besuchten den kommunalen Kindergarten und ließen sich von Kindergartenleiterin Monika Enders über die aktuelle Situation aufklären. Foto: Marion Eckert

Nach und nach wird das neu zusammen gesetzte Gremium des Oberelsbacher Gemeinderates die kommunalen Einrichtungen besuchen, um einen Überblick über die Aufgaben und jeweiligen Situationen zu bekommen. Den Startschuss setzte Bürgermeisterin Birgit Erb im kommunalen Kindergarten, der Corona bedingt in den vergangenen Monaten vor immer neuen Herausforderungen stand. Kindergartenleiterin Monika Enders und Bürgermeisterin Erb gaben einen chronologischen Überblick, wie sich die Situation seit Mitte März änderte. Nachdem klar war, dass der Regelbetrieb des Kindergartens geschlossen werden muss und eine Notbetreuung angeboten werden darf, wurde ein Hygienekonzept erstellt und die pädagogische Arbeit insgesamt an die neue Situation angepasst.

"Insgesamt haben wir es gut gemeistert in Oberelsbach", dankte die Bürgermeisterin dem Kindergartenpersonal und auch den Eltern für die Bereitschaft, in schwierigen Zeiten zu kooperieren. Die Gemeinde und das Kindergartenpersonal haben versucht, auf die Bedürfnisse der Eltern einzugehen und zugleich die staatlichen Regelungen zu beachten. Oftmals kamen staatliche Verordnungen über Nacht. Kurzfristig war auf Änderungen zu reagieren. Eltern waren zu informieren und die Betreuungsweise neu zu organisieren.

Bis zu 125 Kinder können aufgenommen werden

Glücklicherweise gab es bislang keinen Corona-Fall im Kindergarten, so dass die Notbetreuung für Eltern in systemrelevanten Berufen immer gegeben war. Oberelsbachs Kindergarten wurde Anfang der 1990er Jahre sehr großzügig und und weitsichtig geplant. Bis zu 125 Kinder können in fünf Gruppen aufgenommen werden. "Heute sind wir froh um das große Areal", betonte Erb. Während der vergangenen Wochen war es nicht möglich, im üblichen gruppenübergreifenden Miteinander den Kindergarten zu betreiben. Kindergartenleiterin Monika Enderes berichte von einer festen Kleingruppenbetreuung mit einer festen Bezugsperson. Außerdem verfügt der Kindergarten über einen großen Spielbereich im Freien. Von der Gemeinde Oberelsbach bekam der Kindergarten zwei Kleingärten, in denen Kartoffeln angebaut werden. Auch hier war eine separierte Kleingruppenbetreuung möglich.

Dieses vergleichsweise starre Konzept der festen Kleingruppe sei für die Kinder anfangs eine große Umstellung und Herausforderung gewesen, berichtete Enders. Auf einmal konnten sie mit Freunden aus anderen Gruppen nicht mehr spielen. Auch die Mahlzeiten wurden getrennt und ausschließlich in der Kleingruppe eingenommen. Natürlich gab es auch für die Eltern Veränderungen beim Bringen und Abholen der Kinder. So werden die Linder vom Personal an der Tür im Empfang genommen und beim Abholen den Eltern übergeben. Hygienevorschriften und Datensammlung seien für das Personal hinzu gekommen. "Wir haben täglich zehn Listen auszufüllen", fasste Enders zusammen.

Viele Gespräche mit den Kindern

Ab 1. Juli können wieder alle Kinder die Einrichtung besuchen, wobei natürlich weiterhin Vorgaben zu beachten sind. Die Erzieherinnen sind sich einig, dass dies viel Zeit in Anspruch nehme werde und mit den Kindern viele Gespräche anstehen werden. Wann der Kindergarten zum alten System mit den offenen Gruppen wird übergehen können, ist noch völlig offen. "Vor September keinesfalls", ist Enders überzeugt. Unklar ist derzeit auch noch, welche Möglichkeiten neue Eltern haben, den Kindergarten kennen zu lernen und ihre Kinder in der Eingewöhnungszeit zu begleiten.

Nicht in Frage steht der Sommerurlaub. Im August wird der Kindergarten zwei Wochen geschlossen sein. Informiert wurden die Gemeinderäte, dass der Oberelsbacher Kindergarten ab 2021 beim Projekt "Deutschlands wilde Bienchen" der Initiative "Artenschutz in Franken" mit dabei sein wird.

Freistaat übernimmt die Kindergartenbeiträge

Für die Monate April, Mai und Juni sind keine Kindergartenbeiträge zu zahlen. Der Freistaat Bayern übernimmt die Beiträge für drei Monate. Was sich auf den ersten Blick gut anhörte, erwies sich aber in der Praxis für Eltern, die die Notbetreuung in Anspruch genommen haben, weil sie in systemrelevanten Berufen arbeiten, als eine große Enttäuschung. Wer auch nur eine Stunde sein Kind in die Notbetreuung gab, muss den vollen monatlichen Kindergartenbeitrag zahlen. Von der Förderung profitieren also nur Eltern, die ihr Kind überhaupt nicht in den Kindergarten gebracht haben. Der stellvertretenden Bürgermeisterin Carolin Borst stößt diese Regelung gewaltig auf. Wer in systemrelevanten Berufen arbeite, konnte seine Kinder nur eine bestimmte Stundenanzahl betreuen lassen. Dafür den vollen Monatsbeitrag zu verlangen, sei nicht fair – zumal das auch überhaupt nicht bekannt war. Die Regelung, dass der volle Beitragssatz zu zahlen ist, sei erst vor wenigen Tagen bekannt geworden.

Bürgermeisterin Birgit Erb möchte den Eltern entgegen kommen, so dass sie nur die tatsächlich in Anspruch genommenen Stunden bezahlen müssen. "Das wäre ein faire Lösung von der Gemeinde" befürwortete Borst. "Wir wollen die Eltern ein Stück weit entlasten in Zeiten der Pandemie und sie bei der Betreuung unterstütze", so Erb.