Hollstadt

Menninger unterbindet erwartete Diskussion

In den Räumlichkeiten eines metallverarbeitenden Betriebes am Rande von Hollstadt sollen der Bauhof wie die Feuerwehr ein neues Domizil erhalten. Foto: Stefan Kritzer

Eine Reihe von Baugesuchen für Wohnhäuser und ein zukunftsweisendes Projekt für die Freiwillige Feuerwehr Hollstadt und den gemeindlichen Bauhof. Die Sitzung des Gemeinderates hatte überwiegend für die Gemeinde wie die Ortsteile nachdrücklich prägende Punkte auf der Tagesordnung. Mit Spannung wurde aber, obwohl auf der Sitzungsordnung gar nicht vermerkt, eine Stellungnahme des Bürgermeisters in Sachen Windpark Wülfershausen/Wargolshausen erwartet.

Bürgermeister Georg Menninger hatte in einem Brief an Landtagsabgeordnete gemeinsam mit seinen Amtskollegen aus Saal und Wülfershausen die Zustimmung der Gemeinde Hollstadt für den Bau des Windparks betont. Ganz am Ende der langen Gemeinderatssitzungen mit vielen einstimmigen Beschlüssen fragte Gemeinderat Hubert Warmuth nach, ob der Bürgermeister diesen Brief, genauer, den Brief an den Landtagsabgeordneten Martin Stümpfig, Sprecher für Energie und Klimaschutz der Grünen, im Gemeinderat vorlesen würde. Was Georg Menninger aber, zumindest im öffentlichen Teil der Sitzung, ablehnte. Und im nächsten Atemzug den öffentlichen Teil der Gemeinderatssitzung beendete.

Keine Stellungnahme des Bürgermeisters

Eine Stellungnahme äußerte Menninger bezüglich des Windparkstreits nicht. Die Diskussion beendete er im Gemeinderat ebenfalls, ohne sie erst in Gang kommen zu lassen, zumindest im öffentlichen Teil. Das knappe Dutzend Zuhörer in der Sporthalle verließ mit nachdenklichen Mienen den Sitzungssaal. Mit dem brieflichen Bekenntnis Menningers zu dem umstrittenen Windparkprojekt nahe Wülfershausen hat der Bürgermeister vor allem in Wargolshausen Gegner der geplanten 13 Windkraftanlagen des Investors Regio E2 verwundert und steht deshalb in der Kritik. Dabei hatte die Sitzung für alle Beteiligten so gut begonnen.

Bei einem Ortstermin schaute sich der Gemeinderat die Liegenschaften der Firma Blum an, in die ab dem kommenden Jahr die Freiwillige Feuerwehr sowie der Bauhof einziehen werden. Die Gemeinde hat Gebäude wie Flächen im vergangenen Jahr gekauft und kann nun opulent Bauhof und Feuerwehrhaus neu planen. Dazu wird die große und knapp zehn Meter hohe Halle mit einer massiven Mauer getrennt werden. Auf der einen Seite die Feuerwehr, auf der anderen der Bauhof. Sozial- und Schulungsräume, Sanitäreinrichtungen und vieles mehr können übernommen werden. Notwendige Pläne hierfür werden jetzt erstellt und wohl zu Beginn des kommenden Jahres ausgeführt. Auch Fördermöglichkeiten sollen ausgelotet werden. Laut Georg Menninger und Architekt Christoph Markert sind die Einsparungen für den Gemeindesäckel im Vergleich zu einem Neubau des Feuerwehrhauses und des Bauhofs immens.

Bauhof und Feuerwehrhaus werden veräußert

Aus den Bürgerversammlungen in Hollstadt wie in Wargolshausen/Junkershausen gab Georg Menninger einige Anfragen von Bürgern bekannt und nahm Stellung. Wenn der Umzug geschafft ist, werden der alte Bauhof und das alte Feuerwehrhaus von der Gemeinde veräußert. Der Grünabfallplatz in Wargolshausen wird in diesen Tagen überarbeitet. Das Schwimmbad Wargolshausen kann unter strengen Bedingungen wieder seine Pforten öffnen. Nicht entsprechen wird die Gemeinde dem Anliegen von Eltern, Blühflächen auf Kinderspielplätzen zu entfernen, damit Kinder nicht vielleicht von herumfliegenden Bienen gestochen werden.

Georg Menninger gab bekannt, dass im vergangenen Jahr eine Spende über 1.000 Euro der Gemeinde zugedacht wurde.

Diskussionen um einen Bauantrag

Mit dem Bauantrag für ein Wohnhaus mit Doppelgarage in der Fässertalstraße in Hollstadt hatte der Gemeinderat keine Probleme. Mit den Plänen für ein Wohnhaus mit Doppelgarage und Außenpool Auf der Höhe auch nicht. Wohl aber mit der Nutzungsänderung für einen ehemaligen Aussiedlerhof im Rhönblick in Wargolshausen. Dort will der Eigner Hundezwinger einrichten, unter anderem für die Zucht. Ein Ausbildungsplatz für Hunde wurde bereits auf dem Grundstück aufgebaut. Da der Aussiedlerhof durch das Wachstum des Dorfes nahe an den Ortsrand gerückt ist und Lärmemissionen durch die Vierbeiner befürchtet werden, stellte der Gemeinderat das gemeindliche Einvernehmen zurück. Zudem soll geklärt werden, ob das gesamte Anwesen für die Ausbildung und Zucht von Hunden zur Verfügung gestellt werden soll. Gemeinderat Gerhard Zwierlein betonte: "Die Dorfentwicklung wird an dieser Stelle sonst massiv beeinträchtigt." "Die Gemeinde will sich an dieser Stelle aber noch weiterentwickeln", sagte Georg Menninger.

Der Umbau der Theke im Haus des Gastes in Wargolshausen durch die dortige Vereinsgemeinschaft wurde vom Gemeinderat begrüßt und einstimmig befürwortet.